Warenhaus insolvent
Galeria Kaufhof schließt 16 Filialen: Diese Häuser in Baden-Württemberg sind betroffen
VonJulia Cuprakowaschließen
Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof schließt Ende August zwei Häuser in Baden-Württemberg. Andere Bundesländer trifft es noch härter.
Der angeschlagene Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof schließt zum 31. August seine Filialen in Mannheim und Leonberg. Bundesweit seien 16 von 92 Filialen von der Schließung betroffen, teilte Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus am Samstag mit. Die Filiale in Heilbronn bleibt jedoch erhalten, wie die „Heilbronner Stimme“ berichtet.
Nach Angaben des Verdi-Fachbereichsleiters für den Handel im Südwesten, Wolfgang Krüger, verlieren in Mannheim rund 100 und in Leonberg knapp 80 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz. „Das ist ein schwerer Schlag für die Beschäftigten. Jetzt werden Hoffnungen zerstört“, sagte Krüger am Samstag (27. April) der „Deutschen Presse-Agentur“. Dass der neue Investor aus Mannheim kommt, hilft der dortigen Filiale offenbar nicht.
Galeria Kaufhof schließt Filialen – rund 1400 Beschäftigte müssen gehen
Besonders betroffen von Schließungen sind mit jeweils drei Häusern Bayern (Augsburg, Regensburg Neupfarrplatz, Würzburg), Berlin (Ringcenter, Spandau, Tempelhof) und Nordrhein-Westfalen (Essen, Köln Breite Straße, Wesel). Von den rund 12.800 Beschäftigten sollen 11.400 ihren Arbeitsplatz behalten. 1.400 müssen gehen, wie echo24.de bereits berichtete.
Galeria hat sich nach eigenen Angaben am Freitag mit dem Gesamtbetriebsrat auf einen Interessenausgleich und Sozialplan geeinigt. „Wir werden alles daran setzen, unser Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Dafür sehen wir nicht zuletzt aufgrund unserer Umsatzentwicklung im laufenden Geschäftsjahr gute Voraussetzungen“, sagte Galeria-Chef Olivier Van den Bossche.
Galeria meldet Anfang Januar Insolvenz an
Der Warenhauskonzern hatte Anfang Januar Insolvenz angemeldet. Es ist die dritte Insolvenz innerhalb von dreieinhalb Jahren. Als Grund für die schwierige Lage nannte Van den Bossche damals unter anderem die Insolvenzen der Signa-Gruppe des bisherigen Eigentümers René Benko.
Die Einigung zwischen Investoren und Galeria kommt aber nur zustande, wenn die Gläubiger zustimmen. Insolvenzverwalter Denkhaus will den Insolvenzplan für den Eigentümerwechsel bis Ende April vorlegen. Der Plan wird erst rechtskräftig, wenn die Gläubigerversammlung am 28. Mai zustimmt und das Gericht ihn noch einmal bestätigt. Bis Ende Juli will Denkhaus das Unternehmen an die neuen Eigentümer übergeben.
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