Irritierende Aussagen
Trigema-Chef Grupp mit fragwürdigem Frauenbild: „Warum gehen die nicht zu ihrer Mutter?“
VonTobias Beckerschließen
Trigema-Chef Wolfgang Grupp hat in einem Podcast über die Rollenverteilung von Mann und Frau gesprochen. Die Aussagen sind zum Teil irritierend.
Ob er sich mit diesen Aussagen einen Gefallen getan hat? Trigema-Chef Wolfgang Grupp zeigt sich immer wieder von einer sehr konservativen Seite. Doch was nun in einem Podcast gesagt wurde, dürfte dem 81-Jährigen einiges an Kritik einbringen. Der Grund: Grupp offenbart ein Bild der Rollenverteilung von Mann und Frau, das weit entfernt von der aktuellen Zeit ist.
Wolfgang Grupp, der Chef des Bekleidungsunternehmens Trigema mit Sitz in Burladingen (Baden-Württemberg) ist, ließ sich im RTL-Podcast „Biz & Beyond“ zu einigen mehr als fragwürdigen Aussagen hinreißen betreffend der Rollenverteilung von Mann und Frau. Angefangen von alleinerziehenden Müttern über die Kindererziehung bis hin zum Zusammenleben.
Trigema-Chef Grupp über alleinerziehende Mütter – Vergleich mit der Natur
„Mich wundert ja, dass es heute so viele alleinerziehende Frauen gibt“, sagt der Chef von Trigema, die zu Coronazeiten auf Masken-Herstellung umgestellt hatten, im Podcast und erklärt laut „fr.de“: „Ich frage mich, was die Frauen alles machen, dass ihre Männer davonlaufen.“ Die Papas sind demnach eher weniger in der Verantwortung. Doch das ist nicht der einzige Bereich, in dem Grupp durch seine Aussagen irritiert.
Bei der Kindererziehung bezieht sich der 81-Jährige auf die Natur, erklärt, dass dort das Muttertier für die Kleinen zuständig sei. Grupp: „Ich habe noch nie einen Hirsch mit einem Kalb herumlaufen sehen. Nur eine Hirschkuh.“ Kinder gehören zur Mutter, die Probleme des Nachwuchses sind wohl weniger die Aufgabe des Vaters.
Familie muss „wieder in den Mittelpunkt“ – überraschende Grupp-Aussage
Das sieht der Familienvater wohl auch bei seinen eigenen Kindern so – Grupp laut „fr.de“: „Wenn meine Kinder früher wegen kleinen Wehwehchen zu mir gekommen wären, dann hätte ich mich gefragt: Was ist mit meiner Frau los, warum gehen die nicht zu ihrer Mutter?“ Für den Trigema-Chef sind Männer zuständig für das Einkommen, Mütter für die Kinder. So haben früher Familien funktioniert, es sei normal gewesen.
Doch Grupp zeigt sich auch als Familienmensch, denn „die Familie ist die Basis unseres Zusammenlebens“, sagt er laut „t-online“. Für Grupp sind Auseinandersetzungen mit seiner Frau fatal, da es sich auch auf die Kinder übertragen würde. „Man muss Verständnis für seine Frau haben“, sagt Grupp und erklärt auch in Bezug auf Kinder, dass diese normal nicht auf sich alleine gestellt sein dürfen. Die Familie müsse „wieder in den Mittelpunkt“ gebracht werden.
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