Nur eine Momentaufnahme
Weniger Feinstaub in der Luft: So wirkt sich die Corona-Krise auf die Umwelt aus
VonOlaf Kubasikschließen
Corona-Krise: Umweltschützer vom BUND spricht von weniger Feinstaub in der Luft - auch in Heilbronn.
- Die Coronavirus-Pandemie hat das öffentliche Leben fast lahm gelegt.
- Dadurch ist weniger Stickstoffdioxid und Feinstaub in der Luft.
- Umweltschützer aus Heilbronn hofft auf Wandel nach Corona.
Das Coronavirus hält die Welt in Atem. Jeden Tag werden mehr Todesfälle gemeldet, die auf Infektionen mit Covid-19 zurückzuführen sind. In Deutschland gelten Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote, öffentliche Einrichtungen sind geschlossen. Die deutsche Industrie steht weitestgehend still, der Flugverkehr ist um 85 Prozent geschrumpft. Und auf den Straßen sieht es nicht anders aus. Von all diesen Corona-Maßnahmen und -Folgen scheint eine zu profitieren: Mutter Natur.
Bilder der NASA zeigen einen signifikanten Rückgang des Stickstoffdioxids über China während der Corona-Quarantäne. In Venedigs Kanälen ist das Wasser glasklar, Fische sind sichtbar - was auf den wenigen Verkehr und die dadurch auch weniger aufgewirbelten Sedimente zurückzuführen ist. In der einstigen Touristenmetropole hat sich die Luftqualität ebenfalls deutlich verbessert.
Corona-Krise sorgt auch in Heilbronn für bessere Luft
Für Jürgen Hellgardt, Vorsitzender des BUND-Regionalverbands Heilbronn-Franken, atmet der Planet in der Corona-Krise etwas auf. Besonders "in den üblen Zonen der Welt" - doch selbst in Heilbronn. Hellgardt erklärt: "Die Staus auf den Hauptverkehrsstraßen sind verschwunden, beide Messstationen in Heilbronn diagnostizieren derzeit eine gute Luft." Dank weniger ausgestoßener Stickstoffdioxide und weniger Feinstaub.
Das ist für Jürgen Hellgardt vom BUND Heilbronn-Franken aber nur eine Momentaufnahme im Kampf gegen den Klimawandel, der für ihn ein langwieriger und zäher ist. Dennoch ist den Umwelt- und Naturschutzexperte in der schlimmen Corona-Zeit voller optimistischer Hoffnung: "Vielleicht können wir ja manches aus der Krise beibehalten - zum Beispiel uns durch die Arbeit im Homeoffice Wege mit dem Auto ersparen."
Nach Corona-Pandemie: Umwelt ist noch lange nicht gerettet
Jürgen Hellgardt hofft, dass möglichst viele Menschen durch die aufgrund der Coronavirus-Pandemie getroffenen Maßnahmen merken, dass es der Umwelt zuliebe partiell anders geht: "Das ist nur die Frage einer neu gewonnenen Lebenseinstellung, die im Endeffekt aber für eine bessere Lebensqualität sorgt." Denn selbst wenn die Corona-Welle vorbei ist, geht es unserem Planeten noch lange nicht gut. Der Umweltschützer sagt: "Mir scheint, dass die CO2-Einsparung in der Emission auch jetzt noch sehr gering ist."
Rubriklistenbild: © Markus Scholz/dpa

