Möglicherweise reichen Luftreinhalte-Maßnahmen
Euro-5-Diesel-Fahrverbot für Heilbronn? Jetzt schlägt die HWK Alarm
VonDaniel Hagmannschließen
Nun droht auch in Heilbronn ein Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge unter Euro-6-Abgasnorm. Ab Februar 2021 soll es kommen, aber: Die Handwerkskammer hat nun Vorschläge, um die Maßnahme zu verhindern.
- Im Zuge ihres Luftreinhalteplans hat die Stadt Heilbronn schon einige Maßnahmen umgesetzt.
- Handwerkskammer Heilbronn-Franken (HWK) fordert Verlängerung der Untersuchungsfrist.
- Verbot für Diesel- Fahrzeuge unter Euro-6-Abgasnorm hätte schwere wirtschaftliche Folgen für Handwerker.
Heilbronn: Kommt Euro-5-Diesel-Fahrverbot? HWK hat klare Forderungen
Kommt das Fahrverbot für alle Fahrzeuge unter der Euro 6-Abgasnorm in Heilbronn oder kommt es nicht? Nach wie vor kämpft die Stadt für saubere Luft. Gerade erst vor Kurzem sind die ersten Luftfiltersäulen in der Weinsberger Straße an den Start gegangen. Langfristig sollen 26 dieser Säulen den Stickstoffdioxid-Grenzwert in der Weinsberger Straße von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft einhalten. Aber trotzdem steht weiterhin ein Diesel-Fahrverbot in Heilbronn ab Februar 2021 im Raum.
Nun hat die Handwerkskammer Heilbronn-Franken (HWK) eine klare Stellungnahme zum Luftreinhalteplan in Heilbronn gegenüber dem Regierungspräsidium in Stuttgart abgegeben. Denn: Kommt das Fahrverbot in Heilbronn für Fahrzeuge unterhalb des Euro-6-Diesels wirklich, kann das massive wirtschaftliche Folgen für das regionale Handwerk haben.
Schließlich seien die Möglichkeiten, etwa große Lieferfahrzeuge in Sachen Soft- und Hardware umweltfreundlich nachzurüsten, sehr begrenzt. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wäre die Anschaffung eines neuen Fuhrparks für die Handwerksunternehmen eine schwerwiegende Belastung.
Heilbronn: Handwerkskammer fordert Frist-Verlängerung, um Diesel-Fahrverbote zu verhindern
Zudem gebe es laut HWK Heilbronn-Franken auch andere Möglichkeiten, wie Handwerker-Fahrzeuge einen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität in Heilbronn leisten können. Daher fordert die HWK eine Verlängerung der aktuellen Frist, die aufzeigen soll, ob die bereits in die Wege geleiteten Maßnahmen des Luftreinhalteplans der Stadt Heilbronn nicht möglicherweise doch ausreichen, um die Belastung unterhalb des Grenzwerts zu halten.
Hintergrund ist, dass die Stadt Heilbronn in der Innenstadt bereits die Höchstgeschwindigkeit auf 40 Kilometer pro Stunde reduziert hat und ein selektives Durchfahrtsverbot für Lkw ab 3,5 Tonnen zwischen den Autobahnanschlüssen Heilbronn (A6) und der Anschlussstelle Heilbronn/Untergruppenbach (A81) zur Verhinderung von Abkürzungsverkehr durch die Stadt gilt. Ralf Schnörr, Hauptgeschäftsführer der HWK Heilbronn-Franken, betont: "Da die den Fahrverboten vorgelagerten Maßnahmen eventuell ausreichen, den Stickstoffdioxid-Grenzwert einzuhalten, sollten diese Maßnahmen über eine längere Zeit als geplant ausgetestet werden, bevor über Fahrverbote entschieden wird."
26 #Luftfiltersäulen in der #WeinsbergerStraße um den Grenzwert von 40 Mikrogramm #Stickstoffdioxid pro m³ Luft einzuhalten. Das #VerkehrsministeriumBadenWürttemberg fördert das Projekt zu 85 Prozent mit insgesamt 1,4 Millionen Euro. Eigenanteil der #StadtHeilbronn: 253.000 Euro. pic.twitter.com/6P1KVVUZVb
— Stadt Heilbronn (@heilbronn_de) June 23, 2020
Zwar begrüßt die HWK Heilbronn-Franken in einer Pressemeldung, dass der Anlieger- und Lieferverkehr von dem streckenbezogenen Verkehrsverbot ausgenommen ist. Dies gilt aber in Heilbronn lediglich bis Anfang des Jahres 2023. Schnörr: "Diese Frist erscheint uns zu kurz bemessen. Wir fordern eine Verlängerung dieser Frist, da die Betriebe durch die Corona-Pandemie aktuell sehr stark belastet werden."
Um ihren Beitrag zur Einhaltung des Stickstoffdioxid-Grenzwerts in Heilbronn zu leisten, schlägt die HWK Heilbronn-Franken vor, dass die Handwerker Katalysator-Nachrüstungen von ihren betroffenen F ahrzeugen vornehmen. Hierfür gebe es Fördermittel des Bundes und des Landes Baden-Württemberg für die Handwerksunternehmen. Schnörr empfiehlt Handwerkern zudem: "Wenn Nachrüstungen zur Verfügung stehen, sollten diese vorgenommen werden. Einerseits leistet man einen positiven Beitrag zur Luftverbesserung und andererseits wäre man bei möglichen Fahrverboten bestens vorbereitet." Zuletzt hatte die Diskussion um ein Euro-5-Diesel-Fahrverbot in Stuttgart für Verwirrung gesorgt. Die Deutsche Umwelthilfe hatte gedroht, sollte das Land weiterhin auf Zeit spielen.
Rubriklistenbild: © Ralf Seidel

