Pläne und Kritik
Heilbronner Social Club bereitet sich auf Cannabis-Legalisierung vor – das sind die Pläne
VonLisa Kleinschließen
In Social Clubs soll Cannabis legal angebaut und abgegeben werden dürfen. Die Gründer des „Cannabis Social Club Heilbronn“ stecken bereits in den Vorbereitungen und haben konkrete Pläne – üben aber auch Kritik an den Rahmenbedingungen.
Deutschland plant, Cannabis zu legalisieren – sowohl den Konsum als auch den Anbau. Die Rahmenbedingungen dafür wurden bereits vorgestellt. Eine finale Entscheidung steht allerdings noch aus. Den Erwerb sollen sogenannte „Social Clubs“ ermöglichen. Auch in Baden-Württemberg und Heilbronn wurden bereits mehrere dieser Vereine gegründet – der Ansturm auf die Social Clubs ist riesig.
Wie die „Heilbronner Stimme“ berichtet, bereitet sich der „Cannabis Social Club Heilbronn“ (CSC) auf die Legalisierung vor – und will dabei Vorreiter sein. Drei Männer im Alter von Ende 20 bis Anfang 30 haben den Club „TenTen“ gemeinsam gegründet. Der Anbau ist bereits in Planung, die Vorstellungen sind konkret. Mitglied werden kann aber nicht jeder – dennoch sind bereits 50 Menschen dabei, Tendenz steigend.
Cannabis-Legalisierung rückt näher: Cannabis Social Club Heilbronn hat bereits ganz konkrete Pläne
„Ihren Heilbronner Cannabis Social Club sehen die jungen Männer als eine Art Vorreiter bei der Wende in der deutschen Drogenpolitik, der zudem wichtige Aufklärungsarbeit leisten und dem Jugendschutz dienen soll“, schreibt die „Heilbronner Stimme“. Wie genau die Pläne der Gründer für den Heilbronner Cannabis Social Club sind, ist im Artikel der „Heilbronner Stimme“ zu lesen.
Schwerpunkte sind dabei vor allem die Themen Jugendschutz sowie hohe Anbau- und Produktionsstandards. Gegenüber der „Heilbronner Stimme“ äußern die Club-Gründer außerdem ihre Bedenken, sollte es eine zu rasche Legalisierung geben. Auch einigen der geplanten Regularien stehen die Männer kritisch gegenüber – durch die Begrenzung des THC-Gehalts für unter 21-Jährige könnte sich etwa ein Schwarzmarkt entwickeln.
Pläne zur Cannabislegalisierung in Deutschland – Konsum nicht vollkommen bedenkenlos
echo24.de hat mit der Suchtberatung gesprochen und berichtet, wie viel Heilbronn jetzt schon kifft – ohne Legalisierung. Wer die Droge konsumiert, sollte sich zudem über die Risiken, die das Rauchen von Cannabis mitbringt, informieren. Gegenüber echo24.de erklärt ein Sucht-Experte, wie gefährlich Cannabis im Vergleich zu Alkoholkonsum ist.
Pläne zur Cannabislegalisierung in Deutschland
In Deutschland sollen der Besitz von bis zu 25 Gramm Cannabis und der Eigenanbau von maximal drei Pflanzen künftig straffrei sein. Außerdem will die Bundesregierung den Anbau und die Abgabe der Droge in speziellen Vereinen mit maximal 500 Mitgliedern ermöglichen – den Social Clubs. Maximal dürfen pro Club-Mitglied 25 Gramm Cannabis pro Tag und maximal 50 Gramm pro Monat abgegeben werden. Das Mindestalter ist 18 Jahre. Die Clubs müssen Jugendschutz-, Sucht- und Präventionsbeauftragte benennen
So wird es die geplanten Cannabis-Fachgeschäfte, in denen Rausch-Produkte frei verkauft werden können, zunächst nicht geben. Dies soll erst in einem zweiten Schritt und nur in einigen Modellregionen erprobt werden – mit wissenschaftlicher Begleitung.
Quelle: Deutsche Presse-Agentur (dpa)
Wer sich nicht an bestimmte Regeln hält, muss künftig wohl trotz Legalisierung mit Bußgeldern und Strafen rechnen, etwa beim Autofahren nach dem Konsum von Cannabis.
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