Auswertung der Versicherer

Autodiebstahl: Beliebt sind SUV – und eine koreanische Sportlimousine

  • Sebastian Oppenheimer
    VonSebastian Oppenheimer
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Erstmals ist die Zahl der Autodiebstähle auf einen vierstelligen Wert gesunken. Besitzer bestimmter Fahrzeuge können trotzdem nicht aufatmen.

Gute Nachrichten für alle Autobesitzer: Die Zahl der Autodiebstähle in Deutschland ist im Jahr 2021 auf ein Rekordtief gesunken. Wie die deutschen Versicherer bekannt gaben, wurden im vergangenen Jahr 9.805 geklaute Fahrzeuge registriert – acht Prozent weniger als im Vorjahr. Zum ersten Mal seit Beginn der Statistik wurden weniger als 10.000 Autos entwendet, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilt. Mitte der 1990er-Jahre wurden noch rund 100.000 Diebstähle pro Jahr registriert. Als Grund für die sinkenden Zahlen nennt der Verband bessere Sicherheitstechnik, eine strengere Strafverfolgung sowie die effektivere Grenzsicherung.

Die Zahl der Autodiebstähle in Deutschland ist laut dem Versicherer-Verband 2021 deutlich zurückgegangen.

Autodiebstahl: Beliebt sind SUV – und ein koreanisches Sportcoupé

Beliebteste Beute bleiben SUV. Unter den zehn meistgestohlenen Autos finden sich 9 entsprechende Modelle, auf Rang eins landet mit dem Kia Stinger jedoch eine Sportlimousine. Bei dem meist stark motorisierten koreanischen Mittelklassemodell liegt die Diebstahlquote bei 11,9 von 1.000 Fahrzeugen. Der durchschnittliche Schadenaufwand war mit 33.547 Euro jedoch gering, verglichen mit den anderen Top-Ten-Modellen. Die höchsten Summen zahlten die Versicherung beklauten Haltern eines Range Rover mit 75.040 Euro. Im Schnitt betrug der Schaden der Diebstähle 19.100 Euro. Zuletzt beklagte der GDV hohe Kosten für Fahrzeug-Reparaturen – weswegen sich die Versicherer für die Verwendung von gebrauchten Ersatzteilen einsetzen.

Das sind laut GDV die Top 10 der bei Dieben beliebtesten Fahrzeuge:

ModellDiebstahl-Quote in Promille
1. Kia Stinger (1. Generation)11,9
2. Range Rover (3. Generation)11,1
3. Range Rover Sport (2. Generation)6,5
4. Toyota Land Cruiser (4. Generation)6,3
5. Hyundai Santa Fe (4. Generation)6,0
6. Range Rover Velar (1. Generation)5,9
7. Jeep Grand Cherokee (4. Generation)5,9
8. BMW X6 (2. Generation)5,6
9. Lexus NX (1. Generation)3,4
10. Ford Edge (1. Generation)3,1

Autodiebstahl: Geringe Diebstahlgefahr in Bayern und Baden-Würtemberg

Das höchste Risiko, Opfer eines Diebstahls zu werden, haben der Auswertung zufolge Autobesitzer in Berlin. Dort wurden im vergangenen Jahr 2.200 Autos gestohlen, die Quote lag bei 2,2 von 1.000 kaskoversicherten Pkw. Besonders gering ist die Diebstahlgefahr im Süden der Republik. Die Diebstahlquote in Bayern und Baden-Württemberg lag wie in den Vorjahren bei 0,1 und damit halb so hoch wie der Bundesschnitt. Ganz anders in den USA: Hier machte kürzlich eine TikTok-Diebstahl-Challenge Schlagzeilen: Ursächlich war eine Sicherheitslücke in Fahrzeugen der Marken Kia und Hyundai – die Nachrüstung einer Wegfahrsperre sollen die Kunden jedoch selbst bezahlen

Bußgeldkatalog: Mit welchen Geldstrafen Verkehrssünder rechnen müssen

Streit um Tempolimit für Ortsdurchfahrt
Wer außerorts 16 bis 20 km/ zu schnell fährt und erwischt wird, zahlt statt früher 30 nun 60 Euro, auch hier gilt: je schneller, desto teurer. In vielen Fällen – also bei den Stufen der Geschwindigkeitsüberschreitungen – handelt es sich um eine Verdopplung der Bußgelder.
 Auch die vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge wird teurer. Verstöße werden statt mit bis zu 25 Euro mit bis zu 100 Euro Geldbuße geahndet. M
Manche Verstöße würden entsprechend auch für Radfahrer teurer, wie der ADFC mit Blick auf den neuen Bußgeldkatalog erläuterte.
Bußgeldkatalog: Mit welchen Geldstrafen Verkehrssünder rechnen müssen

Autodiebstahl: Unterschiede zwischen Versicherer- und BKA-Statistik

Der GDV kann für seine Statistik lediglich die Diebstähle von kaskoversicherten Pkw berücksichtigen. Von entwendeten, nicht-versicherten Fahrzeugen erhalten die Versicherer keine Kenntnis. Die Zahlen des Verbandes liegen daher immer etwas niedriger als die des Bundeskriminalamts (BKA), die alle der Polizei gemeldeten Diebstähle berücksichtigen, auch die der nicht kaskoversicherten Autos. (Mit Material von SP-X)

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