Abstimmung im Februar

18 Euro pro Stunde: Paris will Preise für das Parken von SUV verdreifachen

  • Sebastian Oppenheimer
    VonSebastian Oppenheimer
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Die Stadt Paris wehrt sich gegen die SUV-Flut: Die Parkgebühren für die schweren Fahrzeuge sollen drastisch erhöht werden – einige Ausnahmen gibt es.

Es gibt ja böse Zungen, die behaupten, SUV stehe gar nicht für „Sports Utility Vehicle“, sondern für „Super Unnecessary Vehicle“ (Super unnötiges Fahrzeug) oder „Suburban Assault Vehicle“ (vorstädtisches Angriffsfahrzeug). Doch seit Anfang der 2000er-Jahre der Trend zum SUV losbrach, ist die Liebe vieler Autobesitzer zu dieser Fahrzeugkategorie nach wie vor ungebrochen. Klar: Man sitzt hoch und hat viel Platz. Doch im Hinblick auf das Klima sind die schweren Fahrzeuge alles andere als optimal, und auch bei bestimmten Unfall-Arten gelten SUV als besonders gefährlich. Und dass ein großes Auto mehr Platz braucht als ein kleines – und dies in engen Städten ein Problem ist, liegt auf der Hand. In Paris will man nun gegensteuern.

SUV für drei Stunden parken: In Paris könnte das bald 54 Euro kosten

In der französischen Hauptstadt soll das Parken für SUV im Zentrum künftig 18 Euro pro Stunde kosten – das ist dreimal so viel wie bislang. Wer also drei Stunden sein SUV stehen lässt, zahlt 54 Euro – das ist mehr, als man an günstigen deutschen Flughäfen für eine ganze Woche bezahlt. Allerdings sollen diese Gebühren nur für auswärtige SUV-Fahrer gelten. In den Außenbezirken soll die Parkgebühr auf zwölf Euro steigen. Einwohner von Paris sollen, genauso wie beispielsweise Handwerker oder Pflegedienste, davon ausgenommen sein. Endgültig beschlossen sind die Preiserhöhungen noch nicht – am 4. Februar sollen die Bürger über den Plan abstimmen.

In Paris wird das Parken für auswärtige SUV-Fahrer womöglich bald richtig teuer. (Symbobild)

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„Explosionsartige“ Zunahme von SUV: Paris will gegensteuern

Laut einer Mitteilung der Stadt sei in den vergangenen zehn Jahren die durchschnittliche Größe der Autos immer weiter gestiegen, was auf eine „explosionsartige“ Zunahme von SUV- und Allradfahrzeugen in Frankreich zurückzuführen sei. Abgesehen vom zusätzlichen Platz, den die Stadtgeländewagen brauchten, sei auch das Gewicht ein Problem. Habe das durchschnittliche Gewicht eines Fahrzeugs im Jahr 1990 noch bei 975 Kilogramm gelegen, so seien es heute 1.233 Kilo – die Zahlen bezieht die Stadt aus einem Bericht des WWF Frankreich. Und dem zufolge sind SUV auch für Fußgänger besonders gefährlich.

Spritschleudern der Autogeschichte: 43,5 Liter auf 100 Kilometer

Ein Chevrolet Camaro.
Ein roter Lamborghini Countach.
Rolls Royce Corniche Cabrio Baujahr 1984
Ein Dodge Charger.
Spritschleudern der Autogeschichte: 43,5 Liter auf 100 Kilometer

Erhöhte SUV-Parkgebühren gelten ab bestimmten Gewichtsgrenzen

Bezahlen müssen die erhöhte Parkgebühr den Plänen zufolge auswärtige SUV-Fahrer, deren Fahrzeug (Verbrenner und Plug-in-Hybrid) mehr als 1,6 Tonnen wiegt, bei Elektro-SUV liegt die Grenze bei zwei Tonnen. Die Erhöhung der SUV-Parkgebühr ist aber nicht die einzige Maßnahme in Sachen Verkehr, die die Stadt im Zuge seiner Klima-Aktivitäten unternimmt: Ab 2024 werden auch Reisebusse aus der Pariser Innenstadt verbannt.

Rubriklistenbild: © ABACAPRESS/Imago

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