Teure Angelegenheit

Kosten-Explosion beim Führerschein: Bis zu 3.500 Euro – Fahrschüler müssen tief in die Tasche greifen

  • Michaela Ebert
    VonMichaela Ebert
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Fahrschüler müssen im Herbst 2023 für ihren Führerschein tiefer in die Tasche greifen, als noch vor einigen Jahren. Doch weshalb steigen die Kosten so rasant an? Und welche Konsequenzen drohen?

Je frischer der Lappen, desto teurer. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) hervor. Demnach erreichen die Kosten für den Führerschein im Herbst 2023 einen Rekordwert! Knapp 4.000 Euro für die Fahrerlaubnis sind laut der Befragung derzeit keine Seltenheit mehr.

Zum Vergleich: Vor etwa drei bis vier Jahren mussten viele Fahrschüler noch etwa 1.000 Euro weniger zahlen. An der aktuellen Umfrage hatten rund 1.100 Fahrschüler aus ganz Deutschland teilgenommen. Die befragten Personen waren zwischen 17 und 25 Jahre alt und hatten ihren Führerschein vor höchstens vier Jahren bestanden.

Führerschein immer teurer: Was Fahrschüler für den Lappen zahlen müssen

Rund die Hälfte – und somit 48 Prozent – der Autofahrer, die ihren Führerschein vor etwa drei bis vier Jahren erworben hatten, gaben in der ADAC-Umfrage an, Gesamtkosten von weniger als 2.500 Euro für die Lizenz gezahlt zu haben. Für die Fahrschüler der letzten sechs Monate schrumpfte diese Quote auf 21 Prozent zusammen.

Der Großteil – insgesamt 46 Prozent – der Fahrschüler, die ihren Lappen in den letzten sechs Monaten erworben hatten, zahlten demnach zwischen 2.500 und 3.500 Euro.

Steigende Kosten für Sprit, Fahrzeuge und Personal: Gründe für die steigenden Führerscheinkosten

Doch woher kommt der rapide Preisanstieg? Schuld daran ist laut dem ADAC vor allem eins: die Inflation. Diese treibe sämtliche Kosten in die Höhe. Neben den steigenden Preisen für die Fahrschul-Fahrzeuge müssen auch die stetig wachsenden Kosten für Treibstoff gestemmt werden. Hinzu kommt: Auch die Personalkosten sind in den vergangenen Monaten gestiegen.

Doch nicht nur die Inflation macht den Fahrschulen und -schülern zu schaffen. Wie die Umfrage zeigt, brauchen die Prüflinge im Schnitt mehr Lehrstunden als noch vor nur etwa einem Jahr. Dies könnte auch mit den gestiegenen Anforderungen im Straßenverkehr zusammenhängen, wodurch auch der Druck auf die Lernenden steigt. Heißt also konkret: Während immer mehr Fahrzeuge auf deutschen Straßen zu finden sind, unterliegen die Fahrschulen gleichzeitig einem akuten Fahrlehrermangel.

Wird der Führerschein bald zum Luxusgut? Immer weniger Fahrschüler finanzieren ihn selbst

Doch das Problem der steigenden Fahrschul-Kosten könnte weitreichende Folgen haben: Wird der Führerschein jetzt zum Luxusgut? Zumindest – so zeigt die Umfrage – standen viele Fahrschüler vor einem Geldproblem. Lediglich 22 Prozent der Fahrschüler aus den letzten sechs Monaten gaben an, den Führerschein selbst finanzieren zu können. Vor etwa drei bis vier Jahren lag diese Quote noch knapp bei der Hälfte (rund 47 Prozent) der Prüflinge.

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