ADAC-Befragung
Stress im Straßenverkehr: Welches Verhalten Autofahrer am meisten aufregt
VonSebastian Oppenheimerschließen
Es ist nicht immer leicht, als Fahrer die Nerven zu bewahren. Eine aktuelle ADAC-Umfrage zeigt, was den Menschen hinter dem Lenkrad am meisten Stress bereitet.
Immer wieder gibt es im Straßenverkehr Momente, die bei Autofahrern den Puls in die Höhe schnellen lassen. Nur eines von vielen Beispielen dafür könnte das Einfädeln auf die Autobahn sein. Generell ist ratsam, hinter dem Lenkrad gelassen zu bleiben, denn eine aggressive Fahrweise kann teuer werden. Allerdings gelingt es nicht in jedem Fall, die Ruhe zu bewahren. Eine ADAC-Umfrage zeigt nun, welches Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer das Stresslevel von Autofahrern nach oben treibt.
Von welcher Situation Autofahrer besonders genervt sind
Laut der Umfrage des Automobilclubs empfinden Autofahrer ein Verhalten als besonders störend: Und zwar, wenn andere Fahrzeuge bei hohen Geschwindigkeiten zu dicht auffahren (76 Prozent). Auch in einer anderen Umfrage gaben Autofahrer an, dass sie durch „Drängeln“ verunsichert werden. Dieses Verhalten ist nicht nur riskant, sondern kann auch kostspielige Folgen haben. Wer zu dicht auffährt und beispielsweise zusätzlich die Lichthupe benutzt, kann sich möglicherweise der Nötigung im Straßenverkehr schuldig machen. Da dies eine Straftat und keine Ordnungswidrigkeit ist, sind die Strafen entsprechend drastisch.
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Auch Radler verursachen bei Autofahrern Stress – wenn sie sich nicht an die Regeln halten
Hier eine Auflistung der Top-5-Situationen, die bei Autofahrern Stress auslösen:
| Situation | Anteil der Befragten |
|---|---|
| 1. Dichtes Auffahren bei hohen Geschwindigkeiten | 76 Prozent |
| 2. Aggressives Fahrverhalten | 75 Prozent |
| 3. Radler, die sich nicht an die Vorschriften halten | 72 Prozent |
| 4. Abgelenkte Verkehrsteilnehmer | 68 Prozent |
| 5. Spurwechsel/Abbiegen ohne Blinker | 64 Prozent |
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Gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr: Im Alltag ist davon oft wenig zu spüren
Die Grundlage für das Zusammenleben im Straßenverkehr bildet § 1 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO): „Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht“, heißt es dort. Allerdings scheinen nach Meinung der Befragten nicht alle dieses Grundprinzip stets zu beachten. So gaben 44 Prozent an, dass die Aussage „das Verkehrsgeschehen in meiner Umgebung ist heute durch gegenseitige Rücksichtnahme geprägt“ ihrer Meinung nach „nicht“ zutreffe. Weitere 27 Prozent waren der Ansicht, dass diese Aussage „nur teilweise“ zutreffend sei.
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Dem Automobilclub zufolge ist das Stresslevel im Vergleich zum Vorjahr insgesamt angestiegen. „Wer am Straßenverkehr teilnimmt, hat in der Regel wenig Zeit“, sagt ADAC-Verkehrspsychologe Ulrich Chiellino. Dieser Zeitdruck führe zu einer Grundanspannung. Wenn dann jemand drängele oder einem die Vorfahrt nehme, reagierten viele emotional. „Hinzu kommt, dass wir uns unterwegs anonym fühlen und uns deshalb für die verbalen Entgleisungen auch nicht besonders schämen. Und es baut nicht mal Stress ab.“
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