Nicht für Babys geeignet

Mineralwasser bei Stiftung Warentest – krebserregendes Benzol aus der Plastikflasche

  • VonPauline Wyderka
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Stiftung Warentest testet Mineralwasser. Einige Ergebnisse sind erfrischend, andere hinterlassen mit falschen Angaben und krebserregenden Stoffen einen schalen Geschmack.

  • Stiftung Warentest hat 29 Mineralwasser getestet (weitere Testberichte im Überblick).
  • Die meisten Marken schneiden sehr gut bis gut ab.
  • In einem Produkt finden die Tester krebserregendes Benzol und Acetaldehyd aus der Verpackung.

Erfrischend spritzig, entweder pur oder in der Schorle – so mögen wir unser Mineralwasser. Doch wie viel Mineral steckt eigentlich in dem Wasser? Und was steckt möglicherweise noch so drin, was man lieber nicht trinken will? Kurzum: Welche Mineralwasser sind gut – und welche sind doch nur so „Medium“? Stiftung Warentest liefert Antworten, HEIDELBERG24 berichtet:

Mineralwasser bei Stiftung Warentest – „Medium“ beliebteste Sorte in Deutschland

Nicht zu spritzig, nicht fad: Mineralwasser der Sorte „Medium“ soll das beliebteste in Deutschland sein, wie Stiftung Warentest schreibt. Doch kommt das Wasser immer noch so gut weg, nachdem Stiftung Warentest es mal genauer unter die Lupe nimmt?

Insgesamt 29 Mineralwasser hat Stiftung Warentest getestet, alle mit mittlerem Kohlensäuregehalt. Unter ihnen Discounter- und Markenprodukte und Glas sowie PET-Flaschen, mal Ein-, mal Mehrweg. Sie alle wurden auf Eigenschaften wie Geschmack, Inhaltsstoffe, Verpackung sowie die Deklaration – also Etikettenangaben und Angaben zu Lagerung und Werbung – geprüft.

Stiftung Warentest kritisiert: Leitungswasser hat mehr Mineralien als diese Wasser

Nicht überall, wo „Mineral“ draufsteht, sind auch viele Mineralstoffe drin. Tatsächlich enthält Leitungswasser in Deutschland teilweise mehr Mineralien als manche der getesteten Produkte. In manchen Fällen kann Leitungswasser sogar gesünder sein als Mineralwasser, in anderen ist es allerdings umgekehrt. Lediglich drei Marken erkennen die Tester als mineralstoffreich an: Naturpark Quelle, Gerolsteiner und Rosbacher.

Auf der anderen Seite gab Gerolsteiner zuletzt einen Rückruf für ein Mineralwasser wegen Schimmel an einzelnen Flaschen heraus. Der Mineralstoffgehalt hängt meist von der Quelle ab, aus der das Wasser stammt. Je nachdem, durch welche Sedimente das Wasser dort sickert, enthält es viel Kalk, Magnesium und Sulfate.

Mineralwasser bei Stiftung Warentest: Discounter-Produkte überzeugen – auch im Geschmack

Aus den Tests in all diesen Kategorien gehen vor allem vier Testsieger hervor. Unter ihnen befinden sich neben dem Markenwasser Aquintus Medium auch Discounter-Produkte. Die Mineralwasser von Kaufland, Lidl, Penny und Aldi erhalten allesamt die Note „sehr gut“. Die besten Mineralwasser nach Stiftung Warentest:

  • Aquintus Medium, Note 1,4 („sehr gut“)
  • Kaufland K-Classic Medium, Note 1,4 („sehr gut“)
  • Lidl Saskia Jessen Medium, Note 1,4 („sehr gut“)
  • Penny Medium Quintus Quelle, Note 1,4 („sehr gut“)

Sie alle punkten beim sensorischen Urteil, das heißt, das Wasser ist klar, farblos und enthält keine Verfärbungen. Beschrieben werden die Geschmäcker der Testsieger jeweils vor allem als leicht sauer, leicht salzig, zum Teil auch als austrocknend und bitter. Von Schadstoffen sind die Mineralwasser weitgehend frei, anders als die Mineralwasser-Marken, die beim Verbrauchermagazin Öko-Test wegen ihres Chromgehalts durchfallen.

Mineralwasser bei Stiftung Warentest: Krebserreger aus Flasche – für Babys ungeeignet

Die Marke Ivorell Medium von dm schmeckt den Testern gar nicht: Ein deutlicher Geschmack nach Acetaldehyd vermiest ihnen das Erfrischungserlebnis. Der Stoff gelangt nachweislich neben Benzol aus der PET-Flasche in das Wasser, die zudem mit „mangelhaft“ durchfällt. Das ist vor allem ärgerlich, da dm das Wasser als geeignet zur Zubereitung von Babynahrung bewirbt. Auch nicht für Kinder geeignet sind diese Sonnencremes, die bei Stiftung Warentest durchfallen.

  • Globus Medium, Note 3,0 („befriedigend“)
  • dm Ivorell Medium, Note 4,3 („ausreichend“)
  • Edeka Gut & Günstig, Note 4,5 („ausreichend“)

Auch das Mineralwasser der Edeka-Marke „Gut & Günstig“ erhält nur ein „ausreichend“. Bei der Verpackung erhält das Wasser nur eine 3,3, bei der Deklaration fällt es ganz durch. Hier passten die Mineralstoffangaben laut Stiftung Warentest gar nicht zum Produkt. Im Wasser von Globus finden die Tester Pestizidrückstände. Das Produkt ist mittlerweile allerdings nicht mehr im Handel, wie der Anbieter mitteilt.

Mineralwasser bei Stiftung Warentest: Discounter oder regionale Quellen?

Viele Mineralwasser vom Discounter können mit Markenprodukten locker mithalten. Dennoch gibt es gute Gründe, Wasser aus der Region zu kaufen. Es spart weite Transportwege und schont damit die Umwelt. Den vollständigen Testbericht sowie Ergebnisse zu Mineralwasser aus der eigenen Region gibt es kostenpflichtig bei Stiftung Warentest. (paw)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Patrick Pleul/Montage: HEADLINE24

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