Urlaub im Sommer - trotz Coronavirus?
Reisewarnung bis 14. Juni verlängert: Diese Möglichkeiten gibt's für den Sommerurlaub
VonJason Blaschkeschließen
Urlaub in der Coronavirus-Zeit? Die aktuelle Reisewarnung gilt bis 14. Juni - ist Urlaub im Sommer trotzdem möglich?
- Experten und Politiker sind vorsichtig optimistisch was Urlaub in der Coronavirus-Zeit betrifft.
- echo24.de erklärt, was die Reisewarnung - die noch bis 14. Juni gilt - für Urlauber in Baden-Württemberg bedeutet.
- FDP-Chef Christian Lindner wirb für einen Urlaub in Griechenland. Ab 1. Juli ist das theoretisch möglich - trotz Coronavirus.
Baden-Württemberg: Reisewarnung bis 14. Juni: In diesen Ländern ist Urlaub am ehesten möglich
Auf der einen Seite der Wunsch nach Sommer, Sonne, Sonnenschein - auf der anderen dagegen die steigenden Coronavirus-Infektionen in Deutschland, die eine verlässliche Urlaubsplanung unmöglich machen. Gerade für Familien, Berufstätige und die Reisebranche wären verlässliche Infos nun besonders wichtig. Sicher ist nur: Die Reisewarnung vom Auswärtigen Amt ist weiter verlängert worden. Jetzt ist der 14. Juni neuer Stichtag - und danach? Schließlich beginnen die Sommerferien in Baden-Württemberg erst Ende Juli und dauern bis einschließlich 13. September. Ein Sommerurlaub in der Coronavirus-Zeit wäre also rein theoretisch noch möglich - aber auch realistisch?
Der Bundesaußenminister bleibt zumindest optimistisch und hofft, dass zumindest die Grenzen zu einigen europäischen Ländern im Sommer wieder offen sind. "Das kann aber niemand versprechen", erklärt Heiko Maas zum Urlaub in der Coronavirus-Zeit und ergänzt: "Urlaub in Deutschland kann im Sommer aber wieder möglich sein." Frank Schmitz vom Reisebüro Travelpoint in Heilbronn teilt die Ansicht von Maas. Auch er hält Urlaubsreisen im Sommer weiterhin für möglich. "Natürlich mit Sicherheits- und Hygienekonzepten", erklärt Schmitz gegenüber echo24.de. Als mögliche Urlaubsziele nennt er die Balearen, "vielleicht auch Griechenland" - zwei Top-Reiseziele der Deutschen im Ländervergleich.
Coronavirus-bedingte Reisewarnung: Das müssen Touristen im Sommerurlaub beachten
Die Reisewarnung bedeutet für Urlauber, die bis einschließlich 14. Juni eine Reise gebucht haben:
- Ein Flug oder eine Pauschalreise kann kostenlos storniert werden.
- Der Reiseanbieter muss den Kunden ihr Geld zurückerstatten.
- Kunden sind nach geltendem EU-Recht nicht verpflichtet, statt Geld einen Gutschein anzunehmen.
Alle geltenden Rechte für Urlauber in der Coronavirus-Zeit fasst ein separater echo24.de-Artikel nochmals zusammen.
Urlaub in der Coronavirus-Zeit: "Noch kein sorgloses Reisen möglich"
Außenminister Heiko Maas: Die Entwicklung der Coronavirus-Pandemie sei noch nicht soweit, "dass wir sorgenloses Reisen empfehlen können". Maas begründet das mit folgenden zwei Punkten:
Die größte #Rueckholaktion in der Geschichte der Bundesrepublik: von fast allen Orten der Welt kehrten Menschen nach zurück, die meisten Reisenden sind wieder wohlbehalten zu Hause. Die deutschen Botschaften stehen denen weiter zur Seite, die noch nicht zurückkommen konnten. pic.twitter.com/qsjxh1AGRS
— Auswärtiges Amt (@AuswaertigesAmt) May 7, 2020
- Überall gibt es aktuell Ausgangsbeschränkungen, Einreisesperren und Einschränkungen im Flugverkehr.
Maas: "Selbst wenn es in einigen Ländern Lockerungen gibt, (...) muss man davon ausgehen, dass es noch Wochen dauern wird, bis sich die Dinge sowohl bei uns als auch in anderen Ländern normalisieren." - Das Auswärtige Amt musste gerade erst 240.000 Urlauber nach Deutschland zurückholen. Der Außenminister will nicht das Risiko eingehen, dass wieder Zehntausende Deutsche wegen kurzfristiger Grenzschließungen festsitzen.
Statt Rückflug aus Nepal Rückkehr über den Garten der Deutschen Botschaft Neu Delhi. Für den letzten Teil der Reihe „Geschichten der weltweiten #Rueckholaktion“ berichtet eine Reisende von ihren Erfahrungen: https://t.co/3Tf9FuOCtt
— Auswärtiges Amt (@AuswaertigesAmt) May 8, 2020
Maas: "Wir werden im kommenden Sommer eine solche Aktion nicht noch einmal durchführen." Der Außenminister schließt jedoch nicht aus, dass es in Sachen Grenzöffnungen - und folglich auch Urlaub - nicht eine gesamteuropäischen Lösung geben könnte. Hintergrund: Besonders Länder wie Spanien, Italien oder Griechenland sind sehr vom Tourismus abhängig. Hinzu kommen die enorm hohen Kosten, die das Coronavirus aktuell verursacht. Umso wichtiger sind deshalb die wertvollen Tourismus-Einnahmen im Sommer.
Urlaub in der Coronavirus-Zeit: FDP-Chef Lindner wirbt für Urlaub in Griechenland
FDP-Chef Christian Lindner erklärt zur aktuellen Urlaubssituation: "Wir sollten den Urlaubszielen am Mittelmeer eine Chance geben." Lindner spielt in dieser Aussage auf die Tatsache an, dass einige europäische Länder - darunter auch Griechenland - sich offen für Tourismus im Sommer zeigen. Der griechische Staatsminister, Giorgos Gerapetritis, erklärt auf tagesschau.de zur aktuellen Urlaubssaison: "Wir werden am 1. Juli den Tourismus für das Ausland öffnen." Ähnliche Pläne äußern auch die Niederlande und Österreich. Auch Urlaub in Deutschland ist - laut Lindner - eine "tolle" und "schöne" Option.
Schmitz: "Ein Urlaub im eigenen Land ist zumindest leichter umzusetzen." Es ändert allerdings nichts an der Problematik, dass es weiterhin keinen Fahrplan für Urlaub im Ausland gibt. Und gerade für Reisebüros in Baden-Württemberg - wie das von Frank Schmitz in Heilbronn - ist das ein großes Problem. Grund: Hier wird in erster Linie mit Fernreisen gearbeitet. Schmitz: "Und auch wir können unseren Kunden aktuell keine Garantie dafür geben, dass eine Reise durchgeführt wird." Das spiegelt sich auch in der Kundenzahl wieder. Fazit: In der Coronavirus-Zeit bleibt der Urlaub weiterhin ungewiss - wie so vieles in dieser Zeit.
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