Noch kein WM-Punkt
Keine Punkte, viele Unfälle: Formel-1-Star behält sein Cockpit auch 2026
VonSönke Brederlowschließen
Null Punkte, mehrere Unfälle – und dennoch sichert er sein Formel-1-Cockpit für 2026. Diese Entscheidung sorgt für eine kleine Überraschung.
Enstone – Die Kritik an Franco Colapinto war lange Zeit groß: Der 22-jährige Argentinier, der ab dem Großen Preis von Italien im Mai das Alpine-Cockpit von Jack Doohan übernommen hatte, konnte kaum überzeugen. Nicht nur, dass er in den letzten 14 Rennen in der Formel 1 keinen einzigen WM-Punkt sammeln konnte, verursachte er gleiche mehrere Unfälle und ignorierte eine Teamorder.
Umso überraschender ist nun die Entscheidung seines Teams: Alpine gab unmittelbar vor dem Großen Preis von Brasilien (alle Sendezeiten) bekannt, dass Colapinto auch in der Saison 2026 für die Franzosen an den Start gehen wird. Der Südamerikaner bleibt damit Teamkollege von Pierre Gasly, dessen langfristige Vertragsverlängerung bereits vor einigen Wochen bestätigt wurde.
Franco Colapinto rettet Formel-1-Cockpit bei Alpine dank eigenem Sponsor
Witziges Detail: Alpine veröffentlichte die Pressemeldung punktgenau um 10:43 Uhr Ortszeit in São Paulo – eine symbolische Geste, die auf die Startnummern von Gasly (10) und Colapinto (43) anspielt. Bereits in den letzten Wochen hatte sich allerdings abgezeichnet, dass Colapinto gute Chancen auf ein weiteres Jahr bei Alpine haben würde.
„Ich bin Flavio [Briatore] und dem gesamten Team sehr dankbar für das Vertrauen, das sie in mich setzen, um das Team in Zukunft weiter voranzubringen“, sagt Colapinto. „Seit meinem Formel-1-Debüt wusste ich, dass es unter den gegebenen Umständen eine enorme Herausforderung sein würde, meinen Platz in diesem Sport zu behaupten.“
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Hinter den Kulissen war die Entscheidung wohl auch eine Frage der Alternativen – und des Geldes. Flavio Briatore hatte Mick Schumacher bereits eine Absage für das Formel-1-Cockpit erteilt. Als einzige Option galt Ersatzfahrer Paul Aron, doch dieser konnte sich intern offenbar nicht durchsetzen. Denn Colapinto bringt dank eines finanzkräftigen Sponsors mittlerweile viel Geld ins Team.
„Ich habe Francos Entwicklung während seiner gesamten Zeit in der Formel 1 verfolgt und immer geglaubt, dass er die richtigen Eigenschaften und das Potenzial besitzt, ein Topfahrer zu werden, der gemeinsam mit dem Team wachsen kann“, begründet Formel-1-Urgestein Flavio Briatore, der schon Teamchef von Michael Schumacher war.
„Es war ein hartes Jahr für das gesamte Team, und die Umstände waren alles andere als einfach, um Leistung zu bringen – trotzdem haben sowohl Franco als auch Pierre ihr Bestes gegeben, um das Team in die bestmögliche Ausgangsposition für die nächste Saison zu bringen.“ Die beiden Fahrer seien eine gute Kombination aus Erfahrung, Speed und Talent.
Für Jack Doohan hat sich der Formel-1-Traum damit vorerst ausgeträumt. Der Australier, der nach nur sechs Rennen sein Cockpit räumen musste, steht laut Gerüchten kurz vor einem Wechsel in die japanische Super Formula. Dort soll er im kommenden Jahr für das Toyota-Team Kondo Racing an den Start gehen. (SoBre)
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