„Es war einfach schlecht“
Red Bull erlebt das schlechteste Formel-1-Qualifying seit 19 Jahren
VonSönke Brederlowschließen
Verstappen als Formel-1-Weltmeister hielt den WM-Kampf in den vergangenen Rennen packend – jetzt erleidet der Red-Bull-Pilot einen enormen Rückschlag.
São Paulo – Formel-1-Weltmeister Max Verstappen hat im WM-Kampf der Königsklasse einen herben Rückschlag kassiert. Im Qualifying zum Großen Preis von Brasilien (alle TV-Zeiten) erlebte der Red-Bull-Star ein Desaster: Der Niederländer kämpfte mit dem Handling seines Boliden und war deutlich zu langsam. Das bittere Resultat: Startplatz 16 für das Rennen am Sonntag!
„Ja, es war einfach schlecht“, zieht Verstappen im Gespräch mit Sky anschließend ein deutliches Fazit. „Ich konnte überhaupt nicht pushen. Das Auto war überall, ist ständig herumgerutscht. Also musste ich deutlich unter dem Limit fahren, einfach um keinen Moment zu haben. Und das funktioniert natürlich im Qualifying nicht.“
Red Bull erlebt das schlechteste Qualifying seit fast 20 Jahren
Bitter: Yuki Tsunoda, der noch immer um sein Red-Bull-Cockpit für 2026 kämpft, war sogar noch langsamer als sein Teamkollege und startet am Sonntag nur vom 19. Platz. Damit war der Japaner der langsamste Fahrer im Feld, denn Sauber-Pilot Gabriel Bortoleto konnte nach seinem Horrorunfall im Sprint gar nicht am Qualifying teilnehmen.
Das Debakel für Red Bull war damit endgültig perfekt. Zum ersten Mal seit dem Großen Preis von Japan 2006 in Suzuka, also seit fast 20 Jahren, scheiden beide Autos des Teams schon im ersten Teil der Qualifikation aus. Damals sind David Coulthard und Robert Doornbos für Red Bull gefahren.
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„Offensichtlich hat niemand so etwas erwartet“, räumt Teamchef Laurent Mekies ein. Schon am Freitag war das Team unzufrieden. „Man kann sagen, dass wir vor dem Qualifying etwas mehr Risiko eingegangen sind, um zu sehen, ob wir das Auto in eine bessere Position bringen könnten – aber es ging offensichtlich in die entgegengesetzte Richtung.“
Einziger Hoffnungsschimmer für die Bullen: Im Vorjahr raste Verstappen sogar vom 17. Startplatz zum Sieg. Allerdings musste der Niederländer damals nur wegen einer Strafe von hinten starten, hatte aber ein deutlich schnelleres Auto zur Verfügung. Davon ist er aktuell weit entfernt. „Wir müssen zuerst analysieren, was los ist“, sagt der WM-Dritte.
„Ich verstehe wirklich nicht, wie es so schlecht sein kann. Das ist, denke ich, im Moment das Wichtigste für uns zu verstehen“, ergänzt der Weltmeister, dessen Titelverteidigung nun wieder in weite Ferne rückt. Denn WM-Spitzenreiter Lando Norris startet am Sonntag von der Pole-Position in den Brasilien-GP. (SoBre)
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