Wahl im Dezember
Skandalöse Methoden? FIA-Präsident will offenbar Gegner ausschalten
VonSimon Monesschließen
Bei der anstehenden Wiederwahl des FIA-Präsidenten könnten neue Regelungen dafür sorgen, dass Mohammed bin Sulayem konkurrenzlos ins Rennen geht.
Paris/Genf – Die Amtszeit des aktuellen FIA-Präsidenten Mohammed bin Sulayem neigt sich langsam dem Ende zu. Im Dezember stellt sich der ehemalige Rallye-Pilot zur Wiederwahl. Gegenkandidaten gibt es bisher noch keine. Und offenbar möchte bin Sulayem auch, dass das so bleibt.
Frist für Kandidatur soll vorverlegt werden – um Ausschuss mehr Zeit zu geben
Anscheinend plant der amtierende FIA-Präsident einige weitere Änderungen an den Statuten. Diese könnten potenzielle Gegenkandidaten, wie Carlos Sainz Sr., benachteiligen oder gar ganz aus dem Rennen nehmen. Das berichtet die BBC unter Verweis auf vertrauliche Dokumente.
So soll etwa die Frist für die Bekanntgabe einer Kandidatur für das Präsidentenamt und des Teams vorgezogen werden. Aktuell muss dies 21 Tage vor der Wahl erfolgen, künftig sollen es 49 Tage sein. Begründet wird dies damit, dass die derzeitige Frist „dem Nominierungsausschuss nur sehr wenig Zeit lässt, um die Eignung der elf auf einer Liste vorgeschlagenen Kandidaten (für ein Präsidentschaftsteam) zu prüfen“. Potenzielle Gegenkandidaten müssten somit deutlich früher darum bemühen, die benötigte Unterstützung der stimmberechtigten Mitgliedsclubs zu erhalten und hätten somit geringere Erfolgschancen.
Interessenkonflikte sollen vermieden werden: Aus für Sainz und auch Wolff?
Doch damit nicht genug, denn bin Sulayem will auch einen Passus einführen, nachdem gegen Mitglieder einer Präsidentenliste „nichts in deren Vergangenheit vorliegen darf, was deren berufliche Integrität infrage stellt“. Zudem müssen alle Beteiligten „Interessenkonflikte vermeiden und potenzielle Konfliktsituationen offenlegen“.
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Diese Änderung würde besonders Carlos Sainz Sr. betreffen. Dessen gleichnamiger Sohn fährt aktuell in der Formel 1 für Williams. Eine Situation, die von der Ethikkommission als Interessenkonflikt gewertet werden könnte. Gleiches gilt für Susie Wolff, Ehefrau von Mercedes-Teamchef und Chefin der F1 Academy. Die Konsequenz wäre ein Ausschluss von der Wahl.
Die geplanten Änderungen werden offiziell damit begründet, dass man eine „Konsistenz zwischen den Amtszeiten schaffen und die Wahlen stärker bündeln“ wolle. Kritiker sehen indes einen Versuch, mögliche Konkurrenten um das Präsidentenamt gezielt auszuschalten. Ob es zu den Änderungen kommt, entscheidet sich auf der nächsten Generalversammlung der FIA im Juni. (smo)
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