Geldstrafe
Kuriose Bußgelder – bis zu 1.600 Euro Strafe für eine Ordnungswidrigkeit
VonAnni Gebhardschließen
Nackt aus dem Auto steigen, im falschen Winkel die Straße überqueren. Manche Vergehen können in Deutschland bis zu 1.600 Euro kosten.
Im Halteverbot stehen, zu schnell fahren oder die rote Ampel überqueren – bei vielen Verstößen dürfte es einen nicht wundern, wenn Tage später ein Bußgeldbescheid in den Briefkasten flattert. Manche Geldstrafen sind wiederum so kurios, dass sie schier unglaublich scheinen. Wird man beispielsweise beim schräg über die Straße gehen erwischt, kann es tatsächlich sein, dass die Ordnungshüter einen zur Kasse beten.
Im falschen Winkel über die Straße gehen: Dieses Bußgeld erwartet euch
Zu einer der harmloseren Verstößen zählt mit Sicherheit das schräge Überqueren der Straße. Wahrscheinlich wird es deshalb auch nur mit fünf Euro geahndet. Wichtig beim Wechseln der Straßenseite ist, dies im rechten Winkel zu tun. Wer also auf gar keinen Fall ein Bußgeld riskieren will, sollte beim nächsten Spaziergang in die Innenstadt wohl besser ein Geo-Dreieck mitnehmen.
Zu lautes Rülpsen: Passant in Wien wurde zur Kasse gebeten
In Wien musste ein Mann 70 Euro Bußgeld zahlen, weil er neben einem Polizisten zu laut aufgestoßen hatte. Angeblich hat er zuvor einen Döner gegessen und hat so oft gerülpst, dass der Beamte es als Belästigung sah.
In den sozialen Medien sorgte die Geldstrafe für viel Aufregung, sodass sich insgesamt 140 Nutzer mit dem Mann solidarisierten und zu einem „LautRülps-Flashmob“ in der Wiener Innenstadt aufgerufen haben.
Nackt Autofahren: ja – nackt aus dem Auto aussteigen: nein
Wer barfuß einen Unfall baut, könnte für ein fehlendes Schuhwerk beanstandet werden. Wer im Verkehr aber unauffällig bleibt, darf grundsätzlich auch nackt hinterm Lenkrad sitzen. Im Sommer bietet es sich oft an, in der Badekleidung zu fahren. Vielleicht werden die Gründe für eine Splitterfaser-nackte Autofahrt im ersten Moment nicht ersichtlich, erlaubt ist es trotzdem.
Aber Vorsicht: Zwar ist das textilfreie Fahren erlaubt, das Ein- und Aussteigen soll dann aber bitte mit Kleidung geschehen. Sobald der nackte Körper nämlich das Auto verlässt, können Bußgelder für die Erregung öffentlichen Ärgernisses von fünf bis zu 1.000 Euro drohen.
Zehn Euro Strafe für das Fahrradfahren auf der Autobahn
Mit dem Rennrad können erfahrene Sportler schon mal Geschwindigkeiten bis zu 100 Kilometer pro Stunde erreichen. Trotzdem ist es eher keine so gute Idee, die Autobahn als Trainingsstrecke zu wählen.
Ein vergleichsweise geringes Bußgeld gibt es für das Fahren auf der Autobahn mit dem Fahrrad. Zehn Euro müssen die Radfahrer blechen, wobei die Geldstrafe wahrscheinlich noch das geringste Problem sein könnte.
Bis zu 1.600 Euro – welche Beleidigungen richtig ins Geld gehen
„Du Mädchen“ – diese zwei Worte kosteten einen Mann ein 200 Euro Bußgeld, nachdem er so einen männlichen Polizisten per Telefon genannt hatte. Bei dem Wort „Arschloch“ kann die Geldstrafe schnell in den vierstelligen Bereich rutschen. 1.000 Euro kostet die direkte Beleidigung, 1.600 Euro kostet der Satz: „Ich würde Sie jetzt gerne Arschloch nennen“. Wer einen Beamten als „Holzkopf“ bezeichnet, zahlt 750 Euro.
Wenn dieser Finger zu sehen ist, wird das Blitzerfoto eine teure Angelegenheit
Im Jahr 2020 wurde ein Autofahrer geblitzt, da er circa zehn Kilometer pro Stunde zu schnell unterwegs war. Dadurch, dass der Mann den Mittelfinger in die Kamera zeigte, hat er seine Strafe mal schnell verhundertfacht.
Der „Stinkefinger“ kann also schnell ein Bußgeld von 1.200 Euro verursachen. Die Mitarbeiter an der Messstelle erstatteten damals Anzeige wegen Beleidigung. Es lohnt sich also, alle Finger am Lenkrad zu lassen.
Am Ende kann über das ein oder andere Bußgeld nur geschmunzelt werden. Vor allem, weil jedes Bußgeld auch seine Geschichte hat.
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