Smart Meter senden Daten

Pflicht-Umstellung auf digitale Stromzähler: Was Verbraucher wissen müssen

  • Dominik Jahn
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Viele Haushalte bekommen seit 2020 bereits ein intelligentes Messsystem eingebaut. Diese „Smart Meter“ speichern und versenden Daten an Stromanbieter und Netzbetreiber.

Mit den immer weiter steigenden Energiekosten wird für Verbraucher die Kontrolle über den eigenen Stromverbrauch immer wichtiger. Bis spätestens 2032 müssen laut Gesetzgeber alle Haushalte mit einem modernen digitalen Messsystem ausgestattet sein. Doch es gibt Unterschiede bei den digitalen Stromzählern. Seit 2020 sind auch die „Smart Meter“ auf dem Markt.

Mit den digitalen Stromzählern soll für den Kunden die Übersicht über den Stromverbrauch besser werden. Am Ende soll sich auch die Energieersparnis erhöhen. Doch Experten warnen auch vor Zusatzkosten.

Digitale Stromzähler sind verpflichtend für Verbraucher

Wie Inside Digital, Online-Fachmagazin für technische Themen, berichtet, werden Verbraucher über den Wechsel des Stromzählers durch den Netzbetreiber mindestens drei Monate vorher informiert. Dieser baut in der Regel das neue Gerät auch ein. Ablehnen kann man die neuen digitalen Stromzähler aber nicht.

Das Problem: Mit dem Wechsel muss man sich auf eine zusätzliche Rechnung einstellen. Wie die Verbraucherzentrale (VZ) dazu schreibt, erhalten Haushalte „zusätzlich zur Stromrechnung eine weitere Rechnung für den sogenannten Messstellenbetrieb“. Darin sind demnach „alle Dienstleistungen und Maßnahmen rund um den Stromzähler“ enthalten.

Digitale Stromzähler: So läuft der Vertrags-Deal für Kunden ab

Und so läuft der Vertrags-Deal rund um die digitalen Stromzähler ab: Laut VZ bringen die neuen Zählertypen für Verbraucher auch immer einen neuen Vertragspartner mit sich. Sobald ein neuer Zähler eingebaut ist und man Strom nutzt, schließt man mit dem Betreiber der Messstelle automatisch einen Vertrag. Dazu muss man noch nicht einmal etwas unterschreiben. Die geltenden Vertragsbedingungen finden sich im Internet, wo der Messstellenbetreiber diese veröffentlichen muss.

Messstellenbetreiber

Laut Definition der Verbraucherzentrale ist ein Messstellenbetreiber ein Unternehmen, das die Stromzähler einbaut, betreibt und wartet. Laut Gesetz gibt es einen grundzuständigen Messstellenbetreiber. Der ist in der Regel Ihr örtlicher Netzbetreiber und nicht identisch mit dem Stromversorger. Wer der Messstellenbetreiber ist, können Sie Ihrer Stromrechnung entnehmen. Daneben gibt es wettbewerbliche Betreiber, die die gleichen Leistungen für digitale Zähler anbieten. 

Weiter heißt es bei der Verbraucherzentrale: „Der Messstellenbetreiber ist für den Einbau, den Betrieb und die Wartung der Messstelle zuständig. Bei Problemen rund um den Zähler ist er der richtige Ansprechpartner. Im Regelfall handelt es sich beim Messstellenbetreiber um den örtlichen Netzbetreiber“.

Wie funktioniert ein digitaler Stromzähler und was kostet er?

Und wie funktionieren die neuen digitalen Stromzähler? Sie haben grundsätzlich immer noch die gleiche Funktion wie die analogen Zähler. Bei ihnen wird der Verbrauch lediglich digital angezeigt. Der Verbrauch muss auch weiterhin ganz normal abgelesen werden. Zusätzlich können jetzt der Stromverbrauch des vergangenen Tages, Monats und Jahres gespeichert werden und fürs Energiesparen eingesetzt werden. Die Kosten für digitale Stromzähler liegen nach Angaben von Inside Digital bei rund 20 Euro.

Und was hat es mit den „Smart Metern“ auf sich? Sie haben die gleichen Funktionen wie ein digitaler Stromzähler. Doch zusätzlich ist er auch ein Kommunikationsmodul. Wie die VZ schreibt, wird er erst durch dieses Modul – auch Smart-Meter-Gateway genannt – zu einer modernen Messeinrichtung. Dieses ermöglicht die Datenübertragung in beide Richtungen. 

Smart Meter können dem Artikel zufolge „sowohl Signale senden als auch empfangen. Auf diese Weise könnten in Zukunft zum Beispiel auf Wunsch elektrische Geräte in einem Smart Home automatisch an- oder ausgeschaltet werden“

Wer soll einen Smart Meter bekommen?

Ob Verbraucher einen digitalen Stromzähler oder ein Smart Meter bekommen, soll vom Stromverbrauch abhängen. Smart Meter sollen in Haushalte kommen, die dem Fachportal nach auf über 6.000 Kilowattstunden Verbrauch pro Jahr kommen. Zum Vergleich: Ein Durchschnittshaushalt mit vier Personen verbraucht laut Verbraucherzentrale rund 3.400 Kilowattstunden.

Digitale Stromzähler: Ist beim Smart Meter die Datensicherheit gegeben?

Doch wie sieht es bei den Smart Metern mit dem Datenschutz aus? Wie die Verbraucherzentrale schreibt, ist wie „bei jedem Gerät, das Daten über Funk oder Kabel versendet, ein intelligentes Messsystem durch Personen und Unternehmen mit kriminellen Absichten grundsätzlich angreifbar“

Daher habe man für die Smart Meter vom Gesetzgeber aus hohe Anforderungen gestellt, an „die Sicherheit der Software und Hardware der Messstellenbetreiber, deren Einhaltung über Zertifizierungen durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nachgewiesen werden müssen“.

Rubriklistenbild: © Markus Scholz/dpa

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