Umfrage des Instituts YouGov

Studie mit Schock-Ergebnis: So schlecht geht es Rentnern finanziell in Deutschland

  • Julia Cuprakowa
    VonJulia Cuprakowa
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Viele Deutsche träumen von einem sorgenfreien Ruhestand, doch die Realität sieht oft anders aus. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Mehrheit der Rentner finanzielle Einbußen hinnehmen muss.

Wer in den Ruhestand geht, hofft auf ein auskömmliches Leben. Doch oft fällt die Rente geringer aus als erwartet. Kein Wunder, schließlich schneidet Deutschland im internationalen Vergleich eher schlecht ab, wie echo24.de bereits berichtete.

Und wie kommen Rentner im Alltag zurecht? Eine Umfrage zeigt, dass sich die meisten Ruheständler stärker einschränken müssen als erwartet. Für die Umfrage befragte das Institut YouGov im Februar 1053 Rentnerinnen und Rentner im Alter zwischen 63 und 70 Jahren.

Rente in Deutschland: Studie zeigt – 81 Prozent der Ruheständler können sich wenig leisten

Die große Mehrheit der Rentner in Deutschland muss sich im Alter deutlich einschränken. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Versicherers HDI. 81 Prozent der Befragten im Alter zwischen 63 und 70 Jahren gaben an, sich weniger leisten zu können als bisher geplant. Das gilt sicher nicht für die Rentner, die die höchste Rente in Deutschland beziehen oder ihr Geld aus Versorgungswerken erhalten.

Gut jeder zweite Ruheständler – 55 Prozent – berichtet der Studie zufolge, dass er sich im Alltag deutlich mehr einschränken muss als zuvor erwartet. Nur knapp jeder Fünfte gibt an, sein Rentnerleben ohne Abstriche wie geplant führen zu können. Frauen müssen sich stärker einschränken als Männer.

Der Grund: Frauen bekommen deutlich weniger Rente in Deutschland als Männer. 44 Prozent der befragten Rentnerinnen gaben an, dass sie ihren gewohnten Lebensstandard auch mit größeren Abstrichen nicht halten können. Bei den Männern sind es nur 34 Prozent.

Auch wenn wir damit gerechnet haben, dass es einige Ruheständler gibt, die finanziell wenig Spielraum haben, sind wir doch erstaunt darüber, wie viele Betroffene ihren Lebensstandard tatsächlich nicht halten können.

HDI-Deutschlandchef Jens Warkentin

Umfrage zeigt: Rentner unterschätzen Steuern und Sozialabgaben stark

Viele Menschen in Deutschland sehnen den Ruhestand herbei und wollen so früh wie möglich in Rente gehen. Auch wenn dies für bestimmte Berufsgruppen möglich ist, müssen die meisten bis zum Rentenalter arbeiten – außer man nimmt Abschläge in Kauf.

Laut Studie gab die Hälfte der Befragten an, vor dem Renteneintritt mit einer höheren Rente gerechnet zu haben – und zwar ohne die Abschläge, die bei einem früheren Renteneintritt drohen. Was 55 Prozent der Befragten unterschätzten, war die Höhe der fälligen Steuern und Sozialabgaben. Um über die Runden zu kommen, müssen die Rentner nach eigenen Angaben sparen.

Rentner müssen sparen – 52 Prozent verzichten auf Fernreisen

Gespart wird vor allem beim Auto und beim Urlaub. 51 Prozent der Befragten gaben an, sich kein Auto mehr in der bisherigen Preisklasse leisten zu können. 52 Prozent verzichten ganz auf Fernreisen, gut jeder Dritte auch auf Reisen innerhalb Europas, 16 Prozent sogar auf Tagesausflüge. 57 Prozent der Befragten gehen seit ihrer Pensionierung seltener oder gar nicht mehr ins Restaurant.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

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