Zu viel Zoff?

Umfrage-Rekordtief für Ampel: Schlechtester Wert seit Bundestagswahl

Ampel
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Christian LIndner (FDP), Olaf Scholz (SPD) und Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) bei der Halbzeit-Klausur des Bundeskabinetts auf Schloss Meseberg.
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    VonBona Hyun
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Die Umfragewerte für die Ampel-Regierung sind so schlecht, wie lange nicht mehr. Die Zufriedenheit mit der Bundesregierung stürzt weiter ab.

Berlin – Die Ampel büßt weiter an Beliebtheit ein. Die Regierungskoalition hat in Umfragen den tiefsten Wert seit der Bundestagswahl vor zwei Jahren erreicht. Im wöchentlichen „Sonntagstrend“ des Instituts Insa für die Bild am Sonntag erreichten die Ampel-Parteien zusammen 38 Prozent. Vor einer Woche waren es noch 39 Prozent, bei der Wahl 2021 waren es 52 Prozent.

Ampel im Abwärts-Trend: Schlechtester Wert seit Bundestagswahl

Stärkste Kraft blieb laut „Sonntagstrend“ die Union mit unveränderten 27 Prozent, die AfD blieb bei 21 Prozent und die Linke bei fünf Prozent. Die SPD kam wie in der Vorwoche auf 18 Prozent. Die Grünen verloren einen Prozentpunkt und kam auf 13 Prozent. Die FDP blieb bei sieben Prozent. Bei der Bundestagswahl hatten die Liberalen noch 11,5 Prozent der Stimmen geholt, die Sozialdemokraten 25,7 Prozent und die Grünen 14,8 Prozent.

Bereits im „Deutschlandtrend“ der ARD vom Donnerstag (31. August) spiegelte sich die Unzufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung wider. Nur 19 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“. 79 Prozent sind damit weniger bzw. gar nicht zufrieden. Demnach kämen die SPD nur noch auf 16 Prozent Zustimmung, die FDP auf sechs und die Grünen auf 14 Prozent. Den besten Wert erhielte die Union mit 29 Prozent. Die AfD kommt mit 22 Prozent auf einen neuen Höchstwert im ARD-“Deutschlandtrend“. 

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AfD weiter im Höhenflug – Profitiert die Partei vom Ampel-Zoff?

Der Ampel-Streit dürfte eine der Gründe für das Umfrage-Tief sein. Die Koalition scheint sich im Dauerstreit-Modus zu befinden. Über das Heizgesetz stritt die Koalition beispielsweise wochenlang. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) brachte seine Pläne nur in einer deutlich überarbeiteten Version nach öffentlicher Kritik durchs Kabinett. Auch der Konflikt um die Kindergrundsicherung war eine der Hauptstreitpunkte, bis die Ampel noch vor der Klausur-Tagung in Meseberg eine Einigung erzielte.

Die AfD scheint bei den Umfragen von den Streitereien zu profitieren und nutzt diese für Attacken. So sagte AfD-Co-Vorsitzende Tino Chrupalla in einem Podcast der Partei: „Streit dominiert diese sogenannte Ampel. Es ist wirklich eine Regierung, die man sich nicht schlimmer hätte vorstellen können.“ Die AfD setzt ihren Höhenflug nach einem minimalen Einbruch weiter fort. (bohy/mit Agenturen)

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