Merz kann nicht profitieren

Regierung unbeliebt wie nie: Neue Umfrage zeigt Misere – Nur ein Ampel-Mann überzeugt

  • Babett Gumbrecht
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Das Modell der Ampel-Koalition auf Bundesebene hat fast jeglichen Zuspruch verloren. An der Spitze sehen die Deutschen eine andere Partei.

Berlin – Es sind erschreckende Zahlen: Laut einer neuesten Umfrage finden nur noch drei Prozent, die Ampel-Koalition auf Bundesebene sei gut für das Land. Damit hat die Regierungspartei unter Kanzler Olaf Scholz (SPD) gemeinsam mit der FDP und den Grünen rund ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl fast jeglichen Zuspruch verloren. Die Zahlen gehen aus einer von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am Donnerstag (19. September) veröffentlichten Allensbach-Umfrage hervor.

Wunschkoalition für Bundestagswahl 2025: Befragte sehen Bündnis aus CDU und SPD vorn

29 Prozent der Befragten nannten ein von der CDU geführtes Bündnis mit der SPD als Wunschkoalition für die kommende Wahlperiode. 25 Prozent gaben in der Erhebung an, sie wünschten sich eine mit absoluter Mehrheit ausgestattete Alleinregierung – mit großem Abstand favorisierten sie eine CDU/CSU-Regierung.

Kabinett Scholz: Nach dem Ampel-Aus kommt Rot-Grün ohne Mehrheit

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54 Prozent der Bürger äußerten den Wunsch, dass CDU/CSU in einer führenden Rolle in der nächsten Regierung vertreten sind. Nur 29 Prozent äußerten dies über die aktuelle Kanzlerpartei SPD.

In der Sonntagsfrage bauten CDU/CSU in der Allensbach-Umfrage ihren Vorsprung aus und kommen auf 35,5 Prozent. Zweitstärkste Kraft ist die AfD mit 17 Prozent, gefolgt von der SPD, die 16 Prozent erreicht. Die Grünen fallen auf zehn Prozent, während das BSW dicht dahinter neun Prozent erreicht. FDP (vier Prozent) und Linke wären hingegen nicht mehr im Bundestag vertreten.

Mussten schon einige Krisen in der Koalition bewältigen: Vize-Kanzler Robert Habeck (l), Kanzler Olaf Scholz (M) und Finanzminister Christian Lindner. (Archivbild)

CDU klärt Kanzler-Frage: Statt Söder zieht Merz in den Wahlkampf

Jetzt heißt es für die CDU/CSU, den Vorsprung halten oder ausbauen. Und tatsächlich befindet sich die Partei bereits mitten im Wahlkampf: erst vor wenigen Tagen verkündete die Partei, dass CDU-Chef Friedrich Merz die Union in die Bundestagswahl 2025 führen wird. Der 68-jährige CDU-Politiker soll bei der Wahl als gemeinsamer Kanzlerkandidat der Unionsparteien antreten – mit ausdrücklicher Unterstützung von CSU-Chef Markus Söder, der seine eigenen Ambitionen auf die Kandidatur zurückstellt. Die beiden Parteivorsitzenden verkündeten die Personalentscheidung am Dienstag (17. September) bei einer Pressekonferenz in Berlin. Als gemeinsames Ziel gaben sie die Rückkehr an die Regierungsspitze an.

Friedrich Merz (Mitte) wird der Kanzlerkandidat für die CDU im Herbst 2025.

Befragungen zur Kanzler-Frage zeigen aber, dass nur knapp ein Fünftel der Wahlberechtigten CDU-Chef Merz als besonders gut geeignet für das Amt des Regierungschefs halten. Auf die Frage, welche Spitzenpolitiker am besten als Kanzler geeignet wären, nannten in einer Forsa-Umfrage lediglich 19 Prozent den CDU-Vorsitzenden Merz, wie die Sender RTL und ntv als Auftraggeber der Befragung am Dienstag mitteilten.

Umfragen zeigen: Beliebtester Kanzlerkandidat ist Verteidigungsminister Boris Pistorius

Den höchsten Wert erreichte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) mit 30 Prozent. Allerdings schnitt Merz demnach deutlich besser ab als Amtsinhaber Olaf Scholz (SPD): Diesen hielten in der Erhebung nur neun Prozent für einen der am besten geeigneten Politiker. Zugleich erhielt Merz weniger Unterstützung als der CSU-Vorsitzende Söder, der von 22 Prozent der Teilnehmenden genannt wurde. 18 Prozent nannten den Angaben zufolge Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne).

Für die Erhebung der Allensbachsumfrage befragte das Institut vom 29. August bis 11. September insgesamt 1017 Menschen. Die Umfrage ist nach Angaben des Instituts repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 16 Jahren. Das Meinungsforschungsunternehmen Forsa befragte zur Kanzler-Frage am Dienstag 1003 Menschen. Die statistische Fehlertoleranz wurde mit plus/minus drei Prozentpunkten angegeben (bg/dpa).

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