Zölle und Einreiseverbote

Kolumbien schickt US-Abschiebeflüge zurück: Trump tobt –und Kolumbien knickt ein

  • Nail Akkoyun
    VonNail Akkoyun
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Donald Trump lässt Migranten nach Kolumbien ausweisen, doch das südamerikanische Land weist die US-Flüge ab. Der Republikaner reagiert erbost.

Washington, D.C./Bogotá – Nach dem Verhindern der Landung von US-Militärflugzeugen mit kolumbianischen Migranten an Bord durch die Regierung in Bogotá hat US-Präsident Donald Trump umgehend harte Vergeltungsmaßen angekündigt. Neben Strafzöllen habe er seine Verwaltung unter anderem angewiesen, Einreiseverbote für kolumbianischen Regierungsbeamte zu verhängen, schrieb der Republikaner auf der von ihm mitbegründeten Online-Plattform Truth Social.

Trumps Anordnung sei vom „sozialistischen Präsidenten Gustavo Petro erteilt, der bei seinem Volk bereits sehr unbeliebt ist“, schrieb der US-Präsident. Dann nannte Trump eine Reihe von „Vergeltungsmaßnahmen“ gegen Kolumbien, unter anderem Zölle, Visa-Sanktionen sowie verstärkte Zoll- und Grenzschutzkontrollen bei allen kolumbianischen Staatsangehörigen.

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Zoff mit Trump: Kolumbiens Präsident fordert menschenwürdige Behandlung von Migranten

Kolumbiens Präsident Gustavo Petro hatte zuvor US-Militärflugzeugen mit kolumbianischen Migranten an Bord die Landung versagt. „Ein Migrant ist kein Krimineller und sollte mit der Würde behandelt werden, die ein menschliches Wesen verdient. Deshalb habe ich die US-Militärflugzeuge, die kolumbianische Migranten transportierten, zurückschicken lassen“, teilte Petro auf X mit.

Er könne Migranten nicht zwingen, in einem Land zu bleiben, das sie nicht haben will, schrieb er weiter, „aber wenn dieses Land sie zurückschickt, sollte es dies mit Würde und Respekt für sie und für unser Land tun“. Kolumbien werde seine Staatsangehörigen „in zivilen Flugzeugen aufnehmen, ohne sie als Kriminelle zu behandeln.“

Nach der Ankündigung von Vergeltungsmaßnahmen durch Donald Trump hat Petro dann aber schnell eingelenkt. Die Regierung werde dafür das Präsidentenflugzeug zur Verfügung stellen, um die „menschenwürdige Rückkehr der kolumbianischen Staatsangehörigen zu ermöglichen“, teilte Petros Büro mit. Mit der US-Regierung würden aktive Gespräche geführt, um Vereinbarungen zu treffen, „die ein Mindestmaß an Respekt und menschenwürdiger Behandlung der Landesangehörigen während des Abschiebeverfahrens gewährleisten“, hieß es weiter.

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Donald Trumps „Massenabschiebungen“: Pressesprecherin berichtet von Hunderten Flügen

Zuvor hatte sich bereits die brasilianische Regierung über die „entwürdigende“ Behandlung von Dutzenden Migranten beschwert, die aus den USA in die Stadt Belo Horizonte abgeschoben worden waren. Der Flug machte eine Zwischenlandung in der Stadt Manaus, als die Regierung von den Zuständen erfuhr. Die Migranten waren an Händen und Füßen gefesselt und die Klimaanlage des Flugzeugs defekt, wie Brasiliens Außenministerium mitteilte. Den Migranten seien daraufhin die Fesseln abgenommen und sie in einem Flugzeug der brasilianischen Luftwaffe weitertransportiert worden.

Die neue US-Regierung von Präsident Donald Trump hat gewaltige „Massenabschiebungen“ von Migranten ohne Aufenthaltserlaubnis angekündigt. Hunderte seien bereits mit Militärflugzeugen abgeschoben worden, teilte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, mit. (nak/dpa)

Rubriklistenbild: © Evan Vucci / dpa