Angriff mit ATACMS

Russische Armee erleidet schwere Verluste - Ukraine schießt mehrere Hubschrauber ab

  • VonTadhg Nagel
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Der Ukraine ist es gelungen, zahlreiche russische Hubschrauber auszuschalten. ATACMS-Raketen waren zum ersten Mal im Einsatz.

Kiew – Den Streitkräften der Ukraine ist nach eigenen Angaben in der Nacht ein schwerer Schlag im Ukraine-Krieg gelungen. Russische Flugplätze in Berdjansk und Luhansk wurden mit Langstreckenwaffen angegriffen, dabei wurden Flugzeuge am Boden und andere militärische Ausrüstung zerstört. In einem Beitrag in den sozialen Medien erklärte das ukrainische Militär: „In der Nacht zum 17. Oktober haben die Streitkräfte der Ukraine (AFU) erfolgreiche Angriffe auf Hubschrauber und Flugplatzeinrichtungen der russischen Besatzungstruppen in den vorübergehend besetzten Gebieten Luhansk und Berdjansk durchgeführt.“

Eine Einheit der 8. US-Armee feuert eine Artillerie-Kurzstreckenrakete vom Typ ATACMS ab. Laut US-Medien könnte Washington dieses Waffensystem schon bald in die Ukraine liefern. (Archivbild)

In einer anschließenden Erklärung der Streitkräfte hieß es, man habe mindestens zwei Hubschrauber der russischen Luftwaffe, die in Berdjansk am Boden waren, zerstört. Das berichtet die ukrainische Zeitung Kyiv Post. Auf dem Flugplatz hätten sich auch ein Artilleriesystem und ein Munitionslager befunden, die nun ebenfalls zerstört seien. Das ukrainische Militär habe später behauptet, insgesamt neun Hubschrauber, eine Flugabwehrrakete und ein Munitionslager zerstört zu haben. Zudem habe man Start- und Landebahnen beschädigt. Videoaufnahmen von Anwohnern hätten Flugabwehrfeuer und den möglichen Abschuss von Flugabwehrraketen gezeigt, gefolgt von drei schweren Explosionen. Von russischer Seite gab es keine offizielle Bestätigung.

Einer der „schwersten Schläge aller Zeiten im nördlichen Militärbezirk“ - Ukrainische Erfolge im Ukraine-Krieg

Russische Militärblogger hätten jedoch von erheblichen Schäden an der Ausrüstung der russischen Luftwaffe berichtet. Einer habe den Angriff gar als „einen der schwersten Schläge aller Zeiten im nördlichen Militärbezirk“ bezeichnet. Es habe Verluste an Menschen und Technik gegeben. Man müsse „Schlussfolgerungen ziehen“, damit „damit so etwas nicht wieder passiert“. Zudem schrieb die Kyiv Post, hätten sie behauptet, der Angriff sei von  ATACMS-Raketen ausgeführt worden.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Der ukrainische Präsident Volodymyr Selenskyj habe sich zufrieden gezeigt, dass die „Angriffsoperationen“ Kiews Ergebnisse erzielt hätten, so die Zeitung. In einer Erklärung habe er gesagt, er sei „denjenigen dankbar, die die logistischen Basen der Besatzer auf unserem Land effektiv zerstören“. Zudem habe er „allen Kämpfern“ für die Verteidigung der wichtigen Frontgebiete im Osten und Süden des Landes gedankt.

Der Ukraine ist ein schwerer Schlag gegen Russland gelungen - Dank US-amerikanischer ATACMS-Raketen.

Erster Einsatz der „Advanced, Long Range Army Tactical Missile Systems“ - Ukraine dankt Partnern

Die Ukraine hatte bis vor kurzem noch nicht über ATACMS-Raketen verfügt. Mehrere US-Medien, darunter die New York Times, berichteten vom ersten Einsatz der „Advanced, Long Range Army Tactical Missile Systems“. US-Präsident Joe Biden hatte sie dem ukrainischen Präsidenten im September bei einem Besuch im Weißen Haus zugesagt. Allerdings wurde die Reichweite der an die Ukraine gelieferten Raketen gedrosselt. Die Version, die den Ukrainern in geringer Stückzahl zur Verfügung gestellt wurde, sei mit Streumunition ausgestattet, so die Zeitung.  Der ukrainische Gesetzgeber Oleksiy Goncharenko freute sich am Dienstag auf X (früher Twitter) über die Lieferung. „Danke an unsere Partner!“, schrieb er dort.

Zusätzlich ist es der Ukraine im Lauf der letzten Woche gelungen, drei russische Su-25 Kampfjets abzuschießen. Das berichtet das US-Portal Newsweek unter Berufung auf den Telegram-Kanal des ukrainischen Brigadegenerals Oleksandr Tarnavskyi. Dieser hat das Kommando der ukrainischen Truppen im südlichen Tavria-Sektor inne. (tpn)

Rubriklistenbild: © South Korea‘s Joint Chiefs of Staff/YNA/dpa