Erdogans Sohn ist involviert

Arabische Staaten stellen sich im Israel-Krieg gegen die Hamas und den Iran

  • Erkan Pehlivan
    VonErkan Pehlivan
    schließen

Die Türkei betreibt weiter Geschäfte mit Israel, die arabischen Staaten lehnen Waffenlieferungen an die Hamas ab. Der bleibt ein letzter Verbündeter.

Update vom 5. Dezember, 9.20 Uhr: Auch arabische Staaten zeigen sich wie die Türkei oft anti-israelisch. Insgeheim stellen sie sich jedoch gegen die Hamas. So geschehen auf dem Treffen der Arabischen Liga und der Organisation für islamische Zusammenarbeit (OIC) in der saudischen Hauptstadt Riad. Die vom Iran geforderten Waffenlieferungen an die Palästinenser wurden genauso abgelehnt wie die Forderung nach wirtschaftlichen Sanktionen gegen Israel.

Die Öl-Staaten lehnten es außerdem ab, den begehrten Rohstoff als Waffe zu benutzen. „Das steht heute nicht zur Debatte“, sagte der saudische Investitionsminister Khalid al-Falih bei einer Konferenz in Singapur. Grund dafür ist, dass sie die Hamas auch als Risiko sehen, das die Stabilität in ihrem eigenen Land gefährden kann. Der Iran gehört zu den wichtigsten Unterstützern der Hamas. Sollte die Hamas den Gazakrieg überstehen, würde das den Iran stärken – und damit den Erzfeind Saudi-Arabiens. Ein Konflikt mit Israel und damit der westlichen Welt würde zudem der eigenen Wirtschaft schaden.

Beim Gipfel der arabischen Staaten in Riad steht der Iran mit seiner Unterstützung der Hamas mehr oder weniger alleine da.

Die USA hingegen wollen, dass Saudi-Arabien eine größere Rolle im Kampf gegen die Terrormiliz Hamas übernimmt. „Saudi-Arabien als moderater Partner Israels und der Vereinigten Staaten zu einem Frontstaat zu machen, könnte die Voraussetzung für eine dauerhafte palästinensische Lösung sein“, zitiert die Newsweek einen nicht namentlich bekannter Berater der US-Regierung. Ein weiterer Geheimdienstmitarbeiter bestätigt das gegenüber dem Magazin. „Riad möchte einen gemäßigteren politischen Akteur im Gazastreifen sehen.“

Türkei macht weiter eifrig Geschäfte mit Israel

Ankara – In der Türkei gibt es Diskussionen um Geschäfte mit Israel. In seinen Recherchen hat der türkische Exiljournalisten Metin Cihan herausgefunden, dass offenbar auch Ahmet Burak Erdogan, der Sohn des türkischen Präsidenten, Geschäfte mit Israel betreibt. Das Handelsschiff „Halit Yildirim“ der Reederei „Manta Denizcilik“ war in dem israelischen Hafen Ashdod gesichtet worden. Laut des Journalisten Metin Cihan, sei Erdogans Sohn an dem Unternehmen mitbeteiligt.

Opposition kritisiert Familien von Erdogan wegen Israel-Geschäften

Während die Familie des Präsidenten gegen den Exiljournalisten Strafanzeige wegen Verleumdung gestellt hat, gehen inzwischen auch Oppositionspolitiker davon aus, dass der Präsidentensohn Geschäfte mit Israel betreibt. „Während Präsident Erdogan Israel für die Bombardierung eines Krankenhauses (Anm. d. Redaktion: in Gaza) am 17. Oktober verurteilte, verlud Erdogans Unternehmen Fracht in einem israelischen Hafen“, empörte sich der Abgeordnete Hasan Bitmez von der Saadet Partisi in seiner Parlamentsrede.

Ähnlich äußert sich der Abgeordnete Erkan Bas in einer Pressekonferenz. „Während Erdogan Palästina verteidigt, für Palästina betet und Israel von der Tribüne aus verurteilt, läuft das Schiff seines Sohnes in einem israelischen Hafen ein“, so Bas. „Die AKP ist eine Bande, dessen Religion, Glaube und Moral einzig und allein das Geld ist.“

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Auch andere türkische Unternehmen in Israel-Geschäfte verwickelt

Auch andere türkische Geschäftsleute mit Verbindungen zur türkischen Regierung sollen Geschäfte mit Israel machen. Dazu zählt auch Erkam Yildirim, der Sohn des ehemaligen Ministerpräsidenten Binali Yildirim. „Ich bin der Nachricht nachgegangen und habe herausgefunden, dass die Schiffe von Binali Yıldırıms Sohn Erkam vom 16. Oktober bis zum 7. November ebenfalls in israelischen Häfen angelegt hatten, während Gaza bombardiert wurde“, schreibt Metin Cihan auf X.

Auch Sohn von Ex-Ministerpräsident offenbar in Israel-Geschäfte verwickelt

Dabei geht es um die Hazar S und Sun S, die für die Oraz Denizcilik fahren. Der Sohn des Ex-Ministerpräsident soll an dem Unternehmen beteiligt sein. „Die Off-Shore-Gesellschaft von Erkam Yıldırım auf Malta (achten sie auf die Unterschrift im ersten Dokument) weist Oras Denizcilik in der Türkei als Adresse und Vertreter aus (zweites Dokument)“, schreibt der Exiljournalist und postet Belege dazu.

In AKP-Zeit Handelsvolumen mit Israel mehr als verfünffacht

Seit dem die Regierungspartei AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan 2002 an der Macht ist, hat das Wirtschaftsvolumen zwischen beiden Staaten massiv zugenommen. „Im Jahr 2002, als die AKP an die Macht kam, beliefen sich die Exporte der Türkei nach Israel auf 861,4 Millionen Dollar und die Importe aus Israel auf 544,5 Millionen Dollar. Im Jahr 2022 stiegen die Ausfuhren auf 6,74 Mrd. $ und die Einfuhren auf 2,17 Mrd. $. Das Handelsvolumen stieg von 1,41 Mrd. $ auf 8,91 Mrd. $. Damit ist das Handelsvolumen in den letzten 20 Jahren um 532 Prozent gestiegen“, teilt der türkische Dienst von Euronews unter Berufung auf Regierungszahlen in Ankara mit. Die Geschäfte zwischen beiden Staaten seien aber seit dem Überfall der Terrormiliz Hamas auf Israel am 7. Oktober rückläufig.

Erdogan hatte nach dem 7. Oktober immer wieder Israel verbal attackiert. Israel sei ein Terrorstaat und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu der Schlächter von Gaza. Die Hamas sei dagegen eine Befreiungsgruppe, die lediglich ihr Land und Volk befreien wolle, hatte der türkische Präsident gesagt. Die Geschäftsbeziehungen zu Israel nicht abbrechen.

Türkei leidet unter massiven Wirtschaftsproblemen

Die Türkei hat derzeit mit massiven Wirtschaftsproblemen zu kämpfen. Neben einem Verfall der türkischen Währung hat das Land mit einer hohen Inflation zu kämpfen. Während das staatliche Statistikinstitut von 62 Prozent Inflation ausgeht, geht das unabhängige Wirtschaftsinstitut Ena Grup sogar von 129 Prozent. Ein Abbruch der Wirtschaftsbeziehungen würde die Wirtschaftsprobleme der Türkei nur verschärfen. (Erkan Pehlivan)

Rubriklistenbild: © dpa