USA beschließen neues Hilfspaket

Neue US-Waffe für die Ukraine könnte Putins „rote Linie“ überschreiten

  • Marius Gogolla
    VonMarius Gogolla
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Die USA haben der Ukraine am Montag weitere Unterstützung zugesagt. Eine der US-Waffen könnte in der Lage sein, Putins „rote Linie“ zu überqueren.

Kiew/Washington – Der US-amerikanische Verteidigungsminister Lloyd J. Austin hat der Ukraine bei einem unangekündigten Besuch in Kiew am Montag weitere Unterstützung zugesichert. Austin traf sich laut US-Verteidigungsministerium mit dem ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj und Verteidigungsminister Rustem Umjerow. In dem Paket enthalten sind Flugabwehrraketen, Artilleriegeschossen und Kälteschutz-Kleidung für den Krieg gegen Russland.

Außerdem soll mit dem 100-Millionen-Dollar-Hilfspaket das Mehrfachraketen-Artilleriesystem namens M142 HIMARS an die Ukraine geschickt werden. Das berichtete unter anderem das amerikanische Nachrichtenmagazin Newsweek.

Die USA haben der Ukraine bislang 38 HIMARS-Raketenwerfer geliefert. Weil bei dem jüngst zugesicherten Militärpaket nur ein HIMARS dabei ist, vermutet das ukrainische Medienportal Militarnyi eine besondere Modifikation – das neue HIMARS soll Langstreckenwaffen abfeuern können. Was zu einer Überschreitung der „roten Linie“ führen könnte, wie Russlands Präsident Wladimir Putin einst betonen ließ.

Ein HIMARS verschießt eine ATACMS-Rakete auf einem militärischen Testgelände. (Archivfoto)

Putin warnt den Westen vor der Überschreitung der „roten Linie“

Denn bereits im vergangenen Jahr hat die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Marija Sacharowa, eine entsprechende Warnung in Richtung Washington ausgesprochen. Wenn die USA Langstreckenraketen an die Ukraine liefern, würden sie „die rote Linie überschreiten und zu einer direkten Kriegspartei werden.“

Im September hatten die USA eine Lieferung von ballistischen Kurzstreckenraketen ATACMS (Army Tactical Missile Systems) an die Ukraine angekündigt. Daraufhin sagte Putin in einem Statement, dass dies „ein Fehler von großer, bislang noch unsichtbarer Natur“ sei und „die USA immer mehr persönlich in den Konflikt hineingezogen werden.“

Nach der Ankündigung der USA im Januar dieses Jahres, Ground Launched Small Diameter Bombs (GLSDB) zu liefern, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, dass die Waffen „extrem gefährlich“ seien und den „Konflikt auf ein ganz neues Level“ befördern würden.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Langstreckenwaffen könnten russische Gebiete erreichen

In der neuesten Waffenlieferung der USA an die Ukraine könnten laut Militarnyi unter anderem wieder GLSDB und ATACMS enthalten sein. Die GLSDB haben eine Reichweite von rund 150 Kilometern und könnten russische Gebiete treffen, ebenso wie ATACMS mit einer Reichweite von fast 300 Kilometern.

Seit Beginn des Ukraine-Krieges am 24. Februar 2022 haben die USA der Ukraine Hilfspakete in Höhe von 44,2 Milliarden US-Dollar (rund 40,6 Milliarden Euro) bereitgestellt. (mag)

Rubriklistenbild: © IMAGO / ZUMA Wire

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