Neue Attacke auf die Krim

„Sie werden in der Hölle brennen“: Medwedew wütet nach ATACMS-Angriff gegen die USA

Russlands Ex-Präsident Medewedew und Machthaber Wladimir Putin stoßen an.
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Der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew (l.) mit Kreml-Chef Wladimir Putin. (Archivbild)
  • Bedrettin Bölükbasi
    VonBedrettin Bölükbasi
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Angriffe im Ukraine-Krieg mit ATACMS gegen die Halbinsel Krim haben Putin-Freund Dmitri Medwedew zum Kochen gebracht. Erneut drohte er den USA.

Moskau – Die illegale Annexion der Halbinsel Krim im Jahr 2014 war für Russland und das Regime von Kreml-Chef Wladimir Putin ein großer Erfolg. Die Krim war schon immer ein fester Bestandteil der russischen Geschichte, heißt es immer wieder aus Regierungskreisen in Moskau und Putins Zirkel der Macht. In den vergangenen Monaten gerät die russische Kontrolle über die Halbinsel aber unter ständigen Druck. Im Zuge des Ukraine-Krieges ist Kiew entschlossen, der russischen Besatzung ein Ende zu setzen und die Krim zurückzuholen.

Nach dem jüngsten Angriff auf die Krim hat nun der ehemalige Präsident Russlands, Dmitri Medwedew, erneut zum verbalen Schlag gegen den Westen ausgeholt und den USA mit deutlichen Worten gedroht.

Ukraine attackiert Krim mit ATACMS-Raketen: Zwei Angriffe innerhalb weniger Stunden

Von den USA gelieferte HIMARS und ATACMS-Raketen sind für den militärischen Druck gegen Russland auf der Halbinsel Krim von entscheidender Bedeutung. Die Raketen erlauben es dem ukrainischen Militär im Ukraine-Krieg, Ziele aus der Ferne effektiv unter Beschuss zu nehmen. In der Nacht von Sonntag (23. Juni) auf Montag hat die Ukraine dort nun wieder die amerikanischen ATACMS-Raketen eingesetzt – und das zum zweiten Mal innerhalb weniger Stunden.

In der Hafenstadt Jewpatorija habe es mehrere Explosionen gegeben, berichtete die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform. Auch die Behörden der Hafenstadt Sewastopol gaben – im Gegensatz zu den Angriffen am Tag – Luftalarm. Mehrere Medien veröffentlichten Videos und Bilder von Bränden. Berichte aus dem Ukraine-Krieg über angeblich getroffene militärische Anlagen wurden allerdings bislang weder von der ukrainischen noch von der russischen Seiten bestätigt. 

Erst am Sonntag war die Hafenstadt Sewastopol mit Raketen vom Typ ATACMS angegriffen worden. Eine von der russischen Flugabwehr abgefangene Rakete explodierte über einem der Stadtstrände. Bei der Explosion wurden vier Menschen getötet, darunter zwei Kinder. Die Zahl der Verletzten stieg bis zum Abend offiziellen russischen Angaben zufolge auf 151.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Medwedew wütet wegen ATACMS-Angriffen im Ukraine-Krieg: „Die Bastarde aus den USA“

In Moskau war daraufhin von einem gezielten Terroranschlag die Rede. Das russische Verteidigungsministerium, das zunächst den Abschuss aller ukrainischen Raketen für sich in Anspruch genommen hatte und die Explosion am Strand mit der von der Flugabwehr herbeigeführten Kursänderung einer Rakete erklärte, widerrief diese Aussage später. Stattdessen seien nur vier der fünf Raketen abgefangen worden, die fünfte hätten die Ukrainer bewusst über dem Strand explodieren lassen. Das Militär in Moskau kündigte Vergeltung an.

Der ständige ukrainische Beschuss sorgte auch beim ehemaligen russischen Präsidenten und engen Putin-Verbündeten Dmitri Medwedew erneut für einen Wutausbruch. In einem Beitrag im Kurznachrichtendienst Telegram machte er die USA für den Angriff verantwortlich. „Die Bastarde aus den USA“ würden Kiew mit Streumunitionsraketen ausstatten und dabei helfen, diese Raketen auf bestimmte Ziele zu führen. Zudem schrieb er, „die Bastarde aus Kiew“ hätten bewusst den Strand als Ziel ausgewählt. „Beide werden in der Hölle brennen“, wütete Medwedew. Ähnlich wie das Ministerium in Moskau sprach auch Medwedew von einem „niederträchtigen Terroranschlag gegen unser Volk“.

Russlands Verteidigungsministerium macht USA für ATACMS-Angriffe im Ukraine-Krieg verantwortlich

In einer Erklärung zum ukrainischen Angriff betonte das Verteidigungsministerium in Moskau: „Die Verantwortung für den absichtlichen Raketenanschlag gegen Zivilisten in Sewastopol liegt vor allem bei Washington, der diese Waffen an die Ukraine geliefert hat, und dem Kiew-Regime, von dessen Territorium der Angriff gestartet wurde.“ Seit Anfang 2024 liefern die USA ATACMS-Raketen mit noch höherer Reichweite an die Ukraine. Außerdem werden Angriffe auf russische Grenzregionen gegenüber der ukrainischen Grenzregion Charkiw erlaubt. (bb/dpa)