Krieg in der Ukraine

Schwere Verluste für Russland: Jeden Tag mehr als 1000 Opfer im Ukraine-Krieg

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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  • Christian Stör
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Russland erleidet im Ukraine-Krieg weiter enorm hohe Verluste. Die Opferzahlen sind dramatisch. Kiew nennt aktuelle Daten. Ein Überblick.

Kiew – Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als zwei Jahren gegen eine russische Invasion. Der Ukraine-Krieg fordert dramatisch viele Opfer – auf beiden Seiten, auch unter der Zivilbevölkerung.

Russland hat seine Offensive im Osten und Nordosten der Ukraine mit schweren Angriffen fortgesetzt. Moskau meldet weitere Geländegewinne. Der Kreml hält sich allerdings bedeckt mit Angaben zu den eigenen Opfern in der „militärischen Spezialoperation“, wie der Krieg im offiziellen Sprachgebrauch von Russland genannt wird. Der Generalstab der ukrainischen Verteidigungstruppen hingegen veröffentlicht täglich Zahlen zu den Verlusten Russlands. Unabhängig prüfen lassen sich diese Angaben allerdings meist nicht. Zu den eigenen Opfern veröffentlicht die Ukraine keine aktuellen Daten.

Russland kämpft im Ukraine-Krieg mit schweren Verlusten. (Archivbild)

Russische Verluste im Ukraine-Krieg: Ein Überblick

In den vergangenen 24 Stunden sind nach Angaben der ukrainischen Behörden etwa 1270 russische Soldaten gefallen oder schwer verwundet worden. Die Zahl der Opfer beläuft sich somit seit Beginn der Invasion auf circa 518.560. Der Überblick über die Entwicklung der letzten Tage:

DatumVerluste innerhalb eines TagesVerluste seit Kriegsbeginn
9. Juni (So)1270518.560
8. Juni (Sa)1210517.290
7. Juni (Fr)1080516.080
6. Juni (Do)1300515.000
5. Juni (Mi)1280513.700
4. Juni (Di)1290512.420
3. Juni (Mo)1270511.130

Die Zahlen stammen von ukrainischen Behörden. Sie können aktuell nicht unabhängig überprüft werden.

Schwere Verluste im Ukraine-Krieg auch bei der Ausrüstung

Auch die Verluste des russischen Militärs an Fahrzeugen, Fluggeräten und Ausrüstungen im Krieg gegen die Ukraine sind hoch. Die folgende Liste ist ein Auszug aus den Zahlen, die das ukrainische Militär aktuell (Stand 9. Juni) meldet. Auch hier lassen sich die Angaben nicht unabhängig prüfen. In Klammern die Veränderungen zum Vortag.

  • Panzer: 7869 (+26)
  • Gepanzerte Fahrzeuge: 15.131 (+26)
  • Artilleriesysteme: 13.593 (+60)
  • Mehrfachraketenwerfer: 1097 (+2)
  • Luftabwehrsysteme: 836 (+2)
  • Drohnen: 10.982 (+37)
  • Tanklastzüge und andere Fahrzeuge: 18.562 (+78)

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Nato gibt Einschätzung zu Zahlen bekannt

Wie Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am 14. März 2024 in Brüssel mitteilte, gehen westliche Geheimdienste davon aus, dass die Zahl der getöteten oder verwundeten russischen Soldaten inzwischen die Marke von 350.000 überschritten hat. Das Land zahle einen sehr hohen Preis für marginale Geländegewinne, sagte er. Ukrainische Angriffe hätten zudem einen erheblichen Teil der russischen Schwarzmeerflotte versenkt oder außer Gefecht gesetzt, ergänzte Stoltenberg.

Krieg in der Ukraine

Über alle Entwicklungen aus dem Ukraine-Krieg und die Lage an der Front informieren wir aktuell in unserem News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Westliche Geheimdienste mit Einschätzungen zu russischen Verlusten im Ukraine-Krieg

Der Geheimdienst der USA hatte im März 2024 die Zahl der im Krieg getöteten oder schwer verletzten Soldaten mit rund 350.000 angegeben. Im April 2024 äußerte sich Großbritannien zu den Zahlen. Das britische Verteidigungsministerium ging zu diesem Zeitpunkt von etwa 450.000 russischen Soldaten aus, die im Ukraine-Krieg verwundet oder getötet wurden, darunter reguläre Soldaten sowie etwa 20.000 Mitglieder der Privatarmee Wagner.

Im Mai 2024 äußerte sich auch Frankreich zu dem Thema. Demnach schätzt Paris die militärischen Verluste Russlands auf 500.000, davon sollen 150.000 Tote sein. Der russische Dienst der BBC und Mediazona haben bisher die Namen von 54.185 toten Soldaten definitiv identifizieren können. (red)

Rubriklistenbild: © IMAGO/xOksanaStx

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