Iran liefert weniger Geräte

Russland baut riesige Waffenfabrik für Kamikaze-Drohnen

  • Christoph Gschoßmann
    VonChristoph Gschoßmann
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Russland greift die Ukraine immer wieder mit unbemannten Shahed-Drohnen an. Moskau will die Geräte bald selbst produzieren.

Kiew - Eine gigantische Waffenfabrik für Kamikaze-Drohnen: Russland hat angeblich mit dem Aufbau einer groß angelegten Produktionsanlage für unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs) vom Typ Shahed in einem Werk in der Stadt Alabuga in der vom Kreml kontrollierten Republik Tatarstan begonnen.

Diese Informationen legte Vadym Skibitskyi, ein Vertreter des Verteidigungsgeheimdienstes der Ukraine, während eines Interviews mit RBC-Ukraine offen. Skibitskyi gab bekannt, dass Shahed-Drohnen – die in Russland als Geran-2 bezeichnet werden – in einem Werk in Alabuga montiert werden. Für das Werk in Alabuga gebe es in Russland verwandte Unternehmen, die für die Lieferung von Komponenten für die UAVs verantwortlich sind.

Zuletzt lieferte der Iran angeblich kaum noch Drohnen an Russland

Laut Skibitskyi habe der ukrainische Militärgeheimdienst zuletzt keine nennenswerten Bewegungen von Shahed-Drohnen aus dem Iran nach Russland beobachtet. Er erklärte, der Iran habe bereits die ersten Verträge mit Russland über die Lieferung vormontierter Kamikaze-Drohnen erfüllt. Daher sei die derzeitige Anzahl der nach Russland importierten Drohnen wahrscheinlich auf kleine Mengen oder Komponenten für ihre Produktion beschränkt. Grund genug also für Russland, eine eigene Anlage zu bauen. Die Informationen sind allerdings nicht unabhängig überprüfbar.

Eine russische Kampfdrohne vom Typ Shahed 136 iranischer Bauart im ukrainischen Luftraum. (Archivbild)

Russland will im Ukraine-Krieg 200 Drohnen pro Monat produzieren

Laut Skibitsky schätze der ukrainische Militärgeheimdienst, dass Russland mindestens 200 Shahed-Drohnen pro Monat produzieren will. Der derzeitige Produktionsprozess umfasse hauptsächlich den Zusammenbau von Drohnen aus Komponenten, die vom Iran geliefert werden.

Drohnen werden im Krieg Russlands gegen die Ukraine weiterhin stark genutzt. Die russische Armee hat nach Angaben des ukrainischen Innenministers Ihor Klymenko beispielsweise am 1. November 2023 so viele ukrainische Städte und Ortschaften beschossen, wie seit Jahresbeginn nicht mehr. Die Russen hätten insgesamt 118 Ortschaften in zehn Regionen angegriffen, schrieb Klymenko auf Telegram. Dabei wurden Behördenangaben zufolge mindestens vier Menschen getötet und 14 weitere verletzt. Dabei wurden auch ebenjene Schahed-Drohnen genutzt: In der Zentralukraine traf eine Kamikaze-Drohne dieses Typs eine Raffinerie und verursachte einen Brand.

Wolodymyr Selenskyj – Vom Komödianten zum Symbol des Widerstands

Als am 24. Februar 2022 russische Truppen in die Ukraine einmarschierten, sah zunächst alles nach einem leichten Sieg Russlands aus. Doch daraus wurde nichts. Die Ukraine leistete vom ersten Tag an erbitterten Widerstand und wehrte sich mit vereinten Kräften gegen die Invasion. Das liegt auch an ihrem Präsidenten. Wolodymyr Selenskyj überraschte mit seinem Auftreten im Krieg von Beginn an die ganze Welt – vor allem den Aggressor aus Russland.
Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj kandidiert in der Ukraine
Wolodymyr Oleksandrowytsch Selenskyj wurde am 25. Januar 1978 als Sohn jüdischer Eltern in Krywyj Rih im Südosten der damals noch sowjetischen Ukraine geboren. Er schloss erfolgreich ein Jurastudium ab, war aber nie als Jurist tätig. Stattdessen gründete er zunächst eine Kabarettgruppe, die fünf Jahre lang von Moskau aus durch die Staaten der ehemaligen Sowjetunion tourte. Als Komiker und Schauspieler erlangte er große Popularität – in der Ukraine und in Russland.
Wolodymyr Selenskyj – Vom Komödianten zum Symbol des Widerstands

Seit mehr als 20 Monaten führt Russland führt einen Krieg gegen die Ukraine. Durch russische Drohnen-, Raketen- und Artillerieangriffe kommen immer wieder Zivilisten ums Leben. Im Krieg gibt es für Russland zwar hohe Verluste, doch Putins Drohnen-Piloten finden beim deutschen Leopard-Panzer angeblich immer öfter den Knackpunkt: der Leopard-2-Panzer wird demnach im Ukraine-Krieg zu leichter Beute (cgsc mit dpa).

Rubriklistenbild: © Efrem Lukatsky/AP/dpa

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