Verluste im Ukraine-Krieg

Russlands Verluste: Neue Details zu den Opferzahlen im Ukraine-Krieg

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Im Oktober steigen Russlands Verluste noch einmal gewaltig an. Auch Soldaten aus Nordkorea sind unter den Opfern im Ukraine-Krieg. Ein Überblick.

Kiew – Seit mehr als 990 Tagen tobt in Europa der Ukraine-Krieg. Der russische Präsident Wladimir Putin nimmt dabei extrem hohe Verluste in Kauf. So konnten das unabhängige russische Medienunternehmen Mediazona sowie der russische Dienst der BBC bisher die Namen von 77.143 getöteten russischen Soldaten verifizieren.

Das russische ferngesteuerte Minenleitsystem Zemledeliye feuert auf ukrainische Stellungen.

Russland erleidet im Ukraine-Krieg extrem hohe Verluste im Oktober

Besonders extrem fallen die Verluste für Russland offenbar im Oktober aus. Nach Angaben des britischen Generalstabschefs Tony Radakin hat Putins Armee in diesem Monat die schwersten Verluste seit Kriegsbeginn erlitten. Im Schnitt habe Russland pro Tag 1500 Tote oder Verwundete täglich zu beklagen, sagte Radakin in einem Interview der BBC. Die Geländegewinne fielen dagegen eher gering aus.

Radakin sprach von möglicherweise 700.000 Toten und Verwundeten auf russischer Seite bisher. Moskau und Kiew halten ihre eigenen tatsächlichen Verlustzahlen geheim, ebenso wie die Ukraine.

Dem ukrainischen Generalstab zufolge liegen die gesamten Verluste für Russland jeden Tag offenbar deutlich über der Marke von 1000. So sollen allein in den vergangenen 24 Stunden etwa 1640 russische Soldaten bei Kampfhandlungen getötet oder schwer verletzt worden sein. Die Gesamtzahl der Opfer steigt demnach auf knapp 720.880 Tote und verwundete Soldaten. Die Daten lassen sich unabhängig jedoch nicht überprüfen.

Die Verluste von Russland im Ukraine-Krieg in Zahlen

DatumVerluste am TagVerluste insgesamt
17. November (So)1640720.880
16. November (Sa)1650719.240
15. November (Fr)1520717.590
14. November (Do)1690716.070
13. November (Mi)1770714.380
12. November (Di)1950712.610
11. November (Mo)1770710.660

Auch bei der Ausrüstung muss Russland schwere Verluste im Ukraine-Krieg hinnehmen

Neben den Verlusten unter den Soldaten, werden auch zerstörte Panzer, Drohnen und andere Waffensysteme dokumentiert. Die Zahlen in der folgenden Liste werden ebenfalls von der ukrainischen Militärführung mitgeteilt (Stand 17. November). Diese Zahlen können ebenfalls nicht überprüft werden.

  • Panzer: 9350 (+12 zum Vortag)
  • Gepanzerte Fahrzeuge: 19.021 (+27)
  • Artilleriesysteme: 20.556 (+36) 
  • Mehrfach-Raketenwerfer: 1252
  • Luftverteidigungssysteme: 999
  • Drohnen: 18.974 (+60) 
  • Flugzeuge: 369
  • Hubschrauber: 329
  • Marschflugkörper: 2641
  • Kriegsschiffe und Boote: 28
  • U-Boote: 1
  • Fahrzeuge und Tanklaster: 29.321 (+85)
  • Spezialausrüstung: 3653 (+2)

Krieg in der Ukraine

Über alle Entwicklungen aus dem Ukraine-Krieg und die Lage an der Front informieren wir aktuell in unserem News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Auch Nordkorea erleidet offenbar bereits Verluste im Ukraine-Krieg

Auch Nordkorea stellt zur Unterstützung Russlands Tausende Soldaten im Ukraine-Krieg zur Verfügung. Inzwischen soll es bei Gefechten zwischen ukrainischen und nordkoreanischen Soldaten im russischen Grenzgebiet nach Angaben aus Kiew auch schon erste Opfer gegeben haben.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

„Ja, es gibt bereits Verluste. Das ist eine Tatsache“, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj am 7. November, ohne Details zu nennen. Seinen Worten nach sind einige von 11.000 nordkoreanischen Soldaten im russischen Grenzgebiet Kursk in Kämpfe mit der ukrainischen Armee verwickelt. (cs)

Rubriklistenbild: © Uncredited/dpa

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