Mit Beispiel

Mit einem Trick lässt sich die Rente auch im Alter noch aufstocken

Ein Senior zählt sein Geld.
+
Mit dem Eintritt in den Ruhestand beginnt für viele die Sorge, ob das Geld auch wirklich bis zum Lebensende reicht. (Symbolbild)
  • Lisa Mayerhofer
    VonLisa Mayerhofer
    schließen

Mit dem Eintritt in den Ruhestand beginnt für viele die Sorge, ob das Geld auch wirklich bis zum Lebensende reicht. Ein Experte hat einen Tipp, wie sich die Rentenzahlungen nochmal aufstocken lassen.

München - Vielen droht trotz jahrzehntelanger Erwerbstätigkeit im Alter nur eine magere Rente: So kommen Nach 45 Versicherungsjahren kommen Menschen in Deutschland im Schnitt auf eine Rente von 1.604 Euro brutto. Rund jeder Fünfte aus der Gruppe der besonders langjährig Versicherten erreicht allerdings keine 1.200 Euro.

Das zeigt eine Antwort der Bundesregierung an Sahra Wagenknecht, Chefin der nach ihr benannten Bundestagsgruppe BSW, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Bei rund 1,08 von 5,40 Millionen Altersrenten mit mindestens 45 Versicherungsjahren lag der Rentenzahlbetrag Ende vergangenen Jahres demnach unter 1.200 Euro im Monat. Bei den Versicherungsjahren werden neben Jahren der Beschäftigung, in denen Rentenbeiträge gezahlt werden, auch andere Lebensphasen wie Wehrdienst, Studium oder Zeiten der Kindererziehung angerechnet.

Rente lässt sich auch im Alter noch einmal erhöhen – diesen Trick gibt es

Für viele Menschen bedeutet das: Sie müssen privat vorsorgen, wenn sie ihren Lebensstandard im Ruhestand halten willen. Doch auch wenn man Geld beiseite legen konnte, bleibt die Sorge, ob das Ersparte dann auch bis zum Lebensende hält. Für diese Betroffenen hat ein Experte einen Trick verraten, wie sie ihre gesetzliche Rente auch im Ruhestand noch einmal aufstocken können.

Rentenberater Andreas Irion schlägt in der Wirtschaftswoche vor, zusätzliche Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung in Betracht zu ziehen. Dies geht nämlich auch, wenn man schon das reguläre Renteneintrittsalter erreicht hat – mit einem Kniff, wie der Experte erklärt: „Dafür muss nur aus der laufenden Vollrente – also einer Rente auf Basis von 100 Prozent der Rentenansprüche – eine Teilrente gemacht werden. Eine solche Umstellung ist jederzeit möglich.“

Rente aufstocken: So funktioniert die freiwillige Einzahlung

Konkret kann man dann die Rente von 100 auf 99 Prozent reduzieren – denn auch das ist auch schon eine Teilrente. Wer beispielsweise 1.000 Euro Rente bezieht, würde dann zehn Euro weniger erhalten, könnte aber freiwillige Beiträge zahlen. Die Höhe dieser Einzahlungen kann man selbst innerhalb bestimmter Grenzen festlegen. Für das vergangenen Jahr 2023 lag der Mindestbeitrag bei 100,07 Euro und der Höchstbeitrag bei 1.404,30 Euro im Monat, erklärt test.de.

Durch die Einzahlungen erhöht sich dann die Rente im Folgejahr – und zwar bis zum Lebensende. Das kann sich unter bestimmten Umständen lohnen.

Beispiel: Wer für 2023 den Höchstbetrag von 1404,30 Euro monatlich, also 16.851,60 Euro im Jahr, einzahlt, erhöht laut Wirtschaftswoche seine Bruttorente um etwa 78,50 Euro im Monat, also 942 Euro im Jahr. Ab 18 Jahren Rentenbezug würde sich diese Investition lohnen und man mehr herausbekommen, als man eingezahlt hat.

Freiwillige Renteneinzahlung und hohe Lebenserwartung

Natürlich muss man in diese Berechnungen viele weitere Faktoren mit einbeziehen, wie beispielsweise die individuelle Lebenserwartung, aber auch, ob man durch die Rentenerhöhung nicht auf einmal steuerpflichtig wird bzw. mehr Steuern zahlen muss. Es ist auf alle Fälle empfehlenswert, vorher genau durchzurechnen, ob sich dieser Weg im individuellen Fall lohnt.

Wer aber großen Wert auf Sicherheit legt und von einer hohen Lebenserwartung ausgeht, für den könnte sich dieser Trick lohnen. Immerhin lag die durchschnittliche Rentenbezugsdauer laut der Deutschen Rentenversicherung 2022 bei den Männern bei rund 18,8 Jahren, bei den Frauen bei rund 22,2 Jahren. Mit anderen Worten: Bei den Durchschnittswerten hätte sich die Einzahlung aus dem Beispiel gelohnt – vor allem für die Frauen. Das gilt natürlich immer für den Fall, dass die Abgaben dann auch nicht zu sehr steigen.

Und: Die Umstellung lässt sich jederzeit wieder rückgängig machen und man kann mit einem formlosen Antrag wieder in die volle Rente wechseln. Mit Material der dpa

Mehr zum Thema