„Gegen Kriegspolitik“
Rheinmetall baut Munitionsfabrik trotz Protesten – Scholz und Pistorius bei Spatenstich
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Rheinmetall nutzt den Ukraine-Krieg für Expansion: Ein neues Werk entsteht in der Lüneburger Heide. Doch der Bau stößt auf Widerstand.
Unterlüß – Der Rüstungskonzern Rheinmetall ist einer der wenigen Profiteure im Ukraine-Krieg. Angesichts des großen Munitionsbedarfs eröffnet der Rüstungskonzern ein neues Werk in der Lüneburger Heide.
Bundeskanzler Olaf Scholz und Verteidigungsminister Boris Pistorius (beide SPD) nehmen am Montag (12. Februar) am Start des Baus der Fabrik in Niedersachsen teil. Zum symbolischen ersten Spatenstich um 13 Uhr am Firmenstandort Unterlüß reist laut Bundesregierung auch Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen an.
Scholz und Pistorius bei Spatenstich für Rheinmetall-Fabrik – Demonstration geplant
Doch die neue Waffenfabrik stößt auch auf Kritik. Demonstrierende haben sich bereits am Morgen vor der geplanten Munitionsfabrik versammelt. Zahlreiche Menschen versuchten, Zufahrten in Unterlüß zu blockieren, Landwirte mit Treckern seien unterwegs, sagte ein Polizeisprecher. Zahlen zu Teilnehmern der Demonstrationen wollte er zunächst nicht nennen. Die Proteste seien friedlich: „Wir kommen gut durch.“
Die Friedensaktion Südheide wollte zudem mit einer Mahnwache mit etwa zehn Menschen friedlich demonstrieren – gegen „Rüstungs- und Kriegspolitik“, wie ein Sprecher sagte: „Wir erwarten von der Regierung, dass sie deeskalierend wirkt.“
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Rheinmetall plant wegen Ukraine-Krieg vermehrt Produktion von Artilleriemunition
Das Unternehmen will in der neuen Munitionsfabrik insbesondere die Produktion von 155-Millimeter-Artilleriegeschossen ausweiten. Unterlüß ist der größte Produktionsstandort des Rüstungskonzerns, neben Munition werden dort auch Militärfahrzeuge wie der Schützenpanzer Puma hergestellt.
Die Bundesregierung bewertete den Ausbau der Munitionsproduktion im Vorfeld als Signal für die fortgesetzte militärische Unterstützung der Ukraine durch Deutschland. In Zukunft will der Konzern demnach dort pro Jahr 200.000 Schuss Artilleriemunition sowie Sprengstoff und Raketenmotoren herstellen. Rheinmetall will in den niedersächsischen Standort rund 300 Millionen Euro investieren. (sot mit dpa/afp)
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