North Carolina

US-Wahl: Harris liegt laut Umfrage in Swing State vor Trump

Kamala Harris und Donald Trump.
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Kamala Harris liegt in North Carolina in den Umfragen knapp vor Donald Trump.
  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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North Carolina ist bei der US-Wahl ein wichtiger Faktor. Die Umfragen deuten auf eine unerwartete Wendung hin: Harris könnte hier Trump überholen.

Raleigh – Die US-Wahl im November wird in den Swing States entschieden. Auch North Carolina gehört 2024 zu diesen Schlüsselstaaten, in denen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Kamala Harris und Donald Trump zu erwarten ist. Doch wer hat derzeit eigentlich die besseren Karten? Die aktuellen Umfragen sehen die Demokratin jedenfalls hauchdünn vorne.

Die Zahlen fallen in der Tat denkbar knapp aus. Mitte August überraschte die New York Times mit ihren Daten, die sie zusammen mit dem Siena College erhoben hatte. Demnach lag Harris in North Carolina bei den registrierten Wahlberechtigten mit drei Punkten in Führung (49 zu 46 Prozent). Die Umfragen der NY Times gelten als sehr verlässlich.

Kamala Harris liegt in den Umfragen vor der US-Wahl in North Carolina vor Donald Trump

Eine Umfrage alleine ist aber stets mit Vorsicht zu genießen. Unterschiedliche Ergebnisse sind bei mehreren Erhebungen völlig normal. Deshalb ist es sinnvoll, sich den gewichteten Durchschnittswert der Umfragen anzuschauen. Hier zeigt sich nun, wie eng es in North Carolina zwischen Harris und Trump zugeht. Klar ist aber auch: Harris hat Trump inzwischen überholt (Stand: 25. August).

QuelleKamala Harris (in %)Donald Trump (in %)
270ToWin46,047,0
FiveThirtyEight45,845,6
RacetotheWH46,946,5
Silver Bulletin46,846,5
The Hill/DDHQ48,046,9

In vier Fällen liegt Harris hauchdünn vor Trump, nur einmal hat Trump die Nase vorne. North Carolina dürfte damit einer der am härtesten umkämpften Swing States bei der US-Wahl überhaupt gehören. Das ist auf den ersten Blick überraschend. Immerhin haben die Republikaner den Staat im Südosten der USA seit 1968 fast immer gewonnen. Nur Jimmy Carter (1976) und Barack Obama (2008) konnten die Siegesserie durchbrechen.

Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten rückt seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus.
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt.
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie kam aus Indien und lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. 
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“.
Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

2012 musste sich Obama dann seinem republikanischen Gegenspieler Mitt Romney geschlagen geben, ehe Trump zweimal hintereinander in North Carolina gewinnen konnte. Doch vor allem 2020 war es ungeheuer eng: Damals lag Trump nur mit 74.483 Stimmen vor Joe Biden. Insgesamt hatten etwa 5,5 Millionen Menschen ihre Stimme abgegeben. Für die Demokraten wären die 16 Wahlleute für das Electoral College jedenfalls Gold wert.

BundesstaatNorth Carolina
HauptstadtRaleigh
Bevölkerung10.439.390 (Zensus 2021)
Fläche139.389 km²
GouverneurRoy Cooper (Demokraten)

Umfragen zur US-Wahl sehen in North Carolina Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Trump und Harris

Unklar ist derzeit noch, wie sich der Rückzug des ehemaligen unabhängigen Präsidentschaftskandidaten Robert F. Kennedy Jr. aus dem Rennen ums Weiße Haus auswirken könnte. Sein Name werde in den Swing States vom Wahlzettel gestrichen, sagte der 70-Jährige am 23. August. Er werde seinen Namen in etwa zehn Staaten vom Wahlzettel nehmen, wo seine „Anwesenheit eine Störung darstellen würde“, erklärte Kennedy, der dort ab sofort Trump unterstützen wird.

„Unsere Umfragen haben durchweg gezeigt, dass ich – wenn ich in den Swing States auf dem Wahlzettel bleibe – den Wahlsieg höchstwahrscheinlich den Demokraten überlassen würde, mit denen ich in den meisten existenziellen Fragen nicht übereinstimme“, sagte Kennedy. Die Reaktion seiner Familie fiel entsprechend harsch aus.

Entscheidend für den Wahlausgang in North Carolina dürfte nun sein, wem die etwa sieben Prozent der unentschlossenen Wahlberechtigten ihre Stimme geben werden: Kamala Harris oder Donald Trump? Die nächsten Umfragen geben auf diese Frage vielleicht schon eine erste Antwort. (cs)