Präsident in Schwierigkeiten
US-Senator wirft hin – Bidens Mehrheit in Gefahr
VonStefan Kriegerschließen
Joe Manchin, demokratischer US-Senator, tritt 2024 nicht mehr an. Seine Entscheidung könnte die Majorität der Demokraten im Kongress gefährden.
Washington, DC – Joe Manchin macht den Republikanern ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk. Der einflussreiche demokratische Senator aus West Virginia hat am Donnerstag (9. November) angekündigt, dass er bei der US-Wahl 2024 nicht erneut antreten wird.
Mit seiner Entscheidung bringt Manchin die Mehrheit der Demoraten, der Partei von Präsident Joe Biden, in der Kongresskammer in Gefahr. West Virginia war bislang fest in den Händen der Demokraten. Die Republikaner wittern jetzt ihre Chance, den Sitz von Manchin im Kongress zu übernehmen, den er seit 2010 innehat.
Republikaner wollen Manchins Sitz übernehmen
Manchin hält gegenwärtig einen der zwei Senatssitze von West Virginia für eine zweite, sechsjährige Amtszeit inne. Der für seine Kohleindustrie bekannte Bundesstaat ist sonst fest in republikanischer Hand, etwa in Person von Gouverneur Jim Justice. Dieser hat bereits einen Wahlkampf eingeleitet, um Manchins Sitz zu übernehmen.
Die Demokraten verfügen im Senat aktuell nur über eine knappe Mehrheit von 51 zu 49 Sitzen. Die zweite Kammer, das Repräsentantenhaus, wird von den Republikanern gehalten. Dort stehen Anfang November 2024 alle Sitze zur Wahl, im Senat ein Drittel.
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Mit Manchins Rücktritt werden andere Senats-Abstimmungen für die Demokraten umso wichtiger, etwa in Montana oder Ohio, wo die Republikaner als Favoriten gelten, oder in Pennsylvania und Arizona, wo sehr enge Entscheidungen erwartet werden. Manchin selbst hatte seine jüngste Wahl 2018 mit einem Vorsprung von gerade mal 0,3 Prozentpunkten vor seinem republikanischen Rivalen gewonnen. Bei der damaligen Zwischenwahl hatten die Demokraten wegen der Reaktion auf die Präsidentschaft von Donald Trump besonders gut abgeschnitten.
West Virginia in der Hand der Republikaner
Manchin galt dabei als vergleichsweise moderater Vertreter eines zunehmenden konservativen Bundesstaates, in dem sich der Republikaner Trump dann 2020 bei der Präsidentenwahl mit 69 zu 30 Prozent gegen Biden durchsetzte. Manchin spielte eine Schlüsselrolle bei der Verabschiedung von Bidens Infrastrukturpaket mit einem Umfang von einer Billion Dollar. Der 76-Jährige hat angekündigt, nun das Land zu bereisen, „um zu sehen, ob Interesse an der Gründung einer Bewegung besteht, die die Mitte mobilisiert und die Amerikaner zusammenbringt.“
John Feehery, Wahlkampfstratege der Republikaner, erklärte gegenüber Newsweek, dass Manchin vielleicht befürchtete, die Herausforderer um seinen Senatssitz nicht schlagen zu können.
So wie es jetzt aussieht, gäbe es eine hohe Wahrscheinlichkeit „dass der Senat 50/50 sein wird. Das erhöht die Chancen für die Republikaner, den Senat zu gewinnen, auf etwa 85 Prozent“, so Feehery. „Das ist gut für Trump, sollte er die Wiederwahl gewinnen, und schlecht für Biden, sollte er Wahlsieger werden.“ (skr/rtr)
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