Wahlkampfveranstaltung am Abend

Entscheidung vor US-Wahl ist gefallen: Kamala Harris wählt Tim Walz als Vize

  • Felix Busjaeger
    VonFelix Busjaeger
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Die Entscheidung ist gefallen: Kamala Harris wird mit Tim Walz in den Wahlkampf der US-Wahl 2024 ziehen. Der Demokrat ist Gouverneur von Minnesota.

Washington, D.C. – Kamala Harris hat ihren Vizepräsidentschaftskandidaten bestimmt. Tim Walz wird ihr sogenannter „Running Mate“. Walz, ein ehemaliger Pädagoge, ist derzeit in seiner zweiten Amtszeit Gouverneur von Minnesota und Vorsitzender der Democratic Governors Association. Der US-Sender CNN und die Nachrichtenagentur AP meldeten die Entscheidung für den Gouverneur von Minnesota unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen. Inzwischen hat Harris die Entscheidung für Walz als ihren Vizekandidaten über die Plattform X und bei Instagram mit. Harris‘ Wahl war bis zuletzt offen – Walz galt als einer der Favoriten.

Der demokratische Vizepräsidentschaftskandidat Tim Walz.

Harris wählt wohl Vize: Tim Walz unterstützt Präsidentschaftskandidatin bei US-Wahl

Wie CNN weiter unter Berufung auf einen Korrespondenten schreibt, wurden als Grund für die Wahl von Harris Faktoren wie das „Wohlbefinden“ und Harris‘ Überzeugung, Walz wäre ein „guter Partner für die Regierung“, genannt. Möglicherweise spielen auch die sozialen Medien eine Rolle bei der Entscheidung: Walz stand bis vor wenigen Tagen auf keiner Liste der Top-Favoriten. Doch dank seiner unbekümmerten Art und seinen jüngsten Angriffen auf die Republikaner, die er als „weird“ (seltsam, schräg, durchgeknallt) bezeichnete, wurde er zu einer Online-Sensation.

Harris könnte nun versuchen, dieses Momentum für ihren Wahlkampf zur US-Wahl 2024 zu nutzen. Unklar bleibt, ob die Wahl von Walz der Präsidentschaftskandidatin bei den Abstimmungen in den sogenannten Swing States helfen wird. Minnesota galt in den bisherigen Umfragen nicht als besonders hart umkämpft.

Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten rückt seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus.
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt.
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie kam aus Indien und lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. 
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“.
Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Tim Walz wird Vize-Kandidat von Harris: Gouverneur von Minnesota trifft schweres Amt an

Tim Walz war vor seiner Zeit als Politiker viele Jahre Pädagoge. Seine Frau ist ebenfalls Lehrerin und hat an öffentlichen Schulen sowie in Gefängnissen unterrichtet. Die Reaktion auf Harris’ Wahl für das Amt des Vizekandidaten folgte bereits umgehend aus dem Trump-Lager: Wenige Minuten nach den ersten Berichten über Walz’ Vize-Rolle hat das Team von Donald Trump begonnen, den Gouverneur verbal zu attackieren.

Das Amt des Vizepräsidenten ist in den USA generell kein einfaches: Aufgabe des Stellvertreters ist es, die Politik des Präsidenten anzupreisen und zu vertreten, gleichzeitig eigene Akzente zu setzen, ohne aber dem Chef die Schau zu stehlen, keine Patzer zu machen, ohne aber selbst zu sehr zu glänzen. Harris selbst konnte auf dem Posten – als Vize des demokratischen Amtsinhabers Joe Biden – in den vergangenen dreieinhalb Jahren nicht punkten und blieb eher blass. Sie war als erste Frau und erste Schwarze in der US-Geschichte auf das Vizepräsidentenamt aufgerückt. (fbu/dpa)

Rubriklistenbild: © Matt Rourke/AP/dpa

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