Home-Office und Vier-Tage-Woche?

Trigema-Chef mit provokantem Statement: So denkt Wolfgang Grupp über Work-Life-Balance

  • Michaela Ebert
    VonMichaela Ebert
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Trigema-Chef Wolfgang Grupp sorgt mit seinen provokanten Aussagen immer wieder für Wirbel. Nun nimmt er Stellung zu Work-Life-Balance und Home-Office – seine Einstellung ist für viele wohl eher fragwürdig.

Es ist nicht das erste Mal, dass Wolfgang Grupp mit seinen Sprüchen für mächtig Aufregung sorgt. Der baden-württembergische Chef des Textil-Riesen Trigema eckt immer wieder mit seinen provokanten Aussagen an, wie zuletzt auch Anfang September. Dabei vertrat der mittlerweile 81-Jährige ein eher fragwürdiges Frauen- und Familienbild.

Wie echo24.de berichtete, sieht der Millionär Familien- und Einkommensplanung wohl eher aus einer traditionellen Perspektive. Für den Trigema-Chef seien Männer dabei zuständig für das Einkommen, Mütter für die Kinder. Ihn wundere es, „dass es heute so viele alleinerziehende Frauen gibt“.

Trigema-Chef Wolfgang Grupp über Home-Office: „Wenn einer zu Hause arbeiten kann, ist er unwichtig“

Dass der 81-jährige ein Unternehmer vom „alten Schlag“ ist, bekräftigt auch die Aussage, die er nun in einem Interview mit dem „Tagesspiegel“ äußerte. Demnach stößt der Trend zu einer selbstbestimmten Work-Life-Balance bei Grupp auf eher weniger Verständnis.

Trigema Inh. W. Grupp e.K.

Die Trigema ist ein Familienunternehmen, welches seit 1969 unter der Führung von Wolfgang Grupp steht. Der deutsche Bekleidungshersteller ist insbesondere für Sport- und Freizeitbekleidung „Made in Germany“ bekannt.

Sitz der Firma ist in Burladingen im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg. Der Firmenname TRIGEMA ist eine Zusammensetzung aus den Wörtern TRIkotwarenfabriken GEbrüder MAyer. Wolfgang Grupp ist der Urenkel des Mitbegründers Johann Mayer.

„Homeoffice gibt’s bei mir nicht. Wenn einer zu Hause arbeiten kann, ist er unwichtig“, erklärt Grupp gegenüber dem „Tagesspiegel“. Besonders seit dem Ende der Corona-Maßnahmen sei deshalb Schluss mit der Mobil-Arbeit. Er selbst sei immerhin auch „jeden Tag in der Firma“.

„Ich brauche meine leitenden Leute vor Ort, und zwar jeden Tag“

Wichtig sei die Präsenzarbeit vor allem für seine Beschäftigten mit leitender Funktion. „Ich brauche meine leitenden Leute vor Ort, und zwar jeden Tag. Das beschleunigt Entscheidungen. Ich entscheide schnell, bei mir bekommt jeder sofort eine Antwort.“ Allerdings sollte er wohl gerade bei Mitarbeitern in derartigen Positionen auf Argwohn stoßen. Denn auch Grupp musste wohl zuletzt feststellen: „Je mehr die Leute studiert haben, desto mehr Homeoffice wollen sie – aber bei mir könnten sie sich dann auch gleich arbeitslos melden, weil sowieso keiner merkt, ob sie arbeiten oder nicht.“

Von hochgradigen Uni-Abschlüssen hält der persönlich haftenden Unternehmer, der mittlerweile seit 54 Jahren im Amt ist, daher recht wenig – genauso wenig wie von anderen modernen Arbeitnehmerwünschen übrigens auch. „Wenn ich zu allem ‚ja’ sage, egal ob zur Vier-Tage-Woche oder zur Work-Life-Balance, darf ich mich nicht wundern, wenn immer mehr gefordert wird“, erklärt er aus Arbeitgeber-Perspektive.

Immer wieder eckt der Millionär und Unternehmer Wolfgang Grupp mit seinen Aussagen an. Diesmal spricht er sich gegen Home-Office aus.

Trigema-Chef Wolfgang Grupp geht auf TikTok viral – User sind begeistert

Vielleicht aber könnte Grupp seine Meinung in Zukunft noch ändern. Immerhin hatte er das auch schon mal getan: Noch 2010 skandierte er in einem Interview über die Nutzung von Social-Media-Plattformen: „Ich beschäftige mich damit nicht. Twitter ist für mich einfach nur dumm und die Menschen, die das nutzen, sind für mich Idioten“. Etwa 13 Jahre später scheint die Digitalisierung auch an dem 81-Jährigen Spuren hinterlassen zu haben: Der Trigema-Chef ging zuletzt auf TikTok viral – einige User finden sogar, er „sollte unser Bundeskanzler sein“, wie „Merkur.de“ berichtet.

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