Riskanter Augenschutz bei der Fahrt

Sonnenbrillen beim Autofahren: ADAC warnt – auf diese Modelle solltet ihr verzichten

  • Juliane Reyle
    VonJuliane Reyle
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Sonnenbrillen sind praktisch und stylisch zugleich, deshalb kommen sie beim Autofahren gerne zum Einsatz. Doch Vorsicht: Nicht jede Brille sollte getragen werden.

Sie entlasten das Auge, schützen vor Blendung und sehen auch noch lässig aus: Sonnenbrillen. Bereits Mitte des 18. Jahrhunderts, vor der Erfindung des Autos, wurden blau- oder grau getönte Augengläser getragen, die den heutigen Sonnenbrillen ähneln. Doch mit der Zeit kommen auch die Vorschriften und vor allem Erkenntnisse aus der Praxis. Hinter Sonnenbrillen steckt nämlich nicht nur ein schöner Sonnenschutz, sondern auch eine Gefahr – besonders im Straßenverkehr.

Sonnenbrille im Auto: Das ist verboten – auf Merkmale achten

Genauso wie für Autoaufkleber auf dem Pkw, die teilweise sogar verboten sind, gibt es Regeln für die Nutzung von Brillen im Auto. Wer also unbedacht mit dem Audi-Cabrio und einer stylishen Sonnenbrille durch die Gegend heizt, der muss nicht nur auf das Tempo achten, sondern auf die Art seiner Brille. Für das modische Accessoire gibt es nämlich einige Merkmale, die eingehalten werden müssen, erklärt der „ADAC“:

  • Sonnenbrillen dürfen nicht zur stark getönt sein: Sonnenbrillen mit einer Lichtdurchlässigkeit von 25 Prozent und weniger bzw. einem Tönungsgrad ab 75 Prozent und mehr sind laut „Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen“ nach Einbruch der Dunkelheit/Dämmerung nicht tauglich für den Straßenverkehr.
  • Die Farbe der Gläser spielt eine Rolle: Damit die Ampelfarbe oder Blaulicht nicht verfälscht werden, sollten nur braun oder grau getönte Gläser getragen werden, denn diese verfälschen die Farberscheinung am Geringsten.
  • Blendschutz darf nicht zu stark sein: Nicht geeignet für den Straßenverkehr sind laut Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen Sonnenbrillen mit der Blendschutzkategorie 4 (3 bis 8 Prozent Lichtdurchlässigkeit).
  • Gläser müssen entspiegelt sein, denn dann reduzieren sie Blendungen. Anders können die Augen sogar verletzt werden, denn durch die Tönung reagiert das Auge anders auf die Blendung.
  • Gesichtsfeld sollte durch die Brille nicht eingeschränkt werden: Das gilt sowohl für Sonnenbrillen, als auch für normale Brillen. Es empfiehlt sich, eine schmale Fassung zu wählen.

Generell sollte bei Fahrten in der Dämmerung oder gar bei Nacht keine Sonnenbrille getragen werden, da sie sonst aufgrund der Sichteinschränkung zu Unfällen führen können. Bei strahlendem Sonnenschein spricht allerdings nichts gegen eine Sonnenbrille, schließlich ist sie nicht nur ein Mode-Accessoire, sondern kann das Auge schützen und das Unfallrisiko bei Blendungen minimieren. Ebenso gegen Blendungen, wie Sonnenbrillen, helfen auch Autoscheiben-Tönungen, wie Folien: Doch Vorsicht – bei einigen droht ein Bußgeld.

Spezielle Sonder-Varianten von Brillengläsern bei Sonnenbrillen sind gefährlich

Sogenannte selbsttönende Brillengläser, auch „phototrope“ Gläser genannt, verfügen über lichtempfindliche Moleküle und passen sich den jeweils herrschenden Lichtverhältnissen an: Bei Sonnenlicht tönen sich die Gläser der Brille dann dunkel, während sie bei fehlender UV-Strahlung in ihren Ausgangszustand zurückkehren, erklärt „Brille24“.

Sonnenbrille im Auto für Brillenträger

Für Menschen, die beim Autofahren eine Brille vom Optiker benötigen, gilt: Wer sich dazu entscheidet eine Sonnenbrille beim Autofahren zu tragen, der muss darauf achten, dass diese ebenfalls die entsprechende Fehlsichtigkeit ausgleicht, also geschliffene Gläser hat.

Doch diese Gläser, die selbstständig heller und dunkler werden, stellen eine Gefahr dar. Denn auch, wenn es sich um Gläser der neueren Generation handelt, haben sie einen Nachteil, erklärt „ADAC“: „Die erheblichen Abdunkelungs- und vor allem Aufhellungszeiten von 30 Sekunden und mehr seien für Autofahrende nicht akzeptabel.“ Zum Beispiel, wenn bei strahlendem Sonnenschein draußen in einen dunklen Tunnel gefahren wird, dann sind 30 Sekunden bis zur Aufhellung einfach zu lange.

Doch generell benötigen die „phototrophen“ Gläser auch UV-Licht zum Abdunkeln und dieses wird meist bereits von der Windschutzscheibe absorbiert – es kann also sein, dass die Brille im Pkw einfach hell bleibt und nicht als Sonnenbrille funktioniert.

Eine Sonnenbrille kann bei Blendung helfen, doch es gibt noch weitere Tricks, um Verkehrsunfälle wegen tief stehender Sonne zu vermeiden

Rubriklistenbild: © IMAGO / YAY Images , IMAGO / Addictive Stock

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