Auf deutschen Straßen
Maut-Pflicht seit Juli ausgeweitet: Für Wohnmobil-Fahrer drohen Folgen
VonLisa Kleinschließen
Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen müssen künftig Mautgebühren in Deutschland zahlen. Doch es gibt Ausnahmen. Für Wohnmobil-Fahrer könnte die Mautpflicht ein Problem werden.
Mit dem neuen Monat kommen so einige Änderungen auf Verbraucher und auch Autofahrer zu. echo24.de fasste bereits zusammen, was im Juli 2024 alles neu ist. Vor allem für Autofahrer gibt es eine große Änderung: Blackboxen werden ab Juli Pflicht in Deutschland. Doch auch bei der Maut gibt es im deutschen Straßenverkehr neue Regeln: Die Mautpflicht wird ausgeweitet.
Mautpflicht ausgeweitet: Wer ab Juli auf deutschen Straßen zahlen muss
Zum 1. Juli gilt die Mautpflicht auch für kleinere Transporter mit mehr als 3,5 Tonnen, erklärt die „dpa“. Bisher greift sie ab 7,5 Tonnen. Ausgenommen von der Maut sind laut „ADAC“ Handwerkfahrzeuge unter 7,5 Tonnen. Von der Maut befreit sind „Shell“ zufolge auch E-Fahrzeuge.
Die Maut-Änderung kann auch Auswirkungen auf Wohnmobil-Fahrer haben, wie der „ADAC“ erklärt. Etwa 160.000 Wohnmobile über 3,5 und bis 7,5 Tonnen sind in Deutschland zugelassen. Der „ADAC“-Campingexperte Martin Zöllner erklärt, dass davon etliche Fahrer mit der Mautpflicht ab Juli konfrontiert sein könnten.
Mautpflicht wird im Juli ausgeweitet: Diese Ausnahmen und Sonderfälle gibt es
Generell gilt für Fahrzeuge, die dauerhaft mit einer „Wohneinrichtung“ ausgestattet sind und „die ausschließlich der Personenbeförderung und nicht dem Transport von Gütern dienen“, laut „ADAC“ keine Mautpflicht. Auch „Shell“ erklärt, dass Busse, Wohnwagen und Campingfahrzeuge generell von der Maut befreit sind. Das gelte laut „ADAC“ auch für Lkw mit Kofferaufbau, die zu einem Wohnmobil umgestaltet wurden.
Ein Sonderfall sind Wohnmobile über 3,5 Tonnen mit eigenem Ladebereich oder angekuppeltem Transportanhänger – hier „muss der Wohnbereich mindestens 50 Prozent der Nutzfläche betragen, um mautfrei zu bleiben“, erklärt der „ADAC“. Ansonsten wird künftig eine Mautgebühr fällig.
echo24.de erklärt, welche Regeln generell beim Fahren mit dem Wohnwagen gelten und was streng verboten ist.
Wohnmobile prinzipiell mautfrei – wann Fahrer Probleme durch die neue Pflicht bekommen könnten
Die meisten Wohnmobile sind laut „ADAC“ für Mautkontrollsysteme von außen eindeutig als solche erkennbar – und bleiben damit ohne bürokratischen Aufwand weiterhin mautfrei. Ein Problem: Nicht alle. Sind die Fahrzeuge von außen nicht eindeutig als Wohnmobil erkennbar, wird es komplizierter. Dazu kommt: Manche Wohnmobile sind als Lkw zugelassen, wodurch theoretisch eine Maut fällig wird.
Der „ADAC“ erklärt: „ Im Grunde kann auch ein Lkw von der Mautpflicht befreit bleiben, wenn er denn ausschließlich als Wohnmobil genutzt wird“. Das Problem: Die Beweislast gegenüber der Betreibergesellschaft Toll Collect GmbH liegt allerdings beim Halter – und das kann Nerven kosten.
Tipp für Wohnmobil-Fahrer: Fahrzeug bei „Toll Collect“ registrieren lassen
Doch was können Wohnmobil-Fahrer tun? Das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) empfiehlt „aus Praktikabilitätsgründen“, unter anderem zur Vorlage von Fahrzeugdokumenten bei Kontrollen sowie eine Zulassung als „Sonstiges Kfz Wohnmobil“ statt als Lkw.
Tipp für Wohmobil-Fahrer: Halter können laut „ADAC“ ihr Fahrzeug auch auf freiwilliger Basis vorab als Wohnmobil registrieren lassen bei „Toll Collect“. So lassen sich laut BALM „unnötige Ausleitungen, Kontrollen und Nacherhebungsbescheide weitestgehend vermeiden“. Die Registrierung gilt jedoch maximal für zwei Jahre – dann muss sie erneuert werden.
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