Hitze in Baden-Württemberg

Hund bei Hitze nicht im Auto lassen: Besitzer riskieren bis zu 25.000 Euro Strafe

  • Tobias Becker
    VonTobias Becker
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Auch im Sommer 2024 wird es in Baden-Württemberg heiß. Für viele Menschen und Tiere ist das ein Gesundheitsrisiko, vor allem im Auto auf Parkplätzen.

Heiße Sommertage bringen nicht nur Sonnenschein, sondern bergen auch Gefahren für die Gesundheit von Mensch und Tier. Klar ist, dass Eltern ihre Kinder nicht im Auto lassen sollten, auch nicht kurz. Aber was gilt für Hunde und was ist erlaubt?

Hund bei Hitze im Auto lassen: Hundehalter haben Pflicht gegenüber dem Tier

Hitze ist für alle gefährlich, sei es Mensch oder Tier, weshalb auch ausreichend Flüssigkeit zu sich genommen und in der prallen Mittagssonne kein Leistungssport betrieben werden soll. Wer kurz Einkaufen geht, sollte auf keinen Fall das kleine Kind oder betagte Menschen im Auto lassen – egal wie sehr die Parkplätze von Lidl, Aldi und anderen Discountern im Schatten sind. Leider passiert es dennoch immer wieder, wie auch mit der Hitzefalle für das kleine Kind in Hardheim vor einigen Jahren.

Für Hunde gilt dasselbe, wie die meisten Hundebesitzende wissen. Zumal diese dafür Sorge tragen müssen, dass die Gesundheit des Tieres gewährleistet ist. So steht es in Paragraf acht der Tierschutzhundeverordnung (TierSchHuV). Wörtlich heißt es darin: „Die Betreuungsperson hat für ausreichende Frischluft und angemessene Lufttemperaturen zu sorgen, wenn ein Hund ohne Aufsicht verbleibt; dies gilt insbesondere für den Aufenthalt in Fahrzeugen oder Wintergärten sowie sonstigen abgegrenzten Bereichen, in denen die Lufttemperatur schnell ansteigen kann.“

Heftige Strafe droht – Hund bei Hitze nicht im Auto lassen

Heißt: Wer sich nicht daran hält, verstößt gegen die Verordnung – und das kann teuer werden! Wie „bussgeldkatalog.org“ schreibt, drohen bis zu 25.000 Euro Strafe oder sogar Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren. Aber: „Da der Gesetzgeber das Zurücklassen von Tieren in Kraftfahrzeugen nicht generell untersagt, muss nicht zwangsläufig, wenn ein Hund im Auto gelassen wird, eine Strafe folgen.“

Schon bei 20 Grad Außentemperatur wird der Innenraum schnell erhitzt.

Handelt es sich um Tierquälerei folgt demnach oft die Anzeige. Das kann dann der Fall sein, „wenn der Hund einen langen Zeitraum gesundheitsgefährdender Hitze oder Kälte ausgesetzt ist“. Hitze, die am Wochenende nach Fronleichnam erstmals 2023 möglich ist, ist im Auto zudem nicht unbedingt erst bei 30 Grad Außentemperatur erreicht. Schon milde 20 Grad, die seit Wochen in Baden-Württemberg herrschen, können den Innenraum eines Autos schnell aufheizen, wie in der Tabelle zu sehen ist.

Hund bei Hitze im Auto in Lebensgefahr – wie kann ich helfen?

Für Hunde wird es ab circa 28 Grad schwierig, sich durch Hecheln abzukühlen, wie „vier-pfoten.de“ schreibt. Und: Auch das spaltweite Öffnen des Fensters hilft dem Hund im Auto bei Hitze nicht. So hat der ADAC laut „SWR“ fast keinen Unterschied bei der Innentemperatur festgestellt. Am Ende gilt nunmal: Bei Hitze keinen Mensch und kein Tier im Auto zurücklassen. Wenn dennoch mal ein Hund im Auto eingesperrt ist, stellt sich die Frage, ob man die Scheibe einschlagen darf, was echo24.de schon erklärt hat.

Doch es gibt einige Schritte, die befolgt werden können, um dem bei Hitze im Auto eingesperrten Tier zu helfen. So gilt auf einem Parkplatz zunächst schnell die Besitzer ausfindig zu machen. Sind er oder sie nicht auffindbar, sollte die Polizei oder Feuerwehr gerufen werden. Gibt es Anzeichen, dass es zeitlich zu knapp wird und der Hund sterben könnte, sollten andere Personen auf die Situation aufmerksam gemacht werden und ein Beweisfoto gemacht werden, bevor gehandelt wird, so der „SWR“.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa/Martin Schlecht/Imago, Collage echo24.de

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