Was geht von der Rente ab?
Steuern zahlen im Alter: Das wird bei 1.600 Euro Rente abgezogen
VonJulia Cuprakowaschließen
Der Ruhestand sollte eine Zeit der Entspannung sein, doch die Steuern auf Renten können einen Strich durch die Rechnung machen. Seit 2005 hat sich das Steuersystem für Rentner grundlegend geändert.
Auf den Ruhestand freuen sich viele, wenn nicht sogar die meisten Menschen in Deutschland. Endlich jeden Tag ausschlafen, entspannen und die Seele baumeln lassen. Also den wohlverdienten Ruhestand genießen nach all den langen und harten Arbeitsjahren voller Stress, Steuern und anderen Verpflichtungen. Wer in Gedanken schon in der Karibik die Sonne genießt, sollte jetzt weiterlesen.
Denn entgegen einer weit verbreiteten Meinung unterliegen Renten grundsätzlich der Einkommen- bzw. Lohnsteuer, wie die Deutsche Rentenversicherung berichtet. 2005 fiel der Startschuss für die sogenannte „nachgelagerte Besteuerung“. Das bedeutet, dass alles, was die Bürger für ihre Altersvorsorge aufwenden, zunehmend steuerfrei wird. Dafür werden die Renteneinkünfte später besteuert. Doch wie viel Steuern werden nun auf die Rente von 1.600 Euro fällig? Entscheidend sind der Rentenfreibetrag und Grundfreibetrag.
Rentner profitieren bis 2040 von Rentenfreibetrag und Grundfreibetrag
Um zu berechnen, wie viel Steuern Rentner bei einer Bruttorente von 1.600 Euro im Monat zahlen müssen, muss man zunächst wissen, welche Freibeträge gelten. So gibt es zum einen den steuerlichen Grundfreibetrag, der allen Steuerpflichtigen zusteht, und zusätzlich für Rentner den Rentenfreibetrag. Wie hoch dieser ist, muss individuell geprüft werden, da er vom Jahr des Renteneintritts abhängt. Bis 2040 soll er auf null sinken.
Wer danach in Rente geht, muss also die gesamte Rente versteuern. Wer vorher in Rente geht, profitiert noch vom Rentenfreibetrag und vom Grundfreibetrag. Aber auch nach 2040 muss die Rente nur dann versteuert werden, wenn sie den Grundfreibetrag übersteigt. Der steuerliche Grundfreibetrag steigt übrigens jedes Jahr leicht an. Für das Jahr 2023 beträgt er 10.908 Euro. Für 2022 wurde er nachträglich auf 10.347 Euro erhöht. Für Ehepaare gilt der doppelte Betrag.
Rente von 1.600 Euro – ein Rechenbeispiel
Doch was bedeutet das für eine Rente von 1.600 Euro im Monat? Ein Rechenbeispiel: Angenommen, ein Bürger geht im Jahr 2020 in Rente, ist ledig, nicht kirchlich gebunden, gesetzlich krankenversichert und wohnt in einer beliebigen Stadt in Deutschland. Dann hat der Rentner einen Rentenfreibetrag von 20 Prozent. Der Freibetrag sinkt jedes Jahr um einen Prozentpunkt: 2021 beträgt er 19 Prozent, 2022 18 Prozent und 2023 17 Prozent.
Im Rechenbeispiel sind also 80 Prozent der Rente steuerpflichtig. Erhält ein Rentner also eine Rente von 1.600 Euro im Monat, sind das 19.200 Euro im Jahr. 20 Prozent davon sind 3.840 Euro, die steuerfrei bleiben. Von den 19.200 Euro müssen also 15.360 Euro versteuert werden. Davon werden vor Steuern nur die gesetzlichen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen, insgesamt 10,95 Prozent.
Bemessungsgrundlage ist die volle Jahresrente von 19.200 Euro. Daraus ergibt sich eine jährliche Beitragssumme von 2.102 Euro, sodass der steuerpflichtige Rentenanteil auf 13.258 Euro sinkt. Dieser Betrag wird nun noch um den Werbungskosten-Pauschbetrag für Rentner von 102 Euro und den Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 Euro bereinigt, wie auch „infraken.de“ berichtet. Der zu versteuernde Anteil beträgt 13.120 Euro. Davon wird der Grundfreibetrag abgezogen. Dieser beträgt im Jahr 2020 9.408 Euro, sodass ein Betrag von 3.712 Euro versteuert werden muss.
Steuerpflichtiger Anteil der Rente steigt jährlich
Die Höhe der zu zahlenden Steuern kann der Einkommensteuer-Grundtabelle entnommen werden. Für das Jahr 2020 sind das 653 Euro gewesen. Aber: Je später man in Rente geht, desto geringer ist der Rentenfreibetrag und desto höher ist der zu versteuernde Rentenanteil.
Übrigens: Ab Juli 2024 werden die Renten erhöht. Doch auch nach der Rentenerhöhung im Sommer haben es Rentner nicht leicht. Denn Deutschland schneidet im internationalen Rentenvergleich ziemlich schlecht ab, wie echo24.de bereits berichtete.
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