Finanzieller Verlust durch Heirat
Weniger Rente wegen Ehe? Das sollten Paare vor der Hochzeit wissen
VonJuliane Reyleschließen
Viele Menschen beziehen im Alter eine Rente. Doch nicht jeder Pensionär hat genug zum Leben. Die Grundrente soll Sicherheit bieten. Doch im Falle von Heirat gibt es einen Haken.
In Deutschland leben Millionen Rentner mit weniger als 1.250 Euro im Monat, wie die Tagesschau berichtet. Um diesen Menschen zu helfen, wurde 2021 die Grundrente eingeführt. Doch eine Ehe kann sich auf die Grundrente negativ auswirken – manche bekommen im Alter nun weniger Rente, weil sie verheiratet sind. Für wen bedeutet eine Hochzeit, ein finanzieller Verlust im Alter und für wen einen Gewinn? Eine Tabelle zeigt, wer wie viel Rente bekommt.
Zusammensetzung der Grundrente: Einkommen von Ehepartner kann für Kürzung sorgen
Die Grundrente soll einkommensschwachen Rentnern einen würdigen Lebensabend ermöglichen. Rund 1,1 Millionen Menschen in Deutschland profitieren bereits davon, wie das „RND“ schreibt. Im Durchschnitt erhalten die betroffenen Rentner einen monatlichen Zuschlag von rund 86 Euro, wie „Merkur“ schreibt. Doch um Anspruch auf die Grundrente zu haben, müssen Arbeitnehmer mindestens 33 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben und ihre reguläre Rente muss unter dem Existenzminimum liegen. Die Höhe des Zuschlags wird individuell berechnet. Es gibt übrigens auch eine Höchstrente in Deutschland.
Die Rentenversicherung überprüft jedes Jahr die Einkommensverhältnisse der Rentner. Dies kann jedoch zu Problemen führen, insbesondere wenn Paare heiraten. In diesem Fall wird das Einkommen des Ehepartners nämlich auf die Grundrente angerechnet. Das kann dann zu Kürzungen bei denjenigen führen, die die Grundsicherung als Rente beziehen.
Grundrente beziehen: Dann gibt es weniger Geld für verheiratete Paare
Renten-Experten halten diese Anrechnung für verfassungs- und systemwidrig, wie „Merkur“ schreibt. Sie argumentieren, dass die gesetzliche Rente keine Anrechnung von Ehegatteneinkommen vorsehe. Dies führe zu einer Benachteiligung von Ehepaaren gegenüber unverheirateten Paaren. Bei unverheirateten Paaren wird das Einkommen des Partners nicht zum Einkommen dazuaddiert.
Verheiratete Paare sollten sich der Auswirkungen auf ihre Grundrente bewusst sein, wenn sie diese wichtige Lebensentscheidung treffen. Während die Grundrente vielen Rentnern mit niedrigem Einkommen zugutekommt, kann eine Heirat und die damit verbundene Einkommensanrechnung zu finanziellen Einbußen führen, wie „Merkur“ schreibt. Übrigens bekommen auch Menschen eine Rente, die nie gearbeitet haben. echo24.de berichtet: Nie gearbeitet? So viel Geld steht Rentnern aus der Grundsicherung zu.
Durch Ehe bei der Rente profitieren: Witwer, Versicherung, Steuerklasse
Die Ehe bringt aber nicht nur finanzielle Einbußen, sondern auch Sicherheit. Zum Beispiel beim Tod eines Ehepartners. Verheiratete Paare können bei Versterben eines Partners eine Witwen- oder Witwerrente beziehen. Diese zusätzliche Einkommensquelle kann dazu beitragen, den Lebensstandard im Alter zu halten, schreibt die „Deutsche Rentenversicherung“.
Verheiratete Paare können auch von bestimmten Vorteilen in der Sozialversicherung profitieren. Beispielsweise können sie gemeinsam eine Familienversicherung abschließen, die unter anderem die Kranken- und Pflegeversicherung umfasst, wie die „Verbraucherzentrale“ erklärt. Je nach Einkommen kann sich die Steuerklasse auch für verheiratete Rentner positiv verändern. Die Rente bleibt individuell, je nach Einzahlung, Land und Vorsorge. Je nach Einkommen kann sich die Steuerklasse auch für verheiratete Rentner positiv verändern. Die Rente bleibt individuell, je nach Einzahlung, Land und Vorsorge. Doch mit einem Trick lässt es sich doppelt so viel Rente abkassieren.
Rubriklistenbild: © IMAGO/Martin Wagner

