Anstieg von 1,7 auf 2,45 Prozent
Änderung bei Krankenkassen: Beiträge sollen steigen – weniger Netto ab 2025?
VonJulia Cuprakowaschließen
Die Zusatzbeiträge der Krankenkassen könnten ab 2025 deutlich steigen. Dies würde zu einer Änderung des Brutto-Lohns und zu einer deutlichen Verringerung des Netto-Einkommens führen.
Das Jahr 2025 soll einige Änderungen mit sich bringen, die finanzielle Auswirkungen haben könnten. So sollen Millionen Rentner ab 2025 mehr Geld bekommen, eine Steuerreform könnte für viele das Netto-Einkommen ändern. Last, but not least: Die Krankenkassen in Deutschland erwarten für das kommende Jahr einen deutlichen Anstieg der Beiträge. Das könnte dazu führen, dass viele Menschen in Deutschland am Monatsende weniger Geld auf dem Konto haben.
Änderung bei den Krankenkassen: Zusatzbeiträge sollen ab 2025 steigen
Der Blick auf den Gehaltszettel ist für die meisten Menschen in Deutschland eher ernüchternd. Denn mit Steuern und Sozialabgaben werden automatisch zwei große Posten vom Bruttogehalt abgezogen. Mit der Steuerreform könnte sich das für viele Arbeitnehmer ändern. Sie sollen dann mehr Geld auf dem Konto haben. Eine Tabelle von echo24.de zeigt, wer ab 2025 mehr Netto vom Brutto haben soll und wer nicht. Das Plus an Geld kann aber genauso schnell wieder verschwinden.
Denn nach einer Berechnung des Dachverbands der Betriebskrankenkassen (BKK) ist mit einem Anstieg des Krankenkassen-Zusatzbeitrags von 1,7 Prozent auf 2,45 Prozent zu rechnen, wie „t-online.de“ berichtet. Demnach soll der Zusatzbeitrag um 0,75 Prozent steigen. Grund sei unter anderem die geplante Krankenhausreform, die die gesetzlichen Krankenkassen zur Hälfte mitfinanzieren müssten. „Ohne Gegensteuern drohen 2024 und 2025 massive Beitragserhöhungen“, sagte BKK-Chefin Anne-Kathrin Klemm dem „Handelsblatt“. Denn die Kassen verfügten nicht mehr über ausreichende Finanzreserven.
Höhere Krankenkassenbeiträge ab 2025: So könnte sich der Brutto-Lohn ändern
Derzeit beträgt der allgemeine Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung 14,6 Prozent. Hinzu kommt der individuelle Zusatzbeitrag, den die Kassen selbst festlegen. Im Durchschnitt liegt er derzeit bei 1,7 Prozent – macht zusammen 16,3 Prozent, die sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen. Würde der Zusatzbeitrag ab 2025 steigen, kämen Erwerbstätige bereits auf eine Beitragsbelastung von 17,05 Prozent (14,6 Prozent + 2,45 Prozent), die zur Hälfte vom Bruttoeinkommen abgezogen würde.
Die Tabelle zeigt – diese Auswirkungen hätte eine Erhöhung der Zusatzbeiträge der Krankenkassen:
| Bruttoeinkommen\t | Beiträge 2024\t | Beiträge 2025 |
| 1000 Euro\t | 81,50 Euro\t | 85,25 Euro |
| 2000 Euro\t | 163 Euro\t | 170,50 Euro |
| 3000 Euro\t | 244,50 Euro\t | 255,75 Euro |
| 4000 Euro\t | 326 Euro\t | 341 Euro |
| 5000 Euro\t | 407,50 Euro\t | 426,25 Euro |
Wer sich jetzt schon Sorgen um sein Netto-Einkommen macht, kann sich vorerst entspannen. Denn ob es wirklich so kommt, ist noch offen. Über die genaue Höhe der Beitragsanpassung entscheiden die Kassen immer erst zum Jahreswechsel. Von der Beitragsänderung wären aber fast alle Arbeitnehmer in Deutschland betroffen. Ausnahmen bilden lediglich Selbstständige und Beamte, die nicht gesetzlich krankenversichert sind.
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