Ab April 2024
Legalisierung von Cannabis: Regeln und Strafen auf einen Blick
Cannabis und nichtsynthetisches THC sind nicht länger Betäubungsmittel laut BtMG. Welche Konsequenzen hat das? Ein detaillierter Einblick.
In Deutschland treten ab April dieses Jahres neue Gesetze in Kraft, die die rechtliche Einstufung von Cannabis und THC verändern. Diese Maßnahmen sollen die Strafen für den Besitz und Handel von Cannabis lockern, gleichzeitig aber auch schärfere Strafen für bestimmte Vergehen einführen. Ein detaillierter Blick auf die Gesetzesänderungen und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft und den Umgang mit Cannabis ist von großer Bedeutung.
Strafen im neuen Cannabisgesetz: Was ist erlaubt und was nicht?
Der Besitz von bis zu 25 Gramm Cannabis zu nicht-medizinischen Zwecken ist straffrei, unabhängig von THC-Gehalt und Herkunft. Ebenso ist der private Eigenanbau von bis zu drei weiblichen Cannabispflanzen zum Eigenkonsum erlaubt, erläutert das Bundesgesundheitsministerium. Wird sich an diese Regelung nicht gehalten, stehen Bußgelder und Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren auf dem Spiel. Übrigens: An einigen Orten ist das Kiffen trotz Legalisierung von Cannabis verboten.
Wer mehr als 25 Gramm besitzt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Gleiches gilt, wenn jemand über 50 Gramm getrocknetes Cannabis an seinem Wohnsitz besitzt. Das Bundesgesundheitsministerium erklärt: Wird die Grenze von 30 Gramm beziehungsweise 60 Gramm überschritten, machen sich Erwachsene und Jugendliche weiterhin strafbar. Bei einem mehrfachen Verstoß gegen die Mengen- und Jugendschutzvorgaben können Bußgelder, ein Zulassungsentzug oder auch Geld- und Freiheitsstrafen möglich sein, berichtet der Fokus.
Cannabis-Konsum: Diese Strafel drohen laut Gesetz
Das Bundesgesundheitsministerium führt aus, welche Strafrahmen im Cannabisgesetz für den Verkauf oder die Überlassung von Cannabis an Minderjährige angehoben wurden:
Der Mindeststrafrahmen für das Bestimmen eines Minderjährigen durch eine über 21-jährige Person zum Handeln, Einführen, Ausführen, Verkaufen, Weitergeben oder anderweitigen Verbreiten wird von einem auf zwei Jahre angehoben.
- Der Mindeststrafrahmen für die gewerbsmäßige Abgabe von Cannabis an Minderjährige durch über 21-jährige Personen wird auf zwei Jahre angehoben.
- Der Mindeststrafrahmen für bandenmäßigen Anbau, Herstellung, Handeltreiben, Einfuhr und Ausfuhr von Cannabis in nicht geringen Mengen wird auf zwei Jahre angehoben.
- Der Mindeststrafrahmen für Handeltreiben, Einfuhr, Ausfuhr und Sich-Verschaffen von Cannabis jeweils in nicht geringen Mengen mit Waffen oder gefährlichen Gegenständen wird auf zwei Jahre angehoben.
- Trotz der Lockerungen beim Besitz gelten schärfere Strafen für den Handel mit Cannabis, insbesondere wenn Minderjährige involviert sind. Die Anhebung der Mindeststrafrahmen für verschiedene Vergehen soll den Schutz von Jugendlichen und die öffentliche Sicherheit gewährleisten.
Jugend und Cannabis: Klare Regeln für Erwerb, Besitz und Anbau klar geregelt
Der Erwerb, Besitz und Anbau von Cannabis bleibt für Minderjährige weiterhin untersagt. Auch die Weitergabe von Cannabis an Kindern und Jugendlichen wird strafrechtlich verfolgt. Jugendliche sind den gleichen Strafen ausgesetzt wie Erwachsene, wenn sie gegen das Verbot verstoßen.
Im Falle eines Verstoßes gegen das Verbot soll die zuständige Polizei- und Ordnungsbehörde die Erziehungsberechtigten informieren. Bei schwerwiegenden Hinweisen auf eine Gefährdung des Wohls von Kindern oder Jugendlichen ist der örtliche Träger der öffentlichen Jugendhilfe ebenfalls zu benachrichtigen, um geeignete Frühinterventionsmaßnahmen zu ergreifen.
Anbauvereinigungen: Stützpfeiler der Cannabis-Legalisierung unter strenger Aufsicht
Anbauvereinigungen spielen eine wichtige Rolle bei der Legalisierung von Cannabis. Sie ermöglichen den gemeinschaftlichen Anbau und Konsum von Cannabis für nicht-gewerbliche Zwecke. Allerdings unterliegen sie strengen Vorschriften.
Verstöße gegen die Regeln für Anbauvereinigungen, wie beispielsweise unerlaubte Werbung oder Sponsoring, können zu weitreichenden Folgen führen, einschließlich des Widerrufs der Erlaubnis und strafrechtlicher Verfolgung. Das Bundesgesundheitsministerium betont, dass der Schutz von Jugendlichen und die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften oberste Priorität habe.
Maßnahmen und Durchsetzung: Zur Bekämpfung von Cannabis-Verstößen und ihren Konsequenzen
Die neuen Gesetze sehen auch Maßnahmen zur Bekämpfung von Verstößen und ihren Folgen vor. Dazu gehören etwa die Möglichkeit des Erlaubniswiderrufs für Anbauvereinigungen sowie die Einführung von Strafvorschriften für schwerwiegende Verstöße, insbesondere im Zusammenhang mit der Weitergabe von Cannabis an Minderjährige. Es gilt stets zu wissen worauf beim Kiffen zu achten ist.
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Die Durchsetzung der neuen Gesetze erfordert eine effektive Implementierung und Überwachung. Behörden und Strafverfolgungsbehörden werden verstärkt darauf achten, dass die neuen Regelungen eingehalten werden, um die Sicherheit und den Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten, so das Bundesgesundheitsministerium.
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