Wie funktioniert Ehegattensplitting?
Steuer-Vorteil wegen Ehe? Wer durch Heirat am meisten sparen kann
VonLisa Kleinschließen
Finanzielle Vorteile durch die Ehe gibt es – aber das „Ehegattensplitting“ lohnt sich nicht für alle. Wer am meisten profitiert.
„Ich heirate für den Steuer-Vorteil“ – den Satz hat bestimmt schon mal der ein oder andere gehört, vielleicht sogar selbst gesagt – oder zumindest mal gedacht. Aber wie groß ist der Vorteil wirklich? Heiraten, um Steuern zu sparen, geht – zumindest bei manchen, wie die „dpa“ schreibt. Denn bei einigen Ehepartnern rentiert sich das sogenannte „Ehegattensplitting“ nicht. Wer profitiert dadurch am meisten?
Steuervorteil durchs Heiraten kann enorm sein: So funktioniert das „Ehegattensplitting“
Wer frisch verheiratet ist, wird im Jahr der Eheschließung steuerlich automatisch zusammen mit dem Ehepartner veranlagt. Bedeutet: Es muss eine gemeinsame Steuererklärung abgegeben werden, sofern nichts anderes beim Finanzamt beantragt wird. Laut dem „Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe“ (VLH) spart das nicht nur Zeit, sondern regelmäßig auch Steuern.
Der Grund: Das umstrittene, aber nach wie vor angewandte Rechenverfahren namens „Ehegattensplitting“. Es funktioniert so: Das Einkommen der beiden Ehepartner wird zu einem gemeinsamen Haushaltseinkommen addiert. Anschließend wird der Betrag halbiert und die fällige Einkommensteuer für die Hälfte des Einkommens berechnet. Das Finanzamt tut also so, als hätte jeder der Partner genau gleich viel verdient. Die errechnete Einkommensteuer wird dann verdoppelt – das Ergebnis ist die Einkommensteuer, die das Paar ans Finanzamt zahlen muss.
Wie funktioniert das Ehegattensplitting? Rechnung zeigt, wie der Steuer-Vorteil funktioniert
Ein Rechenbeispiel schafft Klarheit: Die Ehefrau arbeitet in Vollzeit und verdient pro Jahr 60.000 Euro. Der Mann arbeitet in Teilzeit und verdient 15 .000 Euro. Lässt sich das Paar einzeln veranlagen, müsste sie für das Jahr 2024 14.680 Euro Steuern bezahlen, er 581 Euro. Die Gesamtbelastung läge also bei 15.261 Euro.
Lassen sich die Ehepartner zusammen veranlagen, liegt die steuerliche Bemessungsgrundlage bei 37.500 Euro (75.000 Euro geteilt durch zwei). Hierfür beträgt die Steuerlast 6.699 Euro. Mit zwei multipliziert ergibt sich für das Paar eine Gesamtbelastung von 13.398 Euro. Das sind insgesamt satte 1863 Euro weniger – pro Jahr!
Aber Achtung: Die Ehe bringt nicht nur einen Steuer-Vorteil, sondern kann auch zum Nachteil werden – und zwar bei der Rente. echo24.de erklärt, wem durch die Ehe weniger Rente droht – und was Paare vor der Heirat wissen sollten.
Finanzielle Vorteile durch die Ehe: Wann der Steuervorteil besonders hoch ist
Besonders groß ist der Steuervorteil laut „VLH“, wenn die Ehepartner stark unterschiedlich verdienen. Bei gleichem Einkommen ist der Vorteil dahin.
Ob sie sich gemeinsam oder einzeln veranlagen lassen möchten, legen Ehepaare übrigens allein mit einem Häkchen auf der ersten Seite der Steuererklärung, dem Hauptvordruck, fest. Dort können Ehepaare – und auch eingetragene Lebenspartner – entweder die „Zusammenveranlagung“ oder die „Einzelveranlagung von Ehegatten/Lebenspartnern“ auswählen.
Diese Entscheidung können Ehepartner übrigens Jahr für Jahr neu treffen. Künftig soll es jedoch eine Änderung bei der Steuer geben: Zwei Klassen sollen wegfallen.
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