Beiträge zur Krankenversicherung

Krankenkassen schlagen Alarm: Zusatzbeiträge steigen mehr als erwartet

  • Julia Cuprakowa
    VonJulia Cuprakowa
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Die Krankenkassenbeiträge sollen ab 2025 steigen. Die Krankenkassen befürchten eine stärkere Erhöhung als erwartet.

Das kommende Jahr hält viele Überraschungen bereit, und nicht alle sind positiv. So werden die Preise für Energie, Kfz-Versicherung und Co. steigen. Doch damit nicht genug: Auch die Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung sollen steigen, und zwar stärker als ursprünglich erwartet. Das befürchten die Krankenkassen und schlagen Alarm.

Krankenkassen warnen: Zusatzbeiträge könnten 2025 stärker steigen

Für viele gesetzlich Versicherte dürfte die Krankenversicherung im Jahr 2025 spürbar teurer werden. Der Grund: „Die meisten Krankenkassen haben keine Reserven mehr, um Beitragserhöhungen im nächsten Jahr zu vermeiden oder auch nur abzumildern“, sagte die Chefin des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen, Doris Pfeiffer, der „Augsburger Allgemeinen“. Wegen steigender Kosten wurde der durchschnittliche Zusatzbeitrag als Orientierungsmarke für die Kassen für 2025 auf 2,5 Prozent festgelegt – das sind 0,8 Prozentpunkte mehr als 2024.

Rechnerisch würde eine Erhöhung um 0,8 Prozentpunkte bei einem Einkommen von 3.000 Euro brutto im Monat 12 Euro weniger netto bedeuten – die anderen 12 Euro zahlt der Arbeitgeber. Es könnte aber noch teurer werden.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte in Berlin: „Es wird einige Krankenkassen geben, die noch mehr als 0,8 Beitragssatzpunkte anheben werden, auch um ihre Rücklagen aufzufüllen“. Er machte deutlich, dass ein „total ineffizientes“ System die Ursache für die Beitragserhöhungen sei, das nun aber mit Reformen zur Digitalisierung und bei den Krankenhäusern geändert werde.

Zusatzbeiträge steigen ab 2025 – Anstieg je nach Krankenkasse unterschiedlich hoch

Was die Versicherten sicherlich am meisten interessieren dürfte, ist die Frage, ob die Zusatzbeiträge bei allen Krankenkassen gleichermaßen steigen werden. Wie unter anderem die „dpa“ berichtet, legen die Kassen die konkrete Höhe des Zusatzbeitrags für ihre Versicherten individuell fest. Der Durchschnittswert dient dabei als Orientierung, die Kassen können je nach Finanzlage auch davon abweichen.

Die gesetzlichen Krankenkassen sehen sich für 2025 mit höheren Kosten konfrontiert.

Im Jahr 2024 liegt der durchschnittliche Zusatzbeitrag bei 1,7 Prozent. Der Gesamtbeitrag, den sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen, umfasst auch den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent des Bruttolohns, wie die „Tagesschau“ berichtet.

Wegen steigender Kosten: Was Versicherte jetzt beachten sollten

Doch was können Versicherte tun, wenn der Zusatzbeitrag ihrer Krankenkasse stärker steigt als erwartet und sie damit nicht einverstanden sind? Wenn die Zusatzbeiträge der Krankenkassen steigen, kann es sich lohnen, zu einer günstigeren Krankenkasse zu wechseln.

Dabei kann sich auch ein Vergleich zwischen bundesweiten und regionalen Kassen lohnen. Wohin sich ein Wechsel lohnt, hat echo24.de bereits in einer Tabelle zusammengefasst. Doch der günstigste Beitragssatz garantiert nicht automatisch die besten Leistungen. Worauf Versicherte besonders achten sollten, verrät echo24.de ebenfalls in einem weiteren Artikel.

Aber kann man einfach so die Kasse wechseln? Laut „Tagesschau“ sind die Versicherten während der Laufzeit des Wahltarifs an ihre Krankenkasse gebunden und können nicht einfach wechseln. Die Laufzeit eines Wahltarifs beträgt in der Regel zwischen einem und drei Jahren. Erhöht die Krankenkasse allerdings den Zusatzbeitrag, haben die Versicherten ein Sonderkündigungsrecht.

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