Greenwashing-Preis
„Goldener Geier 2023“ für dreiste Umweltlügen verliehen – Lidl unter den Top 3
Im Kampf gegen Greenwashing verleiht die Deutsche Umwelthilfe jedes Jahr den Schmäh-Preis „Goldener Geier“. Auch der Discounter Lidl gehört in diesem Jahr zu den Top drei.
Bereits zum fünften Mal hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) den Preis für die dreisteste Umweltlüge an Unternehmen verliehen. Der Schmäh-Preis „Goldener Geier“ soll zum gemeinsamen Kampf gegen Greenwashing beitragen: Verbraucher haben die Möglichkeit, Unternehmen, Produkte oder Dienstleistungen zu nominieren, die zwar Klima- oder Umweltfreundlichkeit versprechen, in Wahrheit aber der Umwelt schaden. Über den Sieger durfte etwa einen Monat online abgestimmt werden.
Mehr als 20.000 Menschen hatten laut der „DUH“ im Jahr 2023 an der Umfrage teilgenommen. Zur Auswahl standen die Werbekampagnen und Produkte von insgesamt fünf namhaften Unternehmen. Neben McDonald’s und Lidl konnte auch Konzerne wie Vattenvall, Costa Kreuzfahrten und Klima Kraftstoffe GmbH gewählt werden.
Greenwashing bei Lidl: Werbekampagne zur „Kreislauflasche“ landet auf Platz drei beim „Goldenen Geier“
Auch eine Werbekampagne des Discounter-Riesen Lidl stand bei der Nominierung zur Auswahl – und landet mit 24,39 Prozent der Stimmen auf Platz drei. Bei dem Konzern aus Bad Wimpfen (Landkreis Heilbronn) wurde besonders die sogenannte „Lidl-Kreislaufflasche“ kritisiert.
Bereits in der Vergangenheit hatte Lidl dafür immer wieder heftige Kritik geerntet. Denn einer Studie der „DUH“ zufolge täusche der Konzern damit einen geschlossenen 100-Prozent-Materialkreislauf vor, „der so nicht existiert.“ Lidl erwecke damit den Eindruck, „als wäre Einweg ganz grundsätzlich ökologisch und das ist nicht der Fall.“ Die DUH skandierte deshalb: „Lidls ‚Kreislaufflasche‘ verspricht das Blaue oder auch Grüne vom Himmel.“
„Königin der Umweltlügen“: Kreuzfahrtschiff auf Platz zwei beim „Goldenen Geier“2023
Knapp geschlagen wird der Wimpfener Konzern dabei nur von der Greenwashing-Kampagne eines Kreuzfahrtunternehmens. Dieses hatte das Kreuzfahrtschiff „Costa Smeralda“ als „Königin der Nachhaltigkeit“ angepriesen – weil es mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben wird. Allerdings werde LNG laut „DUH“ „ohne jegliche Fakten als ‚sauberster Brennstoff der Welt‘ betitelt wird.“ Die „Königin der Umweltlügen“ – wie die DUH sie betitelte – landete mit 24,71 Prozent der Stimmen auf dem zweiten Platz.
Der Goldene Geier
Ins Leben gerufen wurde der Goldene Geier als Schmäh-Preis von der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH). Erstmals wurde er im Jahr 2019 an Nestlé verliehen.
Mit dem Preis ruft die DUH zum gemeinsamen Kampf gegen Greenwashing auf. Unternehmen, Produkte oder Dienstleistungen, die zwar Klima- oder Umweltfreundlichkeit versprechen, in Wahrheit aber der Umwelt schaden, können von Verbrauchern zum Sieger gewählt werden.
Als klarer Sieger geht in diesem Jahr der Fast-Food-Konzern McDonald’s hervor, wie die „DUH“ am Montag mitteilte. Mit 26,88 Prozent der Stimmen entschied der Mega-Konzern das Rennen für sich. Laut der „DUH“ habe McDonald’s „in einer absurden Kampagne […] mit dem Slogan ‚I am beautiful‘ seinen eigenen Müll als Beitrag zum Ressourcenschutz“ beworben.
McDonald‘s als klarer Sieger beim „Goldenen Geier“ 2023: Recycling in der Kritik
McDonald‘s landete in der Kritik, weil benutzte Becher zu sogenannten Happy-Meal-Büchern recycelt werden sollten. Tatsächlich aber gehe laut „DUH“ lediglich ein Drittel der in den deutschen McDonald’s-Restaurants gesammelten Einweg-Becher in ein spezielles Recyclingverfahren.
Darüber hinaus bestehen die Happy-Meal-Bücher tatsächlich nur zu gerade mal 40 Prozent aus recyceltem Bechermaterial. Für die restlichen 60 Prozent verwende McDonald’s laut der „DUH“ neue Fasern, für die viele Bäume abgeholzt werden müssen. Noch dazu gebe es in ausländischen McDonald’s-Filialen bereits die deutlich bessere Mehrweg-Alternative.
Rubriklistenbild: © IMAGO / Deutsche Umwelthilfe / Lasse Ihlow / Collage: echo24.de