Rentenpaket II auf der Kippe
Zukunft der Rentenpolitik: Was bedeutet das Ampel-Aus für die Rente?
VonJulia Cuprakowaschließen
Das Scheitern der Ampel-Koalition wirft Fragen zur Zukunft der Rentenpolitik auf. Das zweite Rentenpaket wird voraussichtlich nicht mehr umgesetzt. Die Rentenerhöhung im Jahr 2025 bleibt jedoch bestehen.
Das zweite Rentenpaket der Ampel-Koalition hat seinerzeit für viel Kritik gesorgt und wohl auch zum Ende der Ampel beigetragen. Ziel des zweiten Rentenpakets war es, das Rentenniveau bei 48 Prozent festzuschreiben und Generationsvermögen aus Bundesmitteln am Aktienmarkt anzulegen. Was passiert nun nach dem Ampel-Aus mit den noch nicht beschlossenen Gesetzen? Sowohl Union als auch FDP wollen das Paket nicht mittragen. Was bedeutet das Scheitern der Regierung für die Rentnerinnen und Rentner?
Rentenpaket II auf der Kippe – Rentenversicherung wird weiterhin zuverlässig Renten zahlen
Die Deutsche Rentenversicherung hat auf einem jährlichen Presseseminar betont, dass die monatlichen Zahlungen nicht gefährdet seien. Man werde „zuverlässig die Renten zahlen und auch alle anderen Leistungen erbringen“, sagte Alexander Gunkel, alternierender Vorsitzender des Bundesvorstandes der Rentenversicherung und Arbeitgebervertreter.
Laut „rnd.de“ wird das zweite Rentenpaket voraussichtlich nicht mehr umgesetzt. Damit gilt die bisherige Rechtslage. Die sogenannte doppelte Haltelinie bleibt bestehen:
- Rentenniveau ist bis einschließlich 2025 noch bei 48 Prozent festgeschrieben
- Deckelung des Rentenbeitragssatzes bei 20 Prozent bis einschließlich 2025
Das Rentenniveau ist eine Rechengröße und beschreibt das Verhältnis der sogenannten Standardrente zum Durchschnittseinkommen. Vereinfacht gesagt zeigt das Rentenniveau, wie sich die Renten im Verhältnis zu den Löhnen entwickeln. Am Renteneintrittsalter wollten SPD und Grüne ohnehin nicht rütteln, auch wenn die FDP dafür offen gewesen wäre. Bis 2031 steigt das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre.
Trotz Ampel-Aus – Renten-Erhöhung 2025 sicher
Was sich jedoch nicht ändern soll, ist die geplante Renten-Erhöhung im Jahr 2025. Wie echo24.de bereits berichtete, soll die Altersrente um 3,5 Prozent steigen. Wie viel mehr Geld die Senioren dann bekommen, können sie einer Tabelle entnehmen. Endgültig wird die Erhöhung aber erst im Frühjahr feststehen. Anja Piel, Vorstandsvorsitzende des Rentenversicherung-Bundesvorstandes, betont, dass die Höhe der Anpassung „noch unsicher“ sei. Sie hänge unter anderem von der Lohnentwicklung ab.
Außerdem appellierte Piel von der Rentenversicherung an die nächste Bundesregierung, sich Gedanken über die Rentenpolitik in einer älter werdenden Gesellschaft zu machen. Eine offene Frage sei die Zukunft des Rentenniveaus, berichtet „rnd.de“ weiter. Die nächste Koalition muss bis Ende 2025 eine Reform auf den Weg bringen, wenn sie das Rentenniveau bei 48 Prozent halten will. Sollte das Rentenniveau unter 48 Prozent sinken, könnte das Armutsrisiko für Rentner steigen. Schon heute erhält mehr als die Hälfte der Rentner in Deutschland weniger als 1.100 Euro im Monat.
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