Jeder Zweite im Ruhestand betroffen

Schock-Statistik: Weniger als 1100 Euro – Millionen Deutschen droht Mini-Rente

  • Anni Gebhard
    VonAnni Gebhard
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Mehr als die Hälfte aller Rentner muss hierzulande mit weniger als 1100 Euro im Monat zurechtkommen. Doch wer ist von der Altersarmut besonders bedroht?

Über die Hälfte der Rentner in Deutschland schaffen es mit ihren monatlichen Bezügen aus der gesetzlichen Rentenversicherung nicht einmal über die Armutsgrenze. Für viele Kritiker ist das Rentensystem hierzulande ein wortwörtliches Armutszeugnis. Allein in Baden-Württemberg erhält, laut jüngster Zahlen, jede zweite Frau weniger als 800 Euro Rente im Monat. Deutschlandweit müssen mehr als die Hälfte aller Rentner mit weniger als 1100 Euro monatlicher Rente auskommen.

Schock für Rentner: Mehr als zehn Millionen bekommen weniger als 1100 Euro im Monat

Wer das Renteneintrittsalter erreicht und mindestens fünf Jahre gearbeitet hat, hat automatisch Anspruch auf die gesetzliche Rente. Während des Berufslebens sammeln Arbeitnehmer Rentenpunkte. Sie entscheiden, wie hoch die Rente ausfällt. Wie das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND) berichtet, erhalten 10,1 Millionen Menschen in Deutschland eine gesetzliche Altersrente von weniger als 1100 Euro pro Monat. Das entspricht einem Anteil von 54,3 Prozent aller Renten.

Die Zahlen gehen aus einer Antwort des Bundessozialministeriums auf Anfrage der Abgeordneten und Parteivorsitzenden Sahra Wagenknecht hervor. Gegenüber des „RND“ kritisierte Wagenknecht: Damit würde Deutschland „Millionen Menschen im Alter in die Armut entlassen“. Die deutsche Armutsgrenze liegt bei Einzelpersonen laut Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichem Institut bei 1148 Euro Netto im Monat. Somit bleibt mehr als die Hälfte der Ruheständler mit ihrer gesetzlichen Rente unter der Armutsgrenze.

Großteil aller Rentner bekommt weniger als 2000 Euro aus der gesetzlichen Rentenkasse

Damit nicht genug: Laut „RND“ liegt die überwiegende Mehrheit der gesetzlichen Renten in Deutschland derzeit unter 2000 Euro im Monat. Genauer gesagt treffe dies in rund 17,3 Millionen Fällen oder 93,1 Prozent aller Altersrenten zu. Zum Vergleich: der Großteil der Pensionäre, also ehemalige Beamte, bezieht zwischen 2000 und 3000 Euro Ruhegeld im Monat.

Neben gesetzlicher Rente: Viele Rentner setzten auf andere Arten der Altersvorsorge

Das Ministerium entgegnet der Kritik Wagenknechts, dass zu den gesetzlichen Renten oft weitere Alterseinkommen hinzukommen. „Aus einer niedrigen Altersrente in der gesetzlichen Rentenversicherung kann daher grundsätzlich nicht auf ein niedriges Alterseinkommen geschlossen werden“, schreibt BMAS-Staatssekretärin Kerstin Griese dem „RND“.

Neben der gesetzlichen Rente hübschen viele Ruheständler ihr Einkommen durch eine private oder betriebliche Altersvorsorge auf. Auch Mini- und Nebenjobs sind bei Rentnern beliebt. Und das kann sich lohnen: Mit einem geheimen Trick können Ruheständler Gehalt und Rente doppelt kassieren.

Rubriklistenbild: © IMAGO/ Lobeca/ RH/ Wolfgang Maria Weber/ Fotocollage: echo24.de