Bundeshaushaltsplan 2025

Mehr Geld für Senioren: Was sich ab 2025 durch die Rentenaufschubsprämie ändert

  • Adrian Kilb
    VonAdrian Kilb
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  • Julia Cuprakowa
    Julia Cuprakowa
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Die Regierung setzt im Haushalt 2025 auf Anreize für längeres Arbeiten, unter anderem mit der Rentenaufschubprämie. Was diese konkret für Senioren bedeutet.

Der Bundeshaushalt 2025 ist beschlossen. Nach vielen Verhandlungen und teilweise auch Streit hat sich die Bundesregierung auf zahlreiche Änderungen geeinigt. Neben strengeren Regeln für das Bürgergeld, der Abschaffung der Steuerklassen, hält die sogenannte Wachstumsinitiative auch Neuerungen für Rentner bereit. Zusammengefasst lässt sich die Änderung als „Arbeit statt Rente“ beschreiben.

Die Pläne sollen als Bundestagsantrag der Ampelfraktionen in die parlamentarischen Beratungen eingebracht werden. Kern der entsprechenden Regierungspläne ist eine neue Prämie. Doch was bedeutet diese konkret?

Änderungen für Rentner ab 2025 – Bundesregierung plant Anreize für längeres Arbeiten

Angesichts von Fachkräftemangel und Altersarmut wird in Deutschland immer wieder über ein höheres Renteneintrittsalter diskutiert. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist die Rente in Deutschland ohnehin eher „schlecht“, wie echo24.de bereits berichtete. Das führt dazu, dass Senioren auch nach der Rente noch arbeiten müssen. Mit den geplanten Änderungen könnte sich das in Zukunft aber mehr lohnen. Der Grund: Statt auf den Zwang zum längeren Arbeiten setzt die Bundesregierung auf Anreize.

Die Bundesregierung macht in ihrem Plan für mehr Wirtschaftswachstum gleich zwei Angebote für Rentner:

  • Senioren, die neben der Rente weiterarbeiten und nicht mehr in die Rentenversicherung einzahlen, sollen die weiterlaufenden Arbeitgeberbeiträge direkt ausbezahlt bekommen. Gleiches gilt für die Arbeitgeberbeiträge zur Arbeitslosenversicherung. Damit bliebe deutlich mehr Netto vom Hinzuverdienst.
  • Senioren, die über die Regelaltersgrenze hinaus weiterarbeiten, ohne die Rente in Anspruch zu nehmen, erhalten später eine Einmalzahlung in Höhe aller entgangenen Monatsrenten – zuzüglich der Krankenversicherungsbeiträge, die die Rentenversicherung auf die nicht in Anspruch genommene Rente hätte zahlen müssen. Dies wird als Rentenaufschubprämie bezeichnet. Die Prämie soll bis zu drei Jahre angespart werden dürfen und zum Start in den Ruhestand ausgezahlt werden. 

Ob diese Änderungen für die Rentner tatsächlich kommen, wird sich im November entscheiden. Denn der „beschlossene Haushaltsentwurf“ muss noch vom Bundestag verabschiedet werden, heißt es auf „tagesschau.de“.

Renten-Änderung geplant – so kann die Rente schon jetzt aufgebessert werden

Derzeit können Senioren ihre Rente beispielsweise durch die Anrechnung von Kindererziehungszeiten aufbessern oder sich mit den regulären Rentenerhöhungen begnügen. Zuletzt gibt es seit Juli mehr Geld für alle Rentner, die eine Altersrente beziehen, und auch für Menschen, die eine Erwerbsminderungsrente erhalten. Wer wie viel mehr Geld auf dem Konto hat, kann in einer Tabelle auf echo24.de nachgelesen werden.

Viele fürchten sich, bis ins hohe Alter arbeiten zu müssen, um Anspruch auf eine angemessene Rente zu haben.

Einen Bonus gibt es aber auch für Senioren, die über das Renteneintrittsalter hinaus arbeiten. Wer seinen Rentenbeginn aufschiebt und weiterarbeitet, erhält laut Deutscher Rentenversicherung für jeden Monat des späteren Rentenbeginns einen Zuschlag von 0,5 Prozent.

Bei einem um ein Jahr hinausgeschobenen Rentenbeginn erhöht sich die Altersrente so bereits um sechs Prozent. Zusätzlich erhöht sich die Rente um die weiter gezahlten Beiträge. Die Arbeitgeber sollen ihre Beiträge zur Arbeitslosen- und Rentenversicherung an die Betroffenen aber künftig auszahlen können, was deren Rente zusätzlich erhöht. 

Geplante Einmalzahlung besser als Renten-Zuschlag? Senioren könnten Steuern sparen

Allerdings könnte die Einmalzahlung für viele Rentner in Deutschland attraktiver klingen. Denn der Zuschlag zum Rentenaufschub soll gleich zu Beginn des aufgeschobenen Ruhestands ausgezahlt werden, und zwar „abgabenfrei“, wie auch „T-Online“ berichtet. „Abgabenfrei“ bedeutet hier, dass weder Sozialversicherungsbeiträge noch Steuern auf die Prämie anfallen.

Nach Berechnungen von „Finanztip“ würde ein Durchschnittsverdiener, der rund 45.000 Euro brutto im Jahr verdient, auf einen Schlag 47.000 Euro erhalten, wenn er statt 2024 erst 2026 in Rente geht. Denselben Betrag bekäme der Senior auch über zwei Jahre verteilt, wenn er ganz normal in Rente ginge. Allerdings würden davon noch Sozialabgaben und Steuern abgehen. Denn die Rente muss versteuert werden. Und der steuerpflichtige Anteil steigt mit den Jahren.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Zoonar/Westend61/ Fotocollage: echo24.de

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