Vorzeitiger Ruhestand
Früher in Rente durch chronische Krankheiten – das sollten Betroffene wissen
VonJulia Cuprakowaschließen
Ein vorzeitiger Ruhestand ohne finanzielle Einbußen ist für chronisch Kranke möglich. Nicht jeder kennt diese Möglichkeit. Der Schwerbehindertenausweis kann der Schlüssel sein.
Die einen sehnen den Ruhestand herbei und können es kaum erwarten, ihn vielleicht sogar unter Palmen im Ausland zu genießen. Andere ziehen es vor, den Ruhestand hinauszuzögern und länger zu arbeiten, als sie eigentlich müssten. Aber egal wann, irgendwann kommt für jeden der Zeitpunkt für die Rente.
Am besten ist es natürlich, wenn man möglichst früh und ohne Abschläge in Rente gehen kann. Doch nicht jeder will und kann sich diesen finanziellen Nachteil leisten. Aber wie so oft im Leben bestätigen Ausnahmen die Regel. Auch ohne Abschläge kann man früher in Rente gehen. Und zwar dann, wenn man gesundheitliche Einschränkungen nachweisen kann.
Früher in Rente durch chronische Krankheiten – das müssen Betroffene wissen
Bestimmte Berufsgruppen, zu denen zum Beispiel der Bergbau gehört, können früher und ohne Abzüge in Rente gehen, wie echo24.de bereits berichtete. Auch durch eine Kündigung können Bürger unter bestimmten Voraussetzungen bereits mit 61 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand gehen.
Eine weitere Möglichkeit, früher in Rente zu gehen, haben Selbstständige. Sie können sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Neben den genannten Möglichkeiten gibt es noch einen weiteren – wenn auch weniger schönen – Grund, früher in Rente zu gehen. Wegen chronischer Krankheiten kann man früher aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Doch welche Krankheiten sind das und was versteht man unter chronisch?
Früher in Rente mit chronischem Leiden: Viele Krankheiten werden als Behinderung anerkannt
Viele Menschen in Deutschland sind chronisch krank. Nach Angaben der „Stiftung Gesundheitswissen“ sind rund 40 Prozent der Bevölkerung betroffen. Eine genauere Definition chronischer Krankheiten hat der Gemeinsame Bundesausschuss von Kassen und Ärzten festgelegt. Danach gilt als chronisch krank, wer mindestens einmal im Quartal wegen derselben Krankheit ärztlich behandelt wird.
Was viele Betroffene nicht wissen: Viele chronische Krankheiten werden als Behinderung anerkannt. Dies ermöglicht es den Erkrankten, ohne Abschläge früher in Rente zu gehen und Entlastungen in Anspruch zu nehmen. Dies ist insbesondere für erkrankte Arbeitnehmer relevant, die aufgrund ihrer gesundheitlichen Belastung nicht bis zum regulären Renteneintritt arbeiten können.
Mit Schwerbehindertenausweis früher in Rente gehen
Wer ganz oder teilweise nicht mehr erwerbstätig sein kann, hat Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente. Diese ist aber oft niedriger als die Rente, auf die man unter normalen Umständen Anspruch hätte. Wie können chronisch kranke Menschen also früher und ohne Abschläge in Rente gehen? In vielen Fällen besteht die Möglichkeit, einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen. Damit können Betroffene früher ihren Ruhestand antreten, wie auch „bildderfrau.de“ berichtet. Zu den chronischen Krankheiten gehören zum Beispiel:
- Krebs
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Diabetes mellitus
- Asthma
- Rheuma
- Rückenleiden
- Multiple Sklerose
- Migräne
- Angststörungen
- Depressionen
Rubriklistenbild: © dpa / imago / Collage: echo24.de
