Herausforderungen der Automobilbranche

Rund 1.200 Stellen betroffen: Bosch plant Stellenabbau – auch in Abstatt

  • Julia Cuprakowa
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Der Automobilzulieferer Bosch will weitere rund 1.200 Stellen streichen. In Deutschland könnten 950 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren – auch der Standort Abstatt ist betroffen.

Der Autozulieferer Bosch erwägt einen massiven Stellenabbau im Bereich Autoelektronik und Software. Der mögliche Personalabbau belaufe sich nach derzeitigem Stand bis Ende 2026 weltweit auf insgesamt rund 1.200 Stellen, sagte eine Bosch-Sprecherin am Donnerstag. Auch der Entwicklungsstandort in Abstatt bleibt nicht verschont, wie die „Heilbronner Stimme“ berichtet.

In Deutschland könnte der Stellenabbau bis zu 950 Beschäftigte treffen. Die Mitarbeiter seien am Mittwoch (17. Januar) über die Pläne informiert worden. Im nächsten Schritt wolle das Unternehmen Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern aufnehmen. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ berichtet.

Massiver Stellenabbau bei Bosch bis Ende 2026: Konzern strebt sozialverträgliche Lösungen“ an

Die Pläne betreffen demnach den Geschäftsbereich Cross-Domain Computing Solutions, der unter anderem für Bordcomputer, Sensoren und Steuergeräte sowie die dazugehörige Software zuständig ist. Hier werden unter anderem Assistenzsysteme, Lösungen für automatisiertes Fahren und Infotainmentsysteme entwickelt. Allein in Abstatt seien etwa 1.700 Beschäftigte in diesem sogenannten Geschäftsbereich XC angesiedelt. Auch hier müsse mit einem Stellenabbau gerechnet werden. Welche Standorte darüber hinaus betroffen sind, weiß die „Heilbronner Stimme“ exklusiv.

Der Bereich stehe vor deutlich größeren Herausforderungen als erwartet, so die Sprecherin. Wie andere Unternehmen auch müsse man daher die schwierige Balance zwischen Investitionen und Kostendisziplin halten.

Erst im Dezember 2023 hatte Bosch angekündigt, in der Antriebssparte bis zu 1.500 Stellen abbauen zu wollen. In beiden Fällen strebe der Konzern sozialverträgliche Lösungen an. Man stehe zu dem mit den Arbeitnehmervertretern geschlossenen Zukunftsvertrag, sagte die Sprecherin. Die Vereinbarung vom vergangenen Sommer schließt betriebsbedingte Kündigungen für die rund 80.000 Beschäftigten der Zuliefersparte in Deutschland bis Ende 2027 aus, wie die „Deutsche Presse-Agentur“ berichtet.

Auch bei Audi und Porsche – Hunderte Mitarbeiter müssen sich neue Jobs suchen

Die Beschäftigten bei Bosch sind nicht die einzigen, die sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen müssen. Wie echo24.de bereits berichtete, baut auch das Audi-Werk in Neckarsulm Stellen ab. Und auch Porsche will rund 600 befristete Arbeitsverträge auslaufen lassen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Arnulf Hettrich

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