US-Wahl 2024

Umfrage zur US-Wahl: Harris liegt deutlich vor Trump

  • Babett Gumbrecht
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Es handelt sich um den umfangreichsten Vorsprung eines demokratischen Präsidentschaftsbewerbers seit beinahe einem Jahr: Harris führt mit vier Prozentpunkten vor Trump.

Washington, D.C. – Der Blitzwahlkampf läuft auf Hochtouren: In weniger als 100 Tagen wird sich entscheiden, wer das neue Staatsoberhaupt der USA wird. Aktuell zieht die mögliche Präsidentschaftskandidatin der Demokraten und Vizepräsidentin Kamala Harris an Kontrahent Donald Trump (Republikaner) vorbei. Die neueste Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Morning Consult sieht Harris rekordverdächtige vier Prozentpunkte vor Trump.

Die am Montag (5. August) veröffentlichte Studie zeigt, dass die Vizepräsidentin den Demokraten den größten Vorsprung vor dem ehemaligen Präsidenten Donald Trump seit fast einem Jahr verschafft.

Kamala HarrisDonald Trump
48 %44 %
Kamala Harris holt im Umfragen gegenüber Donald Trump auf.

Umfrage zeigt: Harris holt Stimmen für die Demokraten zurück

Laut der Umfrage führt die Demokratin bei allen registrierten Wählerinnen und Wählern im Land mit 48 Prozent. Trump würden 44 Prozent der Befragten wählen. Laut Morning Consult sei die Umfrage zwischen dem 2. und 4. August durchgeführt worden und basiere auf den Antworten von 11.265 Wahlberechtigten.

Damit zeigt sich, dass die Entscheidung der Demokraten, den Kandidaten für die Wahl am 5. November kurzfristig zu ändern, Erfolg hat. Denn während Präsident Joe Biden im Herbst 2023 laut einer Umfrage von Morning Consult auch fünf Prozentpunkte vor Trump lag, zeigten die Umfragen am Tag vor Bidens Rückzug, dass er sechs Prozentpunkte hinter dem ehemaligen Präsidenten zurücklag (47 Prozent zu 41 Prozent).

Noch ist Harris zwar nicht offiziell als Präsidentschaftskandidatin der Demokraten nominiert, doch dies ist nur noch reine Formsache. Bereits am Freitag (2. August) hatte die Parteizentrale mitgeteilt, dass Harris in der elektronischen Abstimmung über den Präsidentschaftskandidaten genügend Stimmen für ihre Nominierung erhalten habe. Einen Konkurrenten hatte sie bei dem Votum nicht.

Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten rückt seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus.
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt.
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie kam aus Indien und lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. 
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“.
Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Harris will mit Running Mate umkämpften Swing Staates bereisen

Seit der 81-jährige Präsident Biden nach wochenlanger Diskussion über seine geistige Fitness am 21. Juli seinen Verzicht auf die erneute Kandidatur erklärte und für Harris als seine Nachrückerin plädierte, reitet die Vizepräsidenten auf einer Welle der Zustimmung, die Trump in die Defensive drängt.

Mit Spannung wurde noch die Verkündung ihres Running Mates, also ihres Vizepräsidenten, erwartet. Jetzt steht der Name fest: Harris hat sich für Tim Walz entschieden, den Gouverneur von Minnesota. Mit ihm will Harris bereits am Mittwoch zu einer Blitzwahlkampftour aufbrechen. Zuerst soll es nach Wisconsin und Michigan gehen, Arizona steht am Freitag und Nevada am Samstag auf dem Programm. Geplant waren zudem Auftritte in den umkämpften südöstlichen Bundesstaaten North Carolina am Donnerstag und Georgia am Freitag. Lokalmedien zufolge wurden diese Termine wegen des Tropensturms „Debby“ verschoben.

Walz soll Harris helfen, ein breiteres Spektrum an Wählergruppen zu erreichen und in den „Swing States“ zu gewinnen. Bei einem Sieg am 5. November würde Harris zur ersten Frau, zur ersten Afroamerikanerin und zur ersten Person mit asiatischen Wurzeln im US-Präsidentenamt. (bg/dpa)

Rubriklistenbild: © Stephanie Scarbrough/AP/dpa