Finanzen und Renteneintritt

Niedrigste Rente in Deutschland: Welche Jahrgänge es trifft

  • Juliane Reyle
    VonJuliane Reyle
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Mehr oder weniger Geld als andere? Manche Jahrgänge bekommen in Deutschland eine verhältnismäßig geringe Rente. Doch woran liegt das?

Die Höhe der Rente, die eine Person im Ruhestand erhält, ist individuell und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es ist daher nicht möglich, die Jahrgänge mit der niedrigsten Rente eindeutig zu benennen. Es gibt jedoch Jahrgänge, die höhere Rentenansprüche haben als andere.

Die Höhe der Rente hängt von Faktoren, wie beispielsweise der Anzahl der Beitragsjahre, dem Einkommen während des Erwerbslebens und dem Geburtsjahr ab. Für einige Jahrgänge ist diese Art der Rente förderlich, für andere kontraproduktiv, weil sie weniger Geld bekommen. Doch welche Geburtsjahrgänge erhalten in Deutschland am wenigsten Rente – und warum?

Niedrigste Rente: Diese Jahrgänge bekommen am wenigsten Geld im Alter

Verschiedene Aspekte beeinflussen das Leben, die Erwerbstätigkeit und damit auch die Rente der Menschen. Dass die geburtenstarken Jahrgänge wie die Babyboomer die höchste Rente in Deutschland beziehen, ist vielen bekannt. Doch um zu verstehen, warum andere Jahrgänge im Alter weniger Geld bekommen, muss man verstehen, wie sich die Rente zusammensetzt.

Diese Faktoren beeinflussen die Rentenhöhe in Deutschland:

  • Anzahl der Beitragsjahre
  • Höhe des Durchschnittseinkommens, während des Arbeitslebens
  • Rentenzugangsart
  • Anzahl der Kinder

Je höher das Durchschnittseinkommen während des Arbeitslebens, desto mehr Entgeltpunkte erhalten Menschen. Auch für Kinder können Entgeltpunkte erworben werden. Entgeltpunkte und Anzahl der Beitragsjahre bestimmen später die Höhe der Rente. Doch es gibt auch einige Abzüge bei der Rente, die für weniger Geld auf dem Konto sorgen. Wer sorgenfrei in den Ruhestand möchte, sollte sich deshalb vorab erkundigen, ob der Renteneintritt bereits möglich ist. Eine Tabelle zeigt: Jahrgänge, die schon vor 67 in Rente gehen können.

Einkommen, Wirtschaft, Lifestyle und Co.: Das beeinflusst die Höhe der Rente

Die Geburtsjahrgänge vor 1947 hatten häufig ein geringeres Durchschnittseinkommen als spätere Geburtsjahrgänge und erhalten daher später auch eine geringere Rente, wie aus der Statistik der „Deutschen Rentenversicherung“ hervorgeht. Die in den 1950er und 1960er Jahren Geborenen haben dagegen von der langen Phase des Wirtschaftswachstums profitiert und können daher eine höhere Rente als die älteren Jahrgänge erhalten.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass während der Kriegszeiten kaum oder gar keine Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt wurden. Jahrgänge, die während der Kriege gelebt und gearbeitet haben, haben dementsprechend weniger Beitragsjahre und damit geringere Rentenansprüche.

Zusammenfassen lässt sich:

  • Jahrgänge vor 1947: Weniger Beitragsjahre durch Kriegszeiten, dadurch weniger Rente
  • Jahrgänge nach 1964: Höhere Arbeitslosenzahlen, längere Ausbildungszeiten, dadurch weniger Rente

Soziale Gegebenheiten und Kultur haben Auswirkungen auf die Rente

Aber auch soziale und kulturelle Gegebenheiten und Gewohnheiten können sich auf die Rentenhöhe auswirken. Die nach 1964 Geborenen haben es oft schwerer, eine hohe Rente zu erreichen. Sie haben aufgrund von Arbeitslosigkeit, Teilzeitarbeit und Erziehungszeiten oft weniger Beitragsjahre. Zudem ist das Rentenniveau seit 2001 gesunken, wie „Sozialpolitik aktuell“ schreibt.

Außerdem bekommen Frauen im Durchschnitt immer noch eine niedrigere Rente als Männer, wie die „Deutsche Rentenversicherung“erklärt. Dies liegt zum einen daran, dass sie oft in Teilzeit arbeiten und zum anderen daran, dass sie häufig die Erziehungsarbeit innerhalb einer Familie übernehmen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/ IMAGO, Bihlmayerfotografie/ Collage: echo24.de

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